Supertramp: „Crime Of The Century“ feiert vier Jahrzehnte Musikgeschichte

VERÖFFENTLICHUNG» 05.12.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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1974 – das Jahr, in dem „Crime Of The Century“ erschien, liegt schon 40 Jahre zurück. Wirklich erschreckend. „School“ war schon so etwas wie ein Oldie, als wir es zu unseren Klassenfeten in den 80ern hörten. Und doch klingt das Album selbst vier Jahrzehnte später noch überaus frisch und modern. Das macht zeitlose Klassiker aus!

„Crime Of The Century“ war der erste von vielen Höhepunkten in der glanzvollen Karriere von Supertramp. Das Album demonstrierte außergewöhnliche Songschreiberqualitäten, die mühelos Pop und Progressive Rock miteinander verbanden. Die LP erreichte schließlich Platz 4 der britischen Albumcharts und brachte die Band – bestehend aus Rick Davies, Roger Hodgson, John Helliwell, Bob Siebenberg und Dougie Thomson – erstmals in die Top 40. Mit ihrer Musik und der exzellenten Soundqualität setzten Supertramp neue Maßstäbe, die bis heute Gültigkeit habe.

Schön, dass es zum Jubiläum eine bestens ausgestattete Neuauflage gibt. Die neue Edition enthält das Originalalbum, das vom Tontechniker-Ass Ray Staff (Led Zeppelin, The Rolling Stones, Muse) in den Londoner AIR-Studios digital überarbeitet wurde. Eine zweite Disc bietet zudem die Konzertaufzeichnung vom März 1975 im Londoner Hammersmith Odeon, das Ken Scott, der Soundingenieur jener Nacht, von den Originalbändern neu abmischte. Neben dem gesamten „Crime Of The Century“-Album (das in originalgetreuer Abfolge Anfang und Ende des Konzerts bildet) liefert der Mitschnitt frühe Live-Versionen des damals noch unveröffentlichten Nachfolgers „Crisis? What Crisis?“, der zum nächsten Meilenstein werden sollte.

Für mich war das Livealbum „Paris“ immer das Standardwerk in Sachen Supertramp – doch auch hier (fünf Jahre zuvor) sind bereits die wichtigsten Stücke vertreten. Songs wie „School“, „Bloody Well Right“, „Dreamer“ oder der Titelsong sind wahre Klassiker.

Ein zusätzlicher Höhepunkt der Neuausgaben ist ein Heavyweight-Vinyl-Set in einer schönen Box, ebenfalls in den AIR-Studios abgemischt von Ray Staff, mit dem gesamten Material der beiden CDs auf drei 180-g-LPs und einem achtseitigen Booklet im LP-Format, darin eine längere Version des Essays von Phil Alexander, das man im CD-Booklet findet. Dazu gibt es einen Downloadgutschein und zwei großformatige Drucke. Wer sucht noch ein außergewöhnliches Geschenk für Nostalgiker?