„Honig im Kopf“ – der Soundtrack zu Til Schweigers neuer Komödie

VERÖFFENTLICHUNG» 12.12.2014
BEWERTUNG» 6 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
Woods Of Birnam  Honig im Kopf bei Amazon bestellen

Filmkomödien von Til Schweiger gibt es inzwischen mindestens jährlich. Dass seine Tochter Emma mitspielt, ist auch keine Seltenheit. Spannend aber wird es durch Dieter Hallervorden, der nach allem Klamauk der 80er Jahre inzwischen sehr anspruchsvolle Rollen spielt und das Komödiantische gekonnt mit seinem schauspielerischen Talent vereint. In „Honig im Kopf“ geht es um das schwierige Thema Alzheimer. Amandus (Hallervorden) ist daran erkrankt, Sohn Niko (Til Schweiger) will ihn in eine Einrichtung geben, Enkelin Tilda (Emma Schweiger) macht sich aber mit Amandus auf den Weg nach Venedig, um ihm einen Lebenstraum zu erfüllen. Ein Roadmovie wie aus dem Bilderbuch – und eine herzergreifende Geschichte.

Passend dazu ist auch der facettenreiche Soundtrack ein ergreifend emotionales Spiegelbild. Die Band Woods Of Birnam steuert mit „I’ll Call Thee Hamlet“ den Titeltrack bei, den man sicherlich schon im Radio gehört hat. Til Schweiger zeichnet wie gewohnt selbst für die Musik verantwortlich. Auf diesem Weg hat er vor längerer Zeit (wie wir wissen) die Band One Republic in Deutschland salonfähig gemacht, die auch mal wieder auf der CD vertreten ist.

Ebenso auf dem Soundtrack: Tom Rosenthal, der auf „Go Solo“ lediglich ein Piano und seine warme Stimme braucht, um die Liebe zu besingen. Daneben tauchen Künstler wie Phosphorescent, Amber Run, Andrew Belle oder Fink mit ihren emotional aufgeladenen Tracks auf. Auch die Songs von Prinze George, Embrace und Rob McVey überzeugen in ihrer Schlichtheit und Größe.

Zusätzlich wartet der Soundtrack mit der Filmmusik auf – will heißen: Songs und instrumentale Passagen wechseln miteinander ab. Der Original Score Music gelingt es spielerisch, jedem Musikliebhaber die besonderen Momente des Films sofort wieder in Erinnerung zu rufen und zeigt dabei die große emotionale Bandbreite auf.

Der Soundtrack ist in seiner Gesamtheit sehr melancholisch gehalten. In den Einzeltiteln ebenso wie im Instrumentalen. Der Song von Woods Of Birnam sticht dabei positiv heraus. Die Band von Schauspieler Christian Friedel übersetzt darauf die Höhen und Tiefen der emotionalen Reise des Films. Friedel, der vor einigen Jahren mit der Band Polarkreis 18 bekannt wurde, spielt im Film übrigens nicht mit. Im Vergleich zu früheren Soundtrack-CDs hat Schweiger jedenfalls deutlich nachgelassen. Da haben wir uns in der Vergangenheit schon an größere musikalische Momente gewöhnt.