Mika mit großem Orchester: „Sinfonia Pop“

VERÖFFENTLICHUNG» 27.05.2016
BEWERTUNG» 8 / 9
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Mika hat dem Orchestralen in seinen Alben schon immer breiten Raum eingeräumt. Manche Stücke schreien förmlich danach, mit großem Orchester umgesetzt zu werden. Dazu kommt Mikas fantastische Tenorstimme, die oft schon in Richtung eines Countertenors reicht. Ja, er hat Bühnenerfahrung am Theater. Und ja – er kann sich mit einem Sinfonieorchester perfekt in Szene setzen. Schon auf der Special Edition des aktuellen Albums „No Place In Heaven“ gab es eine orchestrale Bonus-CD. Das hat hervorragend funktioniert und wird nun fortgeführt.

„Sinfonia Pop“ entstand im Teatro Sociale im italienischen Como. Einem prachtvollen Opernbau, der Mikas Musik direkt auf einen neuen Level hebt. Es spielt ein Orchester unter Leitung von Simon Leclerc. Und Mika ist die Freude von Beginn an anzusehen. Ein schelmisches Grinsen, die Krawatte wird festgezurrt, der Dirigent rückt die Fliege zurecht und los geht’s. Mit „Boum Boum Boum“ und „Elle Me Dit“ gibt es zwei französische Titel, der Rest ist aber in englischer Sprache.

90 Minuten lang zieht Mika alle Register seines Könnens. Erster Höhepunkt ist für mich schon der fünfte Track „Last Party“, orchestral stark und mit vollem Backgroundchor. So steigert sich der Song auf grandiose Art. Mika kann sein Können voll ausleben, sei es musical-mäßig in „Overrated“ und extravagant bei „Love You When I’m Drunk“. Er stellt Mimik und Gestik noch stärker in den Vordergrund als sonst, da er trotz des großen Orchesterrunds immer den Mittelpunkt bildet.

Unterstützt wird Mika von einer stimmgewaltigen Opernsängerin, beispielsweise im Duett zu „Toy Boy“. Auch die Klassiker bekommen ihren Moment. „Grace Kelly“ klingt grandios und neu, „Relax“ ist noch entspannter als die Originalversion. Mikas hohe Stimme erzeugt Gänsehaut, wenn er bei „Happy Ending“ andere Sphären erreicht. Und „Origin Of Love“ – wie geschaffen für eine Orchesterversion – glänzt mit einem Chor im Hintergrund, der mal gregorianisch, mal poppig klingt.

Abgerundet wird die DVD durch Interviews mit Simon Leclerc und Mika. Erster berichtet von der Begegnung der beiden und der Ideenvielfalt, die daraus entstand. Letzterer erzählt von seiner Anfangszeit im Theater und schlägt den großen Bogen hin zu aktuellen Karriere.

Mika wurde 1983 in Beirut geboren, seine Familie floh kurz darauf nach Paris und zog einige Jahre später nach London. Vor allem dieser letzte Umzug und Schulwechsel machte Mika schwer zu schaffen. In dieser schwierigen Zeit liegen aber auch die Wurzeln seiner Songwriter-Karriere. Eigentlich sollte er zumindest in Europa ganz groß sein, doch in vielen Ländern ist er von der Bildfläche verschwunden und man hört nur noch die Klänge von „Relax“ im Werbefernsehen. In Frankreich und Italien allerdings war er als Juror in zwei Casting-Shows aktiv, was den weiterhin hohen Bekanntheitsgrad dort erklärt. Es sei ihm gegönnt. Trotzdem schade, denn seine Musik ist weiterhin hervorragend. Und mit einem Projekt wie „Sinfonia Pop“ gehört er auch hierzulande in die Charts. Definitiv.

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Letzte Aktualisierung am 1.10.2016 um 18:53 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API