„Jersey Boys“ – Clint Eastwood hat das erfolgreiche Musical über The Four Seasons verfilmt

VERÖFFENTLICHUNG» 18.12.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das Musical „Jersey Boys“ erzählt im dokumentarischen Stil die Geschichte der Rock’n’Roll-Band The Four Seasons. Die Mitglieder des Quartetts – allen voran der Leadsänger mit der charismatischen Stimme, Frankie Valli – stammen aus einem Armeleuteviertel in Newark, New Jersey. Zunächst hielten sie sich mit kleinen Raubzügen über Wasser, später wurden sie zur angesagten Kultband und wurden 1990 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Mit diesem Ereignis endet auch der Film.

Clint Eastwood hat sich des Musicals von Bob Gaudio und Bob Crewe, das 2005 am Broadway uraufgeführt wurde, angenommen und erzählt es stellenweise aus der Sicht einzelner Protagonisten, die einen Monolog in Richtung Publikum sprechen. Das Flair der 50er Jahre wird filmisch und musikalisch gut eingefangen. Für meinen Geschmack hätte die Musik noch breiteren Raum einnehmen können. Gerade in der ersten Filmhälfte werden Titel nur angespielt, damit die Handlung voran kommt. Ich vermute aber, dass dies im Broadway-Musical nicht so ist.

Der Aufstieg der Band ist eine spannende Story. Auch die Entfremdung der Mitglieder, die letztlich zur Auflösung führt. Frankie Valli startet eine Solokarriere und man kommt erst 1990 zur Aufnahme in die Hall of Fame wieder zusammen.

Das Musical gewann vier Tony Awards. Sicher ein Verdienst des Hauptdarstellers John Lloyd Young (Frankie Valli), der für seine Performance einen Grammy erhielt und nun auch im Film die Rolle spielt.  Seine Gesangskünste sind wirklich einzigartig und es ist ein Genuss, Songs wie „Big Girls Don’t Cry“, „Sherry“, „December 1963 (Oh, What a Night)“, „My Eyes Adored You, Stay“ und „Can’t Take My Eyes Off You“ aus seinem Mund zu hören.

Der Film endet nach zwei Stunden mit einer Straßenszene, die Eastwood speziell für den Film entwarf. Während im Musical alle Darsteller nochmal auf die Bühne kommen, gibt es hier eine Massenszene, in der die gesamte Besetzung „Oh, What a Night“ interpretiert. Eine schöne Idee, die auch wundervoll umgesetzt wurde. Für Musicalfans ein fantastischer Film. Aber auch Freunde von Gangsterkomödien im Stil der 50er und 60er Jahre werden garantiert ihre Freude daran haben.