Robbie Williams auf „Take The Crown“ Tour – „Live in Tallinn“

VERÖFFENTLICHUNG» 05.12.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Die „Take The Crown“ Stadiontournee führte Robbie Williams im Jahr 2013 durch 14 Länder und begeisterte 1,5 Millionen Fans. Für die aktuelle DVD-Veröffentlichung hat man aber nicht etwa einen Mitschnitt gewählt, der an einem der üblichen Orte wie London, Dublin oder München aufgezeichnet wurde. Stattdessen gibt es eine Aufzeichnung vom vorletzten Tourort Tallinn, der Hauptstadt von Estland.

Es war Robbies erste Solotour seit 2006 und er zog mal wieder alle Register seines Könnens. Was für ein Entertainer! Die Show aus Tallinn wurde live als Stream in unzählige Kinos übertragen. Nach dem Intro folgt mit „Let Me Entertain You“ der ultimative Opener. Robbie zieht eine bunte Show mit viel Glitter ab – begleitet von Tänzerinnen, Tänzern und einem weiblichen Backgroundchor.

Das Bühnenbild ist ein Spiel mit fahrbaren Köpfen (dem Cover des letzten Albums nachempfunden) und Stegen, die weit ins Publikum hinein führen. Recht früh im Set gibt es das Cover „Minnie the Moocher“ und Support-Act Olly Murs kommt mit auf die Bühne, um gemeinsam mit Williams „Kids“ zu performen. Es gibt einen allgemein sehr poppigen Set mit Disco-Titeln wie „Sin Sin Sin“ und „Bodies“. Zu „Come Undone“ fährt Robbie aber runter und bringt eine entspannte Version von „Walk on the Wild Side“ mit ins Spiel.

Wie gewohnt bricht Robbie Herzen und holt ein Mädel auf die Bühne, dem er das Ständchen „Everything Changes“ von Take That darbringt. Danach verbringen sie etwas Zeit in einem stilisierten Bett mit TT-Bettwäsche. Sehr heimelig.

Im Akustik-Set zeigt Robbie seine (etwas spärlichen) Gitarrenkünste. Immerhin gibt es schöne unplugged-Versionen von „Millenium“, „Better Man“ und „Sexed Up“, bevor es mit „Me and My Monkey“ wieder in die Vollen geht. Die LCD-Animation von Robbies Kopf verwandelt sich in einen Affen. Äußerst effektvoll!

Schade übrigens, dass die Tracklist nicht auf der DVD-Hülle oder im Booklet gelistet ist. Scheint fast so, als würde man dem Bekanntheitsgrad der neueren Songs nicht trauen. Eigentlich ist es doch egal, zu welchen Songs der Showman sein stilvolles Glamour-Theater abzieht. Zum Ende hin gibt es schließlich auch die Publikumslieblinge „Rock DJ“, „Feel“, „She’s The One“ und „Angels“, was die Show nach zwei Stunden mit einem Feuerwerk enden lässt. Wenn der Erfolg in Übersee auch ausbleibt – Europa ist fest in Robbies Hand.