The Who stellen die Gretchenfrage: „Who Hits 50“ – Wer erreicht die 50?

VERÖFFENTLICHUNG» 31.10.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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The Who zählen ohne Zweifel zu den größten Rockbands aller Zeiten und ihre generationsübergreifend wichtigen Hits sind ebenso Legion wie die Anzahl der über die Jahre angesammelten Best-Of-Alben. Stellt sich also die Gretchenfrage: Soll man wirklich eine Compilation kaufen – oder muss man nicht vielmehr alle wegweisenden Studioalben im Regal haben? Bereits das erste Album „My Generation“ von 1965 begründete ihren Ruf als Ikonen der Beat-Generation. Die wilden Liveauftritte waren geprägt von Zerstörungswut auf der Bühne als künstlerisches Element. Allein Pete Townshend soll insgesamt mehr als 3.000 Gitarren zerstört haben. Die Rockopern „Tommy“ und „Quadrophenia“ gelten noch heute als Meilensteine der Musikgeschichte. Nach dem Tod von Keith Moon gab es eine 24 Jahre andauernde kreative Pause.  Überraschend erschien dann im November 2006 mit „Endless Wire“ ein neues Album von The Who. Das war’s vermutlich.

Für den neuen Greatest-Hits-Release spricht ein Meilenstein, der unbedingt gefeiert werden muss: Das 50jährige Bühnenjubiläum. Damit machen The Who nach den Beatles und den Rolling Stones das Dreigestirn britischer Bands aus den 60ern komplett. Der Einfluss der Band für die Rock- und Popmusik ist so zentral, dass eine ultimative Hitsammlung auch in der Gegenwart von großem Interesse ist – vor allem für die junge Generation, die Musikalben leider nicht mehr am Stück hört.

Wie der Release „Greatest Hits & More“ aus dem Jahr 2010 geht auch der neue Release den chronologischen Weg von 1964 bis in die Gegenwart. CD 1 beginnt mit „Zoot Suit“, der ersten Single, die noch unter dem Bandnamen The High Numbers veröffentlicht wurde. Dann folgt „I Can’t Explain“ und der Silberling endet mit „Behind Blue Eyes“. Man bekommt also hier die Jahre 1964 bis 1971 in einer kleinen Zeitreise präsentiert.

CD 2 macht schließt den Bogen von 1971 bis heute. Interessant dürfte dabei der Titel „Baba O‘Riley“ sein, der zwar aus dem Jahr 1971 stammt, aber erst 2012 (nach der Abschlussfeier der Olympischen Spiele) in die Charts einstieg. Aus jüngerer Zeit gibt es zudem „Real Good Looking Boy“ (von der 2004er Best of „Then And Now“) und „It’s Not Enough“. Außerdem enthält die Compilation den brandneuen Titel „Be Lucky“, einen Rocksong im klassischen The Who-Sound. Er wurde produziert von Dave Eringa, der vor allem für seine Arbeit mit den Manic Street Preachers und mit Wilko Johnson + Roger Daltrey bekannt ist. Es ist das erste neue Material der Band seit acht Jahren.

Was bleibt noch zu sagen? Die Jubiläumstour „Who Hits 50“ startet am 26. November 2014 in Dublin und endet am 18. Dezember in der Londoner O2 Arena. Haut rein!