The Common Linnets überzeugen mit ihrem Zweitling „II“

VERÖFFENTLICHUNG» 25.09.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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The Common Linnets wurde ursprünglich als Projekt der niederländischen Sängerin Ilse DeLange für einen Auftritt beim Tuckerville Festival in Enschede gegründet. Aber dann kam die Nominierung für den Eurovison Song Contest und der unerwartete zweite Platz für „Calm After The Storm“, der aus dem Projekt plötzlich eine europaweit erfolgreiche Band machte. Sänger Waylon verließ die Band zwar kurz nach der Teilnahme am ESC, The Common Linnets aber machten weiter, gingen auf Tour, schrieben neue Songs und nahmen in Nashville ihr zweites Album auf.

Schlicht „II“ betitelt, führt das neue Werk den Alternative-Country-Sound des Vorgängers fort. Unterstützt werden die vier Bandmitglieder dabei von Country-Größen wie Jerry Douglas an der Dobro-Gitarre oder Pedal-Steel-Spieler Paul Franklin. Außerdem sorgen bei einigen Titeln Streicher für Atmosphäre und Fülle, wie etwa beim imposanten „Walls Of Jericho“ oder dem gefühlvollen Zwischenspiel in „Indigo Moon“. Die musikalische Bandbreite reicht von rockigen Songs wie dem kraftvollen Opener „We Don´t Make The Wind Blow“  oder „In Your Eyes“ über typischen Südstaatenblues wie „Days Of Endles Time“ bis zu ruhigen und berührenden Balladen wie „Runaway Man“ oder „Dust of Oklahoma“.

Typisch für The Common Linnets sind dabei die fast durchgängig mehrstimmigen Arrangements. Ilse ist zwar als einzige Frau immer herauszuhören und singt oft die Melodielinie, und es gibt einige solistische Passagen, wie etwa in den Strophen von „Soho Waltz“ – aber der dichte Harmoniegesang ist schon ein Markenzeichen und prägt das ganze Album. Besonders eindrücklich wirkt er beim intensiven „Hearts On Fire“ und beim ruhigen Abschlusstitel „Proud“, wo sich die Stimmen lange Zeit ungestört über einer sanften Pianobegleitung entfalten dürfen.

Wem das Debüt „The Common Linnets“ gefallen hat, den wird auch  „II“ überzeugen. Was als Projekt begann, ist inzwischen zu einer wirklichen Band zusammengewachsen, die eindeutig ihren Sound gefunden hat und diesen authentisch rüberbringt.