Tito & Tarantula beglücken uns mit „Tarantism“ und verloren geglaubten Perlen

VERÖFFENTLICHUNG» 17.04.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Die US-Rocker Tito & Tarantula sind 1996 vor allem durch ihren Auftritt im Kultfilm „From Dusk Till Dawn“ bekannt geworden. Davon zehren sie noch heute und ihre Liveauftritte werden entsprechend gefeiert. Von den Gründungsmitgliedern ist zwar nur noch Sänger Tito Larriva übrig, doch diese charismatische Persönlichkeit reicht aus – dazu umgibt er sich mit guten Musikern und zum Teil sehr ansehnlichen Frauen. Dem „Titty Twister“ wird das zur Ehre gereichen.

Aktuell sind der 20. Geburtstag des Kultfilms und das 25jährige Bühnenjubiläum der Band Grund genug für eine Doppel-Veröffentlichung, die man so gar nicht erwartet hätte. Denn zum einen gibt es das klassische Debütalbum „Tarantism“ in remasterter Form, zum anderen aber auch ein gänzlich neues Album namens „Lost Tarantism“. Ich für meinen Teil finde es schon mal gut, beide Werke gesondert heraus zu bringen. So ist nämlich keiner gezwungen, dass Originalalbum nochmals zu kaufen, wenn er mit der Ursprungsversion zufrieden ist.

„Tarantism“ war ihr erstes Album, erschien aber erst 1997. Zu dieser Zeit war man durch drei Tracks des Filmsoundtracks schon wohlbekannt. Ebenso griff Robert Rodriguez bei der Musik für „Desperado“ auf die Band zurück. Immer dann, wenn es um düstere, mexikanisch angehauchte Musik ging, war Tito Larriva sehr gefragt. Und beides beeinflusste sich gegenseitig: Rodriguez profitierte vom Sound, Tito vom hohen Bekanntheitsgrad. Die Neu-Edition von „Tarantism“ enthält dann auch als Bonus zwei Tracks aus den Filmen „From Dusk Till Dawn“ („Torquay“) und „Desperado“ („White Train“). Diese runden die CD mit energetischer, blutrünstiger Musik ordentlich ab.

„Lost Tarantism“ enthält zwölf unveröffentlichte Songs aus denselben StudioSessions von 1995. Eigentlich seltsam, dass diese auf den weiteren Studioalben der Band nie Verwendung fanden. Stilistisch hauen sie nämlich deutlich in die bekannte Kerbe: handgemacht, überaus cool und absolut dreckig. Für die Tour gibt es übrigens eine Reunion mit Gitarrist Peter Atanasoff und Drummer Johnny Hernandez. Der Sommer wird heiß!