Isaac Gracie im Hackney Empire, London 26.04.2018

DATUM» 26.04.2018
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Der Londoner Singer/Songwriter Isaac Gracie hat seit dem Release des gleichnamigen Debütalbums eine kontinuierliche Entwicklung nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch in Deutschland hingelegt. Sang der 23-jährige in seiner Teenagerzeit noch in einem Knabenchor und auf den kleinsten Open Mic Bühnen Großbritanniens, steht ihm heute Abend das altehrwürdige Hackney Empire für seine Musik zur Verfügung. Das Theater im Norden Londons besticht nicht nur durch seine mittelalterliche Fassade mit Wandgemälden und Kronleuchtern, sondern auch durch eine Empore inklusive Samtsitzen von denen man einen hervorragenden Blick auf den Innenraum und die Bühne hat.

Das Hallenlicht verdunkelt sich. 900 Menschen strecken die Bierbecher und Hände in die Höhe und singen rhythmisch zu den ersten Klängen von All in Mind. Begleitet wird Isaac Gracie dabei lediglich von Bass und Schlagzeug. Doch die sind eigentlich komplett überflüssig: Isaac hätte genug Bühnenpräsenz, um eine ganze Arena zu unterhalten. Das liegt nicht zuletzt an seinem Outfit in Form von roter Schlaghose und Hawaiihemd. Abgesehen davon ist seine musikalische Qualität nicht abzustreiten. Jeder Ton sitzt wie ein Brett, was besonders deutlich bei der ruhigeren Nummer Terrified auffällt. Mit voller Band kann er es jedoch auch krachen lassen: The Death of You and I lässt den Boden Hackneys vibrieren und Füße schweben. Stroboskoplicht untermalt die Rock ’n‘ Roll Attitüde, die Gracie immer wieder durchblicken lässt. Und dennoch hat die Stimmung eine Leichtigkeit, die auf den letzten Konzertbesuchen nicht immer gegeben war. Die Zuschaer lassen sich von den Klängen über das Leben, die Trauer und das Glück über 80 Minuten und durch 15 Songs lang treiben und versinken in Tagträumen zu Revverie, bis sich der Musiker mit Running On Empty verabschiedet.

Typisch britisch bedankt sich Gracie artig abwechselnd beim Publikum sowie bei seinen Musikern und betont mehrmals wie wunderbar dieses britische Tourfinale ist. Er hatte weniger Skrupel, seinen Freunden das Kleingeld für seine Gigs aus der Tasche zu ziehen, als völlig Fremden einen Zwanziger abzuknöpfen.

Die Zugabe Last Words wird lautstark mitgesungen und von vielen Handys aufgenommen, was leider der Stimmung ein wenig schadet. Interessant ist es zu beobachten,  wie die Security auf den Sitzrängen akribisch darauf achtet, dass keine Fotos gemacht werden. Immerhin geht das Publikum im Innenraum voll mit und singt die letzten Momente des Konzert alleine.

Isaac Gracie ist in diesem Monat in mehreren Städten in Deutschland zu sehen. Und eines ist sicher: So günstig wird man den Londoner Newcomer nicht mehr zu Gesicht bekommen. Denn bei seiner nächsten Tour werden es nicht mehr Clubs, sondern Konzerthallen wie das Hackney Empire sein, welche er mit seiner Musik unterhalten wird.

 

Setlist

  • All in My Mind
  • That Was Then
  • Terrified
  • Telescope
  • When You Go
  • Love (Ain’t Always So Good)
  • All the Burning Lovers
  • Silhouettes of You
  • One Night
  • Darkness of the Day
  • The Death Of You And I
  • Running On Empty
  • Reverie

Encore:

  •  Hollow Crown
  • Last Words