„Ernsthaft? Sind das alle Fragen?“ – Red City Radio im Interview

DATUM» 25.02.2015
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Zugegeben, ein vietamesisches Restaurant ist nicht gerade der gewöhhnlichste Ort für ein Interview. Das dachten sich auch Garret, JoJo, Ryan und Dallas von Red City Radio aus Oklahoma City, Oklahoma. Dennoch war die Band so nett MHQ-Redakteur Marc Brüser Rede und Antwort zu stehen, umgeben von köchelnden Töpfen und vietnameischen Bier.

Garret: Also wie soll das hier ablaufen? Fragst du uns jetzt zu unseren Freundinnen aus?

Nur das Persönlichste kommt auf den Tisch. Ehefrauen, Affären, alles! Also wenn du willst, können wir das Interview gerne so führen, wäre bestimmt eine erfrischende Abwechslung.

Garret: Oh, Hell No! Dann fangen wir mal an.

Eure heutige Venue ist im Vergleich zum letzten Mal, wo ich euch gesehen habe um einiges größer. Man kann bei euch eine positive Entwicklung sehen, gerade was die Popularität in Deutschland betrifft. Hat sich dieser Prozess auch auf Tour bemerkbar gemacht?

Garret: Wir sind definitiv beständiger geworden. Wir gehen in die richtige Richtung, aber den ganz großen Sprung haben wir sicherlich noch nicht geschafft.

JoJo: Uns ist ja auch selber aufgefallen, dass die Shows ziemlich gut besucht waren. Es ist momentan eine aufregende Zeit.

Garret: Aber wir wollen noch mehr Leute auf unseren Shows. Schreib das auf! Je mehr Leute, umso besser die Party.

Absolut. Ist es eigentlich schon so weit euch als Berufsmusiker zu bezeichnen?

Garret: Also, ich würde sagen, dass der Beruf Musiker definitiv unser Erstjob ist.

JoJo: Letztlich ist es auch egal. Wir fliegen nicht um die halbe Welt, um damit zwingend Geld zu verdienen. Wir lieben einfach was wir tun, nur das zähl

Wie steht ihr dann zu Spotify, das ja deutlich in der Kritik steht, aufgrund eines mangelhaften Verteilungsschlüssels? Gerade für Bands, die jetzt nicht eine riesige Popularität haben, dürfte es ja ganz interessant sein.

Garret: (schaut seine Band an) Leute, habt ihr Spotify? (alle nicken) Ich auch. Wenn ich jetzt gegen Spotify herziehen würde, dann wäre es pure Heuchelei.

JoJo: Außerdem ist es eine gute Plattform sich, auch als unbekannte Bnad, zu präsentieren. Du kannst zwar gegen diesen Trend ankämpfen, aber du wirst die Realität trotzdem nicht verändern können.

(Das Essen kommt, ab jetzt wird nur noch mit vollem Mund geredet. Ein Hauch von süß saurer Sauce liegt in der Luft.)

Ich habe bei eurem letzten Konzert in Köln den Song „I Wanna Get Stoned And Play My Fucking  Guitar“ wahrgenommen. Richtig gutes Ding, vor allem als Soloversion, nur mit verzerrter Gitarre.

Ryan: Ja, der Song heißt jetzt „In The Meantime“. Der andere war nur ein Arbeitstitel. Er wurde auch auf unserer neuen 7Inch herausgebracht.

Wie stehen denn die Chancen zu einem neuen Album?

Garret: Ganz gut, wenn man bedenkt, dass es schon aufgenommen ist. (lacht mit Mund voller Sojasprossen)

Ryan: Der Veröffentlichungstag wird auch bald bekannt gegeben, ich glaube ein paar Tage nach der heutigen Show.

(Die nächste Runde Bier wird angekarrt. Sänger Garret Dale erfreut eines vietnamesischen Gesöffs, was einmal in der Runde herumgereicht wird, damit jeder seine Meinung dazu abgeben kann. Fazit: kann man trinken.)

Vielen Dank für das Interview, Leute!

Garret: Was das war schon alles? Komm schon, du hast doch bestimmt noch ein paar Fragen.

JoJo: Was ist Frage Nummer 9? Auf deinem Notizzettel steht nichts bei Frage Nummer 9!

Nagut, eigentlich hatte ich die Frage geskippt, weil du darauf selten eine ernste Antwort bekommst: Wie steht es bei euch mit der finanziellen Situation nach der Tour? Es ist schwer zu glauben, dass eine amerikanische Band, die fast ausschließlich in eher kleineren Clubs spielt, viel Geld damit macht.

JoJo: Schau mal, alles was du machst ist ein Investment. Ich denke, dass keine Band, die sich in ein Flugzeug setzt und über die halbe Weltkugel reist, großen Reichtum erwarten wird. Wir haben da ein paar Instruktionen bekommen und kommen damit auf jeden Fall über die Runden.

Vielen Dank an Red City Radio und Gunner Records für das Interview!