Viva Voce und Latvian Voices : Zwölf magische Stimmen entführen in eine „Zeit der Wunder“

VERÖFFENTLICHUNG» 21.11.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Was passiert, wenn fünf junge Männer aus Ansbach auf sieben junge Frauen aus Riga treffen? Im Fall der A-cappella-Ensembles  Viva Voce und Latvian Voices ist das Ergebnis ein wunderbares Weihnachtsalbum. Mit „Zeit der Wunder“ nehmen uns die großartigen Sängerinnen und Sänger mit auf eine ganz besondere Reise durch die Winterwelt, die von den ersten kalten Nächten über die Advents- und Weihnachtszeit bis ins neue Jahr führt.

Die beiden Ensembles und Produzent Rolf Zuckowski verzichten dabei bewusst auf allzu bekannte Melodien, sondern erwecken stattdessen traditionelle Weihnachtslieder aus Deutschland, Lettland, England und Skandinavien zu neuem Leben und mischen sie mit schwungvollen modernen Titeln. Außerdem sind einige von Zuckowskis eigenen Weihnachtsliedern für Erwachsene in faszinierenden neuen A-cappella-Arrangements zu hören, darunter das Titelstück „Die Zeit der Wunder„, das mit seinen wunderbaren Harmonien und dem verheißungsvollen Text sofort gefangen nimmt. Aber auch „Weihnachten“ oder das nachdenkliche „Und wenn er wirklich wiederkäm“ fügen sich perfekt ins Repertoire ein. Mit „Die weiße Wolke“ erklingt ein bisher unveröffentlichtes Stück von Zuckowski, und der Liedermacher ist auf dem Album sogar als Sprecher bei „Taka Taka“ und der abschließenden „Frühlingssehnsucht“ zu hören.

Die meisten Stücke werden von beiden Ensembles zusammen gesungen, wobei die ausgewogenen Männerstimmen von Viva Voce perfekt durch die Latvian Voices ergänzt werden. Letztere strahlen vor allem in den Höhen mit großer Klarheit und kommen in manchen Arrangements der Vorstellung eines Engelchores recht nahe, wie etwa bei „Und ein Leuchten wie Silber und Gold“ oder „See Amid The Winter Snow“. Genau so gut wie diese anrührenden Lieder gelingen aber auch moderne Pop-Titel wie „Silver Bells“ oder „New Year, New Life, New Love“. Und mit wahrer Stimmvirtuosität beeindrucken die Sängerinnen und Sänger beim rhythmischen „Zingi Pringi“ oder der rein lautmalerisch dargestellten „Schlittenfahrt“.

Jede Gruppe darf auch mal für sich glänzen. So überzeugt etwa Viva Voce mit einer eindringlichen Version von „Maria durch ein Dornwald ging“. Sehr stimmungsvoll ist zudem die Sequenz, bei der sich die von den Männern gesungenen drei Strophen von „Ich steh an deiner Krippen hier“ mit den vom Frauenchor interpretierten Weihnachtliedern „Engelu Dziema“ und „Tur, Betleme Silite“ abwechseln.

Zeit der Wunder“ ist ein wirklich faszinierendes und berührendes Album, das sich wohltuend von den meisten anderen Veröffentlichungen zur Weihnachtszeit abhebt und bestimmt nicht nur A-cappella-Fans begeistern wird. Wenn Sie sich dieses Jahr zum Fest nur eine neue CD gönnen – kaufen Sie diese!