Udo Jürgens: „Das letzte Konzert – Zürich 2014“

VERÖFFENTLICHUNG» 27.03.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Manchmal geht das Schicksal seltsame Wege. Udo Jürgens beendete seine letzte Tournee mit dem provokativ lebensbejahenden Titel „Mitten im Leben“ traditionellerweise in seiner Wahlheimat Zürich. Und niemand hatte damit gerechnet, dass es sein letztes sein würde. Somit ist ein Ton- und Bilddokument entstanden, welches den Schaffenskreis des Ausnahmekünstlers der europäischen Unterhaltungsmusik mit dem letzten Akkord abschließt, den er je auf einer Bühne vorgetragen hat.

Folgerichtig ist die Aufnahme „Das letzte Konzert“ betitelt und bringt uns den guten Udo nochmal so nahe, wie ihn seine Fans geliebt haben. Und wieder einmal zeigt sich, dass er kein Fall für Schlagerparties und Kirmeszelte war. Udo konnte es sich immer erlauben, die erste Konzerthälfte vor allem mit eher unbekannten Songs zu füllen. Er stellte seine aktuellen Songs vor und zeigte, dass die Zeit für ihn nie stehen geblieben ist. Das Publikum lauschte auf die Texte, folgte den Songs ohne Langeweile und ging zur Freude des Künstlers prächtig mit. Faszinierend, denn von poppiger Allerwelts-Schlagermusik konnte hier absolut keine Rede sein.

Es ist ein schönes Vermächtnis, dass sein letztes Konzert für die Nachwelt mitgeschnitten wurde. Und klar gibt es zum Ende hin alle großen Hits. „Tausend Jahre sind ein Tag“, „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ in voller Länge, viele weitere Klassiker als Medley, wobei die letzten Zugaben traditionell im Bademantel vorgetragen wurden. „Zehn nach Elf“ beschließt das Konzert in melancholischer Manier. Das passt perfekt.

Udo Jürgens war ein großer Entertainer und der Sympathiefaktor auch im hohen Alter noch riesig. Leider liegt mir nur die Audio-Aufnahme des Konzerts vor, aber es gibt „Das letzte KOnzert“ auch auf DVD und BluRay. Zwei Stunden Musikunterhaltung mit Haltung, wie Udo zu sagen pflegte. Ehrliche, handgemachte Musik, in der er auch Raum für die exzellenten Solisten und Sänger ließ. Musik, in der Arrangeure noch namentlich erwähnt und herausragende Soli speziell gewürdigt werden. Er hatte eben seinen ganz eigenen Stil, der Kosmopolit und Gentleman aus Klagenfurt, der nichts so sehr verachtete wie Ignoranz, Intoleranz, Unprofessionalität und fehlende Umgangsformen.