Nosound

Lightdark

Veröffentlicht: 19.09.2008 / K-Scope / Snapper / SPV

Von: Andreas Weist

Nosound

Der Bandname NOSOUND dürfte als Untertreibung des Jahrhunderts durchgehen. Das Album „Lightdark“ bietet eine atmosphärische Soundkulisse mit nahezu floydesken Zügen. Gegründet wurde die italienische Band bereits 2001 von Mastermind Giancarlo Erra, der Vocals, Gitarre und Keyboardsound zum Gelingen beisteuert. Dem Demoband „Waves On Russia“ folgte bald das Debütalbum „Sol29“, geschrieben, performt und produziert von Erra selbst – mit musikalischer Unterstützung des Bassisten Alessandro Luci. Selbiger Luci gehört auch heute noch zum Kader der Band, die sich um den zusätzlichen Keyboarder Paolo Martellacci, den Gitarristen Gabriele Savini und Schlagzeuger Gigi Zito erweitert hat.

Das Album mit dem bedeutungsschweren Titel „Lightdark“ lädt seine Hörer zu einer Reise in die Sphären des Psychedelic- und Ambientrock ein. Anleihen an Bands wie Pink Floyd und Porcupine Tree sind unüberhörbar. Der instrumentale Opener „About Butterflies And Children“ gibt den sphärischen Weg vor, bevor „Places Remained“ mit stimmungsvoller Keyboarduntermalung der sanften Stimme Erras Raum gibt, die sich mit einem genialen Gitarrensolo abwechselt. „The Misplay“ kommt mit Pianoklängen und einem von Marianne de Chasteleine virtuos eingespielten Cello sehr melancholisch daher.

Highlight ist das (in Progkreisen übliche) Epos, das hier den Titel „From Silence To Noise“ trägt und dessen Name auf 15 Minuten Länge Programm ist. Der Songaufbau gestaltet sich sehr langsam, sanfte Klänge steigern sich in einem intensiven Crescendo zu eindringlichen Sequenzen, bevor die Intensität wieder zurückgenommen wird. Ein feines, nicht leicht zu konsumierendes Stück Musik.
Für „Someone Starts To Fade Away“ wurde Tim Bowness von No-Man als Sänger gewonnen und er verleiht dem Song mit seiner einfühlsamen Tenorstimme eine ganz besondere Note. Die Melancholie-Lastigkeit wird dabei noch ein Stück verstärkt. Die beiden 8minütigen Longtracks „Kites“ und „Lightdrak“ beschließen – ebenfalls versehen mit Cello-Begleitung – ein beeindruckendes Album.

Vielleicht kann einem das Ganze zu schwermütig, zu sehr mit Weltschmerz behaftet vorkommen. Doch Erra baut die Stimmung auf eindrucksvolle Weise auf und nimmt den Hörer mit auf diese Reise. Wem die psychedelische Musik der 70er zusagt, wer Pink Floyd und Porcupine Tree mag und bei progressiven Gitarrensoli gerne mal dahinschmelzt, dem sei diese CD wärmstens empfohlen. Die 2 CD-Version (die mir nicht vorliegt) enthält vier exklusive Bonustracks und das Video zum Titelsong.

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