Helene Fischer fliegt auf ihrem Paradiesvogel durch Hamburg: „Farbenspiel live“

VERÖFFENTLICHUNG» 05.12.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Es hat sich ja schon herum gesprochen, dass Helene Fischer aufwändige Liveshows auf die Beine stellt, die mit dem gängigen Schlagermetier rein gar nichts zu tun haben. Und immer setzt sie noch einen drauf. Im Jahr 2015 wird es gar in die großen Stadien gehen. Damit nimmt die „Farbenspiel“-Tournee Ausmaße an, mit denen vor kurzem noch keiner gerechnet hat. Das Jahr 2014 sah zunächst jedoch die große Hallentournee vor – und zum Ende des Erfolgsjahres erscheint dann auch ein Mitschnitt aus der o2-World Hamburg auf DVD.

150 Minuten Konzertlänge. Da wird schon einiges geboten! Als Intro gibt es eine Art Farbenlehre, die das Publikum auf die bunte Show einstimmt. Helene hat ihr Konzert in vier Jahreszeiten eingeteilt, beginnend mit dem Herbst. Als Verbindungsglied werden Auszüge des berühmten Klassik-Titels von Vivaldi gespielt.

Wie gewohnt zieht die Künstlerin sich mehrfach um und bietet spektakuläre Auftritte. Der Abschnitt Herbst sieht eine Reihe von Schlagern vor, die Helene im Kostüm  mit Hut präsentiert. Damit hat sie die gewaltige Zuschauermenge gleich im Griff. Die Fans im vorderen Bühnenbereich sind komplett in Weiß gekleidet – ein schöner Effekt, wenn die Lightshow greift.

Längst schon gibt es immer wieder Disco-Elemente in den eigenen Songs wie „Fehlerfrei“. Helene hat zwei Schlagzeuger mit dabei, die eine rhythmische Tanzshow unterstützen. Und in Songs wie „Mitten im Paradies“ zeigt sie ihre eigenen akrobatischen Künste. Da tritt sie nicht etwa in den Hintergrund, sondern tanzt die Choreografie fast vollständig mit. Eine beachtliche Leistung!

Das Kapitel Winter sieht ein ausdrucksstarkes Tanztheater vor. Helene Fischer singt „Lass jetzt los“ aus Disneys „Eiskönigin“ im standesgemäßen Kostüm. Und dann wird es rockiger: Zunächst mit dem Evanescence-Cover „Bring Me To Life“, das die Sängerin grandios interpretiert, dann mit einem Rock-Medley, das die Standards „The Voice“, „I Love Rock’n‘Roll“, „Jump“ und „Livin‘ On A Prayer“ enthält.

Der Frühling fällt etwas kurz aus und bietet das italienische „Caruso“ und drei weitere Songs, die Helene im Blütenkleid performt. Dann aber folgt der Sommer und die großen Schlagerhits werden ausgepackt. Zunächst „Marathon“, dann „Ich will immer wieder dieses Fieber spür‘n“, das grandios durch den Blues-Klassiker „Fever“ eingeleitet wird. Bei „Te Quiero“ kommt Strandfeeling auf und für „Fly“ kommt eine ganz besondere Figur ins Spiel: Ein riesiger Paradiesvogel mit dem etwas einfältigen Namen Birdy. Ein sehr starkes Showelement, das täuschend echt wirkt und die Zuschauer in Erstaunen versetzt.

Auf dem Rücken von Birdy fliegt Helene durch die o2-World und singt „My Heart Will Go On“ ganz ohne das typische Celine Dion-Jaulen. Sie hat einfach eine fantastische Stimme. Das müssen auch Menschen zugeben, die mit ihrer Musik gar nichts am Hut haben. Der Vogel landet im Zuschauerraum und es gibt eine sympathische Ansprache. Das Finale bietet „Phänomen“ im Discofieber. Der Übersong „Atemlos“ erklingt erst sehr still, nur akustisch von Gitarre begleitet und mit riesigem Zuschauerchor. Dann ertönt ein Disco-Rhythmus und Band sowie Tänzer steigen mit ein.

Zum Abschluss gibt es die Ballade „So kann das Leben sein“ und Helene Fischer hat mal wieder alles gegeben. Ihre fliegende Schlagerprinzessin auf dem Paradiesvogel werden viele Fans wohl nicht so schnell vergessen. Im Bonusbereich der DVD gibt es ein musikalisch untermaltes „Making Of“ mit stimmungsvollen Bildern, die hinter den Kulissen der Produktion aufgenommen wurden. Passt alles!