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Tim Bendzko – Am seidenen Faden: Der Berliner meistert die Herausforderung des zweiten Albums

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Mit 16 schrieb er seine ersten eigenen Songs, mit 25 gewann er einen Talentwettbewerb der Söhne Mannheims und zwei Jahre später machte ihn die Single “Nur noch kurz die Welt retten” fast über Nacht zum Star. Während  Tim Bendzko selbst noch als Support von Phillip Poisel und Joe Cocker auf Tour war, sang schon die ganze Nation seinen Hit mit und brachte auch sein Debütalbum “Wenn Worte meine Sprache wären”  weit vorne in die Charts. Nochmals zwei Jahre später hat der sympathische Berliner als Juror von “The Voice Kids” inzwischen seine TV-Tauglichkeit bewiesen und außerdem sein zweites Album am Start.

Mit “Am seidenen Faden” hat Tim Bendzko endgültig seinen eigenen Stil gefunden. Konnte man beim Debüt noch behaupten, er klinge wie eine jüngere Ausgabe von Xavier Naidoo, so ist es jetzt eher so, das Xaviers aktuelles Album stellenweise nach Tim Bendzko klingt – als hätte sich der Altmeister des deutschen Soul etwas von der natürlichen Lässigkeit des jungen Lockenkopfes angeeignet.

Mit dem Opener “Ich steh nicht mehr still” startet Tim voller Power in sein neues Album und erweitert seinen Songwriter-Sound um treibende Beats. Ruhiger, aber doch komplex arrangiert dann der Titelsong “Am seidenen Faden”, der als erste die Single direkt ins Ohr geht – auch wenn Tim beim Schreiben wohl kaum geahnt hat, dass sein eher metaphorisch gemeinter Stoßseufzer “Ich will keine Winter mehr” wettertechnisch derzeit wieder allzu aktuell ist.

In jedem seiner Lieder verleiht Tim authentischen Gefühlen Ausdruck. So geben Songs wie “Die Geier kreisen schon” oder “Wo sollen wir nur hin” Wut und Enttäuschung Raum, andere lassen einen unwillkürlich den Atem anhalten, wie etwa die wunderbare Pianoballade “Vergessen ist so leicht” oder das berührende “Nur einen Herzschlag”. “Durch die Nacht” lädt zum entspannten Träumen ein und “Leicht sein” atmet grenzenlose Freiheit. Und mit “Programmiert” nimmt Tim den vom Internet bestimmten Alltag vieler Zeitgenossen ironisch ins Visier.

Wenn man als Newcomer mit seinem Debüt direkt die Charts erobert, werden an das zweite Album große Erwartungen gestellt. Dieser Herausforderung hat sich Tim Bendzko erfolgreich gestellt, ohne sich unter Druck setzen zu lassen – und etabliert sich damit unter den Top-Songwritern dieser Nation.

VERÖFFENTLICHUNG» 20130524
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
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Astrid