Smashing Pumpkins: „Monuments To An Elegy“ als erster Teil einer Corgan-Musikoffensive

VERÖFFENTLICHUNG» 05.12.2014
BEWERTUNG» 6 / 9
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Zeitweise war es sehr ruhig geworden um die Smashing Pumpkins. Fast schon unheimlich. Von der Urbesetzung ist nur Billy Corgan übrig geblieben. Man hatte sich zur Jahrtausendwende aufgelöst, Corgan belebte die Band allerdings im Jahr 2005 wieder und lieferte mit „Zeitgeist“ ein Reunion-Album ab, das eher Retro als innovativ war – eine Gratwanderung zwischen Grunge, Alternative, psychedelischem und progressivem Rock.

„Monuments To An Elegy“ ist das achte Studio-Album der Alternative Rocker. Das neue Werk wurde in Chicago von Billy Corgan und dem seit 2007 in der Band spielenden Gitarristen Jeff Schroeder aufgenommen. Für die Schlagzeugaufnahmen ist kein geringerer als Tommy Lee (Mötley Crüe) verantwortlich. Und das ist nicht alles: Die Pumpkins kündigten nicht nur „Monuments To An Elegy“ für diese Jahr an, sondern bestätigen auch zeitgleich die Veröffentlichung von Album Nummer neun „Day For Night“ für den Herbst 2015. Corgan sagt dazu: „Ursprünglich arbeitete ich an einem Doppelalbum. Doch als ich darüber nachdachte, wie ein solches in der heutigen oberflächlichen Kultur konsumiert werden würde, beschloss ich, es in zwei Teilen herauszubringen.“

„Monuments To An Elegy“ klingt wie eine Hommage an die vielen unterschiedlichen musikalischen Phasen der Smashing Pumpkins. Harte Gitarrenriffs sind ebenso zu hören wie Keyboard- und Synth-Parts. Corgan singt sehr gefühlvoll und hält die unterschiedlichen Stile virtuos zusammen. Da stört es auch nicht weiter, wenn die elektronischen Elemente an manchen Stellen überwiegen. Rockige Gitarren zu Beginn und dann die Synthesizer von „Anaise!“ und „Monuments“. Entschädigend für alle Irritationen sind auf jeden Fall klassische 90er-Jahre-Rocker wie „One And All“ sowie „Anti-Hero“. Und ganz besonders hat es mir das eingängige „Drum + Fife“ angetan.

Eine gute halbe Stunde Musik ist definitiv zu wenig. Da hätte man vielleicht gleich auf das Doppel-Album verzichten und die starken Stücke auf einen Release packen sollen. Aber wer weiß, wie „Day For Night“ klingen wird? In dieser Hinsicht war Billy Corgan immer für eine Überraschung gut. Warten wir also ab, ob sich der Sinn von „Monuments For An Elegy“ Ende 2015 besser erschließt. Für den Moment ist es auf jeden Fall ein stimmungsvolles Lebenszeichen.