(Redeem)
Die Schweizer Band Redeem wurde 2003 von Stefano "Saint" Paolucci (Gitarre und Gesang) sowie dem Bassisten Pascal Münger gegründet. Ein Jahr später nahmen sie mit verschiedenen Schlagzeugern ein erstes Demo auf, das bei einigen deutschen Labels auf Anhieb eine positive Resonanz auslöste. Im Oktober 2006 folgte dann mit "Eleven" das Debütalbum und ein Plattenvertrag mit PointMusic. Ende 2007 stieß dann Simon Steiner als fester Drummer zur Band. Von da an ging es steil bergauf. Redeem tourten als Support für Daughtry, Seether und 3 Doors Down, aber auch als Act auf Festivals wie dem Rockfest mit Alice Cooper. Seit Anfang diesen Jahres sind die drei Schweizer bei Universal Music zuhause. Grund genug also für Musicheadquarter Stefano Paolucci einmal näher auf den Zahn zu fühlen. Das Interview führte Thomas Kröll.

Redeem (v.l.n.r.): Pascal Münger, Stefano Paolucci und Simon Steiner
Was bedeutet der Begriff „Redeem“ und warum habt ihr gerade diesen zu eurem Bandnamen auserkoren? Wer hatte die Idee dazu?
Stefano Paolucci: Naja, einen Bandnamen zu finden ist das schwierigste in einer Band. Wir haben ständig Diskussionen wie wir uns jetzt nennen sollen. Jeder wollte seinen Namen vorbringen. Eines Abends war ich zuhause am Gitarrespielen bei einer guten Flasche Whisky... das ist jetzt wirklich die Wahrheit... (lacht) und bei einer Pause hörte ich Placebo. Plötzlich nannte er das Wort Redeem und da hat es Klick gemacht. Ich schaute schnell ins Internet, um zu schauen was es heisst und die Bedeutung von „Zurückgeben“ passte auch zu unserer Message. Als ich dann bei der nächsten Probe den Namen nannte, waren alle einverstanden. Das war ein Zeichen der Richtigkeit. (grinst)
Du hast Redeem 2003 zusammen mit Pascal gegründet, Simon kam erst Ende des letzten Jahres dazu. Wie seid ihr auf ihn gestoßen?
Stefano Paolucci: Als uns unser vorheriger Drummer verliess, fragten wir bei anderen Bands nach. Unsere Suche nach einem neuen Drummer verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Szene und wir kriegten sehr schnell sechs Anfragen. Simon war der coolste und konnte sogar "From Hell" geil spielen, darum haben wir uns für ihn entschieden. Er war der erste, der vorbeikam und das war die beste Entscheidung!
Ist das Songwriting eher ein gemeinschaftlicher Prozess oder ist einer von euch in der Beziehung federführend? Und wie sieht dieser Prozess von einer Idee bis hin zu einem fertigen Song dann konkret aus?
Stefano Paolucci: Meistens komme ich schon mit einer fixen Idee. Ich spiele dann den Song meinen Jungs vor und wir arrangieren den Song zusammen. Es kann auch sein, dass sich völlig was anderes entwickelt als ich eingebracht habe. Das ist geil so, wir funktionieren perfekt zusammen. Meistens nehmen wir dann den Song auf und legen ihn für ein paar Wochen auf die Seite. Nach zwei bis drei Wochen sind die Ohren frisch und man hört den Song völlig anders und man macht dann einige Korrekturen daran.

Eure bisherige Geschichte klingt ein klein wenig wie im Märchen. 2004 das erste Demotape, nach dem es bereits einige Anfragen verschiedener Labels gab. Jetzt seid ihr bei Universal Music gelandet und euer Debütalbum „Eleven“ ist ein ziemlicher Erfolg. Habt ihr nicht manchmal Angst, dass die Kiste noch schiefgehen könnte?
Stefano Paolucci: Weißt Du, als wir angefangen haben, hatten wir nicht den definitiven, sehr ambitionierten Traum Rockstars zu werden. Wir haben Musik gemacht weil wir Spass hatten uns zu treffen, Bier zu trinken und Musik zu machen. Auf gut Deutsch gesagt, wir waren primär Freunde die sich treffen und Musizieren ohne grosses Ziel. Ich persönlich als Songschreiber drücke mich mit der Musik aus, das kann ich besser als mit Worten und ich entspanne mich dabei. Als wir dann das Demo aufgenommen haben, war das Interesse sehr gross und alle schrien nach einem Album, somit dachten wir: Ok, let’s do it. Dann wo wir das Album fertig hatten, kam der Deal und wir wurden regelrecht überrannt mit allem. Ehrlich gesagt, sind wir eine sehr faule Band (lacht) und wir waren eher überfordert mit der ganzen Situation. Wir müssen schon zugeben, dass wir sehr viel Glück hatten in der Vergangenheit. Jedoch auch wenn wir keinen Erfolg mehr hätten, würden wir uns treffen und Bier trinken. Das ist ja das geilste bei uns. Wir sind Freunde und wir machen Musik aus Spass. Wir würden vielleicht nicht mehr in grossen Hallen spielen mit bekannten Bands, jedoch in kleinen Clubs und würden Partymachen und extrem Freude daran haben, dass wir aus dem Alltag ausbrechen können.
Eure musikalischen Einflüsse auf „Eleven“ sind unverkennbar. Ich habe gehört, dass der Titel ein Tribut an „Ten“, das erste Album von Pearl Jam sein soll. Zufälligerweise hieß eure erste Singleauskopplung daraus auch noch „Alive“. Würdet ihr Pearl Jam als eine Art Vorbild für euch bezeichnen? Ich frage auch deshalb, weil ich selbst ein grosser Fan der Band bin.
Stefano Paolucci: Pearl Jam ist eine der grössten Bands überhaupt. "Eleven" war ein Tribut an sie. Wir machen zwar nicht den gleichen Sound, aber sie haben den Weg vorbereitet für unsere Zukunft. Wir haben natürlich auch andere Vorbilder, aber man kann sich leider nicht an alle anlehnen. (lacht)

Ihr habt schon als Support für Daughtry, Seether und vor kurzem für 3 Doors Down gespielt. Habt ihr die Bands dabei auch näher kennenlernen können oder schotten die sich da eher jede für sich ab?
Stefano Paolucci: Wir hatten erstaunlicherweise immer einen guten Draht zu all den Bands. Ich stehe nach wie vor in gutem Kontakt mit allen. Sprich wir SMS’en und schreiben uns Mails. Chris Daughtry hatte ja auch sein gutes Wort an Brad Arnold von 3 Doors Down eingelegt für uns. (grinst) Ich fühle mich sehr gesegnet all die Leute getroffen zu haben und dass sich eine so gute Freundschaft entwickelt hat. Guys if you read this, I love ya! (lacht)
Wie sieht so ein typischer Tourtag aus?
Stefano Paolucci: 1. Lange ausschlafen. 2. Frühstücken. Meistens ist es dann schon 16 Uhr abends. (grinst) 3. Soundcheck. 4. Dreißig Minuten vor der Show einsingen und einspielen. 5. Die Show spielen. 6. Feierabendbier trinken. 7. Die Show der Hauptband geniessen und lernen. 8. Mit der Hauptband herumhängen und Bier trinken. Und 9. Ab in den Bus und schlafen.
Gab es auf der letzten Tour irgendein besonderes Erlebnis, das ihr gerne erzählen möchtet?
Stefano Paolucci: Es gibt da einige. Eigentlich sind es mehr Gefühls-Situationen. Man hängt mit all den Jungs wie zum Beispiel mit 3 Doors Down in einem Raum und man macht zusammen Party. Plötzlich realisiert man was eigentlich los ist. Das ist unbezahlbar!

Wann können wir mit einem Nachfolger von "Eleven" rechnen?
Stefano Paolucci: Wir hoffen bald. Wir gehen im Dezember nochmals auf Clubtour nach Deutschland. Wir nutzen jeden freien Tag um ins Studio zu gehen und neue Songs aufzunehmen. Da wir in Berlin im Studio sind, ist es manchmal etwas schwierig wegen dem Timing.
Wenn ihr einen Blick in die Zukunft werfen könntet, was würdet ihr da die Band betreffend gerne sehen?
Stefano Paolucci: Wir sind sehr dankbar was mit uns passiert, aber wenn wir jetzt etwas träumen dürfen, würden wir einige hundert Konzerte in Europa geben und unsere Fanbase vergrössern. Wir lieben es in Deutschland zu spielen, da wir immer mit offenen Armen empfangen wurden. Wir freuen uns tierisch wieder "nach Hause" zu kommen!
Stefano, vielen Dank für das Interview!
Stefano Paolucci: Ich bedanke mich auch vielmals für das Interview und so long Deutschland! Wir sind bald zurück!
Ein Dankeschön auch an Winnie Viol von One.Louder PR & Musikmanagement (http://www.onelouder-pr.de/) für die freundliche Unterstützung!