Yusuf/Cat Stevens „Tell ‚em I’m Gone“ – vom Weggehen und Wiederkommen

VERÖFFENTLICHUNG» 24.10.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Auf dem Cover prangt in großen Lettern der neue Name YUSUF, den sich der britische Songwriter Cat Stevens (bürgerlich hieß er mal Steven Demetre Georgiou) 1977 gegeben hat, als er zum Islam konvertierte. Dies hat zweifelsohne zu großen Kontroversen geführt und es erschien manchen Fans nicht verständlich, wie jemand sich aus dem Musikgeschäft zurück ziehen kann, der der Welt so elementare Songwriter-Stücke wie „Morning Has Broken“, „Father And Son“ sowie „Lady D‘Arbanville“ beschert hatte. Auch heute noch ziert den neuen Release ein dicker Aufkleber mit dem Namen Cat Stevens, den vermutlich die Plattenfirma hat anbringen lassen.

Als Yusuf Islam war zunächst einmal Funkstille angesagt. Erst 1995 gab es ein Album mit islamisch geprägter Musik ohne die früher so typische Gitarre, 1997 trat er nach langer Zeit erstmals wieder öffentlich auf. 2006 startete er schließlich durch mit „An Other Cup“ im altbekannten gitarrenlastigen Songwriter-Stil. Die Welt hatte ihren alten Cat Stevens wieder, musste sich nur an den neuen Namen und nicht mehr ganz so eingängige Songs gewöhnen.

Tell ‚em I’m Gone“ ist bereits das dritte Album nach dem Comeback und klingt mal wieder ganz anders – diesmal sehr amerikanisch. Yusuf hat sich unter anderem mit Richard Thompson, Blues-Legende Charlie Musselwhite, Songwriter Bonnie Prince Billy und Gitarrist Matt Sweeney verstärkt, um musikalisch in eine ganz andere Richtung zu gehen. Die Produktion lag in den bewährten Händen von Rick Rubin.

Schon der zweite Song „Big Boss Man“ wartet neben entspannten Gitarrenklängen auch mit einer aufgeregten Fiedel auf. Es gibt einige Coverversionen und Blues-Standards. „Dying To Live“ von Edgar Winter funktioniert als schöne Pianoballade, „Editing Floor Blues“ bietet ein starkes Stück Blues, während sich „The Devil Came From Kansas“ der Countrymusik widmet.

Das Album verbindet die Genres und klingt äußerst vielseitig. Yusuf erklärt die Wandlung als Rückbesinnung auf die Wurzeln der Jugendtage: „Insbesondere Musik und Blues waren die Vehikel zur Flucht für viele, die an das Wohlwollen der Reichen und Mächtigen gekettet waren.“ American Blues und R&B beschreiben für Yusuf das Ringen der Menschheit nach Freiheit. Mit dieser Intention ist ein spannendes neues Album entstanden.