Interview mit Wolf Maahn

(Wolf Maahn)

06.05.2008 von Thomas Kröll

Im vergangenen Jahr feierte Wolf Maahn sein 25jähriges Jubiläum als Solokünstler. Zu diesem Anlass ist er nach wie vor auf ausgedehnter „Direkt ins Blut 2 – (Un)Plugged“-Tour, von der im September 2007 auch ein gleichnamiges Live-Doppelalbum erschien. Anfang Mai veröffentlichte er dann die dazugehörige DVD, aufgenommen bei einer öffentlichen Recordingsession in den legendären Dierks Studios in Stommeln.

Seit 25 Jahren steht der Name Wolf Maahn für ehrlichen Rock, Soul und Rhythm & Blues mit Texten, bei denen sich jeder von uns wiederfinden kann. In der deutschsprachigen Musiklandschaft ist der 53jährige Wahl-Kölner längst eine Institution. Grund genug für Musicheadquarter um nachzufragen. Im Interview gibt Wolf Maahn ausführlich und gewohnt locker und entspannt Auskunft über seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit ihm sprach Thomas Kröll (alle Fotos von Markus Thiesen).

Als 1993 „Direkt ins Blut – (Un)Plugged“ Teil 1 rauskam, war es das bis dato erste Unplugged-Projekt eines deutschen Künstlers überhaupt. Hattest du je Zweifel, ob das Konzept auch 14 oder 15 Jahre später noch funktioniert?

Wolf Maahn: Nein, ich hatte keine Zweifel, dass es funktionieren kann, aber es ist schon immer so eine Art Wunder, wenn das tatsächlich klappt. Du kannst es natürlich machen und aufnehmen, aber du kannst nicht davon ausgehen, dass es auch auf jeden Fall gut wird. Es muss halt alles an diesem einen Tag funktionieren.

Es gibt die aktuelle Tour, es gibt das „Direkt ins Blut 2“- Live Album. Wie kam es zu der Entscheidung, das Ganze jetzt noch zusätzlich als DVD zu veröffentlichen?

Maahn: Als wir den ersten Teil gemacht haben, da gab es die DVD ja noch gar nicht. VHS gab es damals noch. Das hat aber niemand ernsthaft ins Auge gefasst. Als die DVD dann massentauglich wurde, hat die EMI (EMI Electrola, Wolf Maahns damalige Plattenfirma, d.Red.) gesagt, lasst uns eine DVD machen. Und die war ja auch kommerziell erfolgreich. Wir wollten diesmal halt nicht so lange warten. Ich hätte es auch schon fast gleichzeitig mit dem Live Album machen können. Das ging nur deswegen nicht, weil der Cutter und der Regisseur keine Zeit hatten. Und ich war ja selbst auch auf Tour.

Du hast an anderer Stelle gesagt, dass du für die DVD-Aufnahmen aus über 100 Songs etwa 50 für die Proben ausgewählt hast und dass dieser Prozeß schon schwierig genug war. Ich mache es dir jetzt noch schwieriger. Wenn du nur fünf Stücke hättest auswählen dürfen, welche wären das gewesen und warum? Oder ist das unmöglich?

Maahn: Nee, ich glaube, das ist unmöglich. Das ist wirklich unmöglich. Das ist ja gerade das Tolle bei den Liedern, dass mir heute die fünf gut gefallen und morgen sind es andere fünf. Das ist eine gemeine Frage. Du kannst mich genauso gut fragen, was ich lieber auf eine Insel mitnehmen würde. Meine Gitarre oder meine Frau (lacht)?

Ich habe dich jetzt schon einige Male live gesehen. Auf der Bühne und auch auf der neuen DVD wirkst du immer so, als würdest du gerade Freunde besuchen und nicht ein Konzert spielen. Ich meine, du wirkst jedes Mal so unglaublich locker und gut drauf, vollkommen entspannt. Kommt das aus deinen 25 Jahren Erfahrung heraus oder ist es einfach das Grösste für dich Musik machen zu können?

Maahn: Es ist von allem etwas. Es ist auf jeden Fall eine gewisse Sicherheit da, wenn man soundsoviele Konzerte gemacht hat. Es ist sicher auch die reine Freude, weil man auch vieles andere zu tun hat, was mit Musik nicht mehr viel gemein hat. Heutzutage musst du dich als Musiker um alles mögliche kümmern. Wenn du aber auf der Bühne stehst, weißt du warum du Musiker geworden bist. Wenn der Sound halbwegs gut ist, hast du sofort Spass. Dazu kommt das Erlebnis mit den Leuten. Ich bin auch so ein bisschen eine Rampensau (lacht). Wenn ich auf die Bühne komme und ich sehe die Leute, dann passiert irgendwas mit mir was ich nicht näher erklären kann. Und das war eigentlich schon immer so. Wobei, je erschöpfter ich gegen Ende des Konzertes werde, desto weniger locker bin ich dann natürlich auch. Ich versuche dann einfach so gut wie möglich zu singen und alles andere tritt in den Hintergrund. Man muss sich ja auch schon sehr konzentrieren. Bei den DVD-Aufnahmen haben wir tatsächlich nichts ausgebessert. Dann muss man schon sehr aufpassen. Falsche Akkorde reinzusemmeln kommt da nicht so gut. Die Ansprüche, die ich an mich selber habe, sind noch dazu sehr hoch.

Wenn du mal auf deine letzten 25 Jahre als Musiker zurückblickst, welche Dinge sind dir da besonders im Gedächtnis geblieben? Positiv wie negativ.

Maahn: Hm, wir reden von vielleicht 30 Jahren, denn bevor ich meine Solokarriere gestartet habe, gab es ja schon die Food Band. Da gibt es viele Geschichten. Im Bonusmaterial der DVD hörst du ja auch, wie ich zwei Kostproben erzähle. Ich habe tatsächlich auch schon mal überlegt ein Buch mit Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Mit Geschichten die das Leben schreibt. Um da jetzt eine besonders hervorzuheben würde ich echt lange überlegen müssen. Es sind einfach zu viele. Von den Highlights auf der Bühne war es sicherlich die Rockpalast-Nacht als der Karriereschub. Aber auf der Bühne selber habe ich eigentlich vorwiegend gelitten. Weil ich eine Neuralgie quer über die Brustwirbel hatte, musste ich eine Salbe nehmen und man hatte mir nicht gesagt, dass die anfängt zu brennen, wenn man schwitzt. Das heisst, ich hatte zwar keine Schmerzen mehr, stand aber auf der Bühne und hatte dieses Brennen der Salbe eigentlich das ganze Konzert über (lacht). Aber vielleicht hat mich das auch von der Nervosität abgelenkt, denn da war ich tatsächlich so nervös wie noch nie.

Das war ja auch eine grosse Geschichte damals.

Maahn: Manchmal denke ich, dass der Rockpalast vielleicht sogar ein Jahr zu früh gekommen ist. Wir waren noch eher frisch und neu. Und dann wirst du direkt in 17 Länder live ausgestrahlt, dazu in der ARD und noch dazu als erste deutsche Band in der Rocknacht. Da musste man mich auf die Bühne schieben, so nervös war ich. Ich traute mich gar nicht raus. Das Verrückte ist, dass die Musik dann auch immer wieder trägt. Wenn du mit dir selber ein Problem hast und dich in die Musik reinfallen lässt, dann trägt sie dich. Wahrscheinlich würdest du dann noch im Liegen weitersingen (lacht). Wer diese Tür zur Musik aufmachen kann, der hat auch eine grosse Tankstelle, wo er immer wieder Kraft bekommt. Für mich kann ein Tag auch eine spektakuläre Wende nehmen, wenn ich einen tollen neuen Song höre. Und wenn ich den dann sogar noch selber schreibe, dann ist dieser Tag ein goldener Tag.

Du hast die Idee mit dem Buch angesprochen. Hast du schon mal darüber nachgedacht ein Gitarrenbuch, also eins mit Tabs und Akkorden, zu veröffentlichen?

Maahn: Das sieht tatsächlich sehr gut aus. Ich war deswegen in Berlin und habe mich mit Bosworth getroffen. Das ist ja ein grosser Songbookverlag. Wir sind uns eigentlich einig, dass wir das machen. Jetzt ist nur noch die Frage wann es denn passiert. Ich sage mal, im Laufe der nächsten zwölf Monate. Frag mich jetzt noch keine Details, aber ich schätze, es werden so vierzig Songs werden.

Du hast eben gesagt, dass an einem Tag, an dem du einen tollen Song schreibst, für dich nichts mehr schief gehen kann. Woher nimmst du denn die Ideen für deine Texte?

Maahn: Ich bin da Jäger und Sammler. Das ist das erste Stadium. Du guckst dir die Dinge an, du schaust vielleicht manchmal ein bisschen genauer hin und hast ein paar Zeilen, die du einfach notierst. Irgendwann hast du ein ganzes Repertoire und Sammelsurium von Aphorismen. Auf der anderen Seite entsteht Musik und dann fängst du an zu gucken, welche Idee oder welches Thema passt zu der Musik. Und wenn du Glück hast, fügen sich auf einmal ganz viele Zeilen, die du da rumliegen hast in den Song. Der letzte Schritt ist eigentlich immer der anstrengendste. Wenn du eigentlich schon weißt, was du sagen willst und du hast auch schon viele gute Zeilen, aber es fehlen halt noch sieben oder acht. Selbst da wüsstest du was du sagen willst, aber es geht rhythmisch oder reimmäßig nicht. Das ist dann die Zeit, wo man mich am besten vier Wochen wegsperrt (lacht). Ich lasse mich sonst zu leicht und zu gerne ablenken.

Muss ich mir das also jetzt so vorstellen, dass du ständig mit einer dicken Kladde unter dem Arm durch die Gegend läufst? Also bei mir wären sonst alle Ideen wahrscheinlich zwei Minuten später wieder weg aus dem Kopf.

Maahn: Nein, ich habe da so meine Tools. Das eine ist ein altes Diktaphon, das ich immer dabei habe. Da landen natürlich vor allem musikalische Sachen drauf, aber auch die eine oder andere Textzeile. Beim Autofahren kann ich ja nicht unbedingt was aufschreiben. Dann spreche ich das da drauf. Die Kladde gibt es aber auch (lacht).

Die Kölner Musikszene hat ja schon so einige grosse Namen hervorgebracht. Da bist du, da sind BAP, Brings, Gerd Köster usw. Gibt es da Kontakte untereinander? Ich meine, schaut man sich da gegenseitig über die Schulter oder hilft sich? Oder ist das zu sentimental gedacht?

Maahn: Wenn man sich trifft, sind die Kontakte auf jeden Fall gut. Aber man trifft sich eigentlich nicht so oft. Die Kölschen, also die Kölschsingenden, drehen sich auch so ein bisschen um sich selber, habe ich den Eindruck. Was Köln nicht unbedingt gut tut. Dass da immer die Selben mit den Gleichen auf der Bühne stehen und arbeiten. Ich glaube, dass Köln schon mal wichtiger war in der Musiklandschaft Deutschlands. Das ist vielleicht ein Teil des Problems. Man müsste sich in Köln auch mehr öffnen für Musiker aus anderen Städten oder diese reine Kölsch-Clique irgendwie aufbrechen. Es sind zu oft die gleichen Verdächtigen auf der Bühne.

Du bist ja eigentlich auch längst ein „Kölsche Jung“, obwohl du nicht in Köln geboren und aufgewachsen bist. Was macht für dich das Besondere an Köln aus?

Maahn: Die Stadt ist sehr extrovertiert und sehr kommunikativ. Das ist das erste. Deswegen hat Köln die Popkomm ja auch all die Jahre so gut über die Bühne bringen können. Zu all diesen vielen Konzerten gingen genug Leute hin. Das ist in Berlin, wie wir wissen, ja nicht überall so. Also, Köln hat ein wesentlich besseres Publikum für so eine Art von Veranstaltung. Die Leute sind ausgehfreudig, es gibt wahnsinnig viele Kneipen und es gibt natürlich auch viele Roots, musikalisch gesehen. Man kennt viele Musiker und Studios über die Jahre. Trotzdem ist es so, dass diese Art von Zusammenarbeit, die möglich wäre, immer seltener wird. Es wären viel mehr Symbiosen möglich als tatsächlich passieren.

Kommen wir noch mal kurz auf die aktuelle Tour zu sprechen. Ihr macht jetzt erst mal Pause bis Anfang Juni und dann geht es weiter bis Januar nächsten Jahres. Du bist viel unterwegs. Wie sieht so ein Tag auf Tour bei dir normalerweise aus?

Maahn: Platz eins ist lange schlafen. An zweiter Stelle hoffen, dass das Hotel eines ist, das noch bis 12 Uhr Frühstück serviert. Desweiteren sind leider immer wieder viele lange Wege dabei. Da hängt man dann sehr oft fluchend im Stau. Was ich dadurch versuche abzumildern, indem das Auto immer voll mit Musik ist. Entweder höre ich eigene Demos oder alle möglichen neuen Platten. Lange Fahren ist für mich eigentlich ein fester Bestandteil meines kreativen Prozesses geworden. Die fahrende Disco, das fahrende Tonstudio (lacht). Wenn man ankommt, ist der Zeitplan ja immer schön festgelegt und das finde ich traumhaft. Also dann und dann ist Get In, dann ist Soundcheck, dann Dinner und dann ist immer noch eine halbe Stunde Entspannung vor dem Konzert. Da hast du immer ein schönes Timing. Wenn du nicht auf Tour bist, musst du dich erst wieder daran gewöhnen, dass du dir deinen Tag selbst zusammenzimmern musst.

Du hast gesagt, dass du auf den Fahrten Musik hörst. Welche Musik hört Wolf Maahn denn privat?

Maahn: Wo fange ich da jetzt an? Was ich im Moment höre, ist zum Beispiel das vorletzte Album von Snow Patrol. Ein wunderbares Album. Ich finde deutsche Sachen auch sehr gut. Einiges Neues, wie Clueso. Ich finde auch Ich & Ich sehr gut, auch wenn das im Moment nicht so originell ist zu sagen. Wirklich geil und ich gönne denen auch jeden Erfolg. Ich finde, die haben eine sehr gute Energie. Annette Humpe fand ich schon immer eine hervorragende Schreiberin und Sängerin. Eigentlich schade, dass sie selber nur so wenig singt. Das geht weiter mit sehr viel Reggae, Dub-Reggae. Durchaus zwischendurch auch alte Soul-Sachen. Es gibt lustigerweise vieles Neues was aus England kommt, wie Duffy oder Amy Winehouse, das wieder sehr nah an dem Sechziger Jahre Soul dran ist. Mich interessiert dann auch oft die Produktionsweise von Sachen.

Würdest du denn auch selbst noch mal als Produzent für jemanden arbeiten, wie du es in der Vergangenheit schon für Wolfgang Niedecken, Klaus Lage, Purple Schulz oder The Piano has been drinking getan hast?

Maahn: Also wenn was daherkommt, was wirklich interessant ist oder so für zwischendurch, wie etwa eine Single, dann würde ich das schon in Erwägung ziehen. Aber dummerweise habe ich seit ich mein eigenes Label habe (Libero Records, d.Red.) auch nicht unbedingt mehr Zeit. Da muss man sich um alles mögliche kümmern. Ich habe zwar mein Netzwerk von Leuten, die mir helfen, aber irgendwann kommen die halt alle zu mir und fragen mich, ob man etwas so oder so machen soll. Ich habe jetzt eigentlich das erste Mal seit August letzten Jahres auch mal wieder ganze Tage, an denen ich einfach das mache wozu ich gerade Lust habe. Bis dahin war eigentlich jeder Tag verplant.

Dein letztes Studioalbum „Zauberstrassen“ liegt jetzt vier Jahre zurück. Im Rahmen von „Direkt ins Blut 2“ gab es zwei neue Songs. Wann können wir mehr neues Material von dir erwarten?

Maahn: „Zauberstrassen“ drängt ja sozusagen auf ein Re-Release. Das wird auch wahrscheinlich das nächste sein, womit ich mich beschäftige. Ich habe damals die Rechte von Universal mitbekommen. Universal hat die Platte einfach nicht anständig betreut. Das Label „Motor“, auf dem auch ich drauf war, wurde in der Woche aufgelöst, in der die Platte rauskam. Wenn du zweieinhalb Jahre an einer Platte arbeitest und in der Woche, in der sie veröffentlicht wird, löst sich das hausinterne Label auf und keiner ist mehr so richtig zuständig, hilft das natürlich keinem. Ich habe alle Rechte rausgehandelt wo es nur ging. Natürlich möchte ich „Zauberstrassen“ nicht nur so veröffentlichen wie es war, sondern der Platte einen neuen kreativen Input geben. Ich weiß noch nicht genau, wann das kommt, aber da könnten dann auch neue Songs drauf sein. Ansonsten sammele ich die neuen Songs natürlich alle für ein neues Album in 2009. Da reden wir aber eher vom späten 2009.

Vielleicht eine etwas schwierige Frage: Wenn du dich selbst jemandem beschreiben müsstest, der dich nicht kennt, was würde dabei herauskommen?

Maahn (lacht): Du hast echt gute Fragen... Wie willst du das selber beurteilen? Ich meine, ich könnte jetzt sagen, ich bin echt cool, großartig und schlank (lacht). Ich versuche freundlich und respektvoll zu sein, kann manchmal vielleicht auch etwas vertrottelt sein. Wenn ich zum Beispiel so Sendungen wie „Promi Dinner“ mache. Das war beispielsweise eine Aktion, wo ich nicht immer ganz bei der Sache war. Das passiert mir halt manchmal, weil ich mich im Kopf mit so vielen kreativen Dingen beschäftige. Dann laufe ich wie so ein verrückter Professor durch die Gegend. Das könnte manchmal auffallen.

Wie kam diese Promi Dinner-Geschichte eigentlich zustande?

Maahn: Das ist eine der Lieblingssendungen meiner Frau. Irgendwann kam die Anfrage, ob ich nicht Lust hätte da mitzumachen. Da war ich aber gerade auf Tour und hab gesagt, dass es nicht geht. Aber vielleicht ein anderes Mal. Und dann wurde halt noch mal angefragt und dann war ich sozusagen dran, denn da war ich nicht mehr auf Tour. Allerdings lag ich vor den Dreharbeiten die ganze Woche im Bett und war krank. Ich bin also quasi direkt aus dem Bett vor die Kameras. Das ganze Haus wurde zum Fernsehstudio. Das war auch gewöhnungsbedürftig.

Ich hoffe deine Frau hat dir die Granatapfelflecken in der Küche inzwischen verziehen...

Maahn (lacht): Das war glaube ich kein Granatapfel. Ich habe ja davor noch einen Probedurchlauf hinbekommen und da hat alles geklappt. Ich verstehe auch nicht so wirklich, wie man diese Obstform richtig schlachtet. Und dann ich. Wenn am Haus Schaden entsteht, dann hole ich ja sofort den Werkzeugkasten. Ich bin der Heimwerker (lacht). Das mache ich gerne mal zwischendurch. Zum Ausgleich ziehe ich dann meinen Overall an und spiele Hausservice.

Kommen wir noch mal zurück zur Musik. Du warst auch immer ein sehr politisch motivierter Mensch. Ich erinnere nur an die Band für Afrika 1985 oder „Rock for Bosnia“ 1996. In dieser Richtung hört man in den letzten Jahren fast gar nichts mehr von dir. Gibt es dafür Gründe?

Maahn: Für mich sind die Kapazitäten nicht da um so was selber zu machen. „Rock for Bosnia“ waren zum Beispiel neun Monate Arbeit, wenn du die ganze Vorbereitung und Nachbereitung zusammen nimmst. Ich habe mich ja noch monatelang mit dem Finanzamt der Stadt Dortmund gestritten, ob von den Erlösen die Mehrwertsteuer erlassen werden kann. All das sollten einfach lieber andere machen. Wenn mich jemand anspricht, bin ich natürlich offen für verschiedenes. Es gibt ja auch Sachen, wo ich nicht selbst initiiere, sondern nur als Künstler teilnehme. Das mache ich auch weiterhin von Zeit zu Zeit. Am 17. Mai mache ich in Wuppertal ein Benefiz für ein Schülercafé. Also eines, wo Schüler hinkommen und zu Mittag essen aus Familien, in denen ein Mittagessen leider nicht mehr so selbstverständlich ist. Um das aber selber zu initiieren, da sollten sich eher organisatorisch besser begabte Menschen ein Herz fassen. Aber ansprechbar bin ich auf jeden Fall.

Bist du mit dem bisherigen Verlauf der Tour zufrieden? Gibt es zum Abschluss noch irgendeine lustige Geschichte, die du gerne erzählen möchtest?

Maahn: Ich muss mir noch mal die Tourliste ins Gedächtnis rufen. Wir haben ja auch eine Zeitlang ein Tourtagebuch geschrieben, sind dann aber irgendwann nicht mehr dazu gekommen das fortzuführen. Was mir einfällt ist Idstein. Da haben wir in der Scheuer gespielt, die eigentlich ein bisschen klein für uns war und restlos ausverkauft. Die Leute drängten so, dass man dachte, die kommen gleich noch mit auf die Bühne, weil alles so eng war. Und eine Sache war etwas ungewöhnlich. Nämlich dass Markus (Wienstroer, d.Red.), der Leadgitarrist, hinter einer Säule stand. Anders ging es nicht. Das heisst, das Publikum hat ihn nur sporadisch gesehen. Das hat mich so an die Konzerte Anfang der Achtziger erinnert, wo man auch oft in solchen kleinen Läden spielte. Hauptsache spielen, egal wie. Aber ein Gitarrist, der das ganze Konzert über hinter einer Säule steht, ist schon was Lustiges.

Wir bedanken uns für das sehr nette Gespräch!

Danke auch an Eric Rauch vom Promoteam Schmitt & Rauch für seine freundliche Unterstützung!

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Newsletter abonieren! RSS Feed abonieren!
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
myMTVmobile