“Castle of Joy” – Wallis Bird beim Burg Open Air in Freudenburg

Die Burg Freudenburg ist zwar nicht ganz leicht zu finden, bietet dafür aber die perfekte Kulisse für eine Open Air Veranstaltung. Ein bunt gemischtes Publikum hat sich an diesem wunderbaren Frühsommerabend auf dem Rasenplatz zwischen den Burgruinen versammelt um die irische Songwriterin Wallis Bird zu erleben. Nach ihrem erfolgreichen Solo-Auftritt beim letztjährigen Songwriter-Festival in Saarburg war sie diesmal mit kompletter Band angereist.

Zunächst sind aber noch zwei Special Guests am Start. Den Anfang macht die Band Keston Cobblers Club, die mit schwungvollem Folk für Stimmung sorgen und vereinzelte Zuhörer sogar zum Tanzen bewegen können. Die fünf Musiker beherrschen von Tuba über Mandoline bis zum Akkordeon fast alle erdenklichen Instrumente und überzeugen außerdem mit tollem Harmoniegesang – ein gelungener Auftakt für das Burg Open Air.

Anschließend betritt die Schweizerin Anna Aaron mit ihrer Band die Bühne und präsentiert ihre rockigen, recht speziellen Songs. Ihr starker Gesang gleitet immer wieder in sphärische Passagen ab und mit Hilfe einer Loop-Station schafft sie faszinierende, aber auch verstörende Sound-Landschaften. Ein spannender Auftritt, aber für einen Großteil des Publikums wohl etwas zu anspruchsvoll.

Das Equipment jeder Band muss auf der kleinen Bühne zwischendurch immer komplett abgebaut und wieder neu aufgebaut werden, und so ist es bereits dunkel und recht frisch, als Wallis Bird endlich am Start ist. Dann aber heizt das musikalische Energiebündel den Zuhörern gleich ordentlich ein mit „Communion“, einer kraftvollen Nummer aus ihrem neuen Album „Architect“. Dieses steht im Mittelpunkt ihres Programms und ist an diesem Abend fast vollständig zu hören. Dazwischen gibt es aber auch ältere Songs, wie „Blossom“ oder das Liebeslied „To My Bones“.

Wallis nimmt ihr Publikum von Anfang an voll mit, sorgt zwischendurch mit ihren Ansagen in einer Mischung aus Deutsch und Englisch für Erheiterung und bringt wieder einige Gitarrensaiten zum Reißen. Aber auch die anderen Bandmitglieder geben alles, wechseln zwischen verschiedenen Instrumenten und lassen sich selbst durch kleine Pannen wie instabile Mikros nicht aus der Ruhe bringen. Sogar der Schlagzeuger verlässt mal seinen Platz hinter den Drums und beweist sich beim atmosphärischen „Holding A Light“ als talentierter Beatboxer. Mit Songs wie „Gloria“ und „Hardly Hardly“ hält die Band das Energielevel hoch, bis sie sich mit „Encore“ erstmals von der Bühne verabschiedet.

Zur ersten Zugabe kommt Wallis alleine mit Gitarre zurück und sorgt für Gänsehaut, indem sie „In Dictum“ komplett unplugged singt und im Refrain dabei von mehrstimmigem Gesang des Publikums unterstützt wird. Zu „The Circle“ kommt dann nochmal die Band dazu und beschließt mit diesem Song über Freundschaft ein gelungenes Open Air.

Empfehlungen zu