Alles auf Neustart! Whiteriver mit „Warmth”

VERÖFFENTLICHUNG» 06.07.2018
BEWERTUNG» 6 / 9
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Spätestens seit dem Durchbruch der Krefelder Callejon ist der deutsche Metal- und Hardcore – als Überbegriff – im Populären angekommen. Seitdem finden sich immer mehr Formationen von Köln bis nach Berlin, von Hamburg bis zum Bodensee um zusammen und Hardcore zu einer Renaissance zu verhelfen.

So auch die Siegener Combo WHITERIVER. Das Quintett, das unter der Flagge von Redfield Digital läuft, steht mit Album Nummer zwei, „The Warmth“ in den Startlöchern. Konnte schon das Debüt „A Beautiful Place To Hide“ durchaus überzeugen, hat die Band nach dem Sängertausch einen wesentlich glatteren und ‚weinerlichen‘ Sound (gut zu hören beim damaligen „Set and Setting“), der damals den Unterschied zwischen einem ordentlichen und guten Debütalbum machte.

Nein, der Wechsel am Mikrofon hat sich ausgezahlt für Whiteriver: Die erste Single Fall klingt zum Beispiel so, als ob Metalheads mit einer Peitsche hinter dir im Pit stehen und dich anfeuern weiter Fäuste auszuteilen. Der ruhige Mittelpart bietet dazu einen schönen Kontrast, ehe zu Hiver sogar eher Feuerzeuge als Fäuste in die Luft gehen könnten. Dass die lauteren Parts der Band besser stehen hört man allen voran bei Wasted, die mit Tempowechseln und peitschenden Strophen erste Circle Pits an frühen Nachmittagen des With Full Force oder Reload Festival auslösen könnte. Sänger Anatoly Kalyuk hängt dabei ein wenig zwischen den Welten und kann sich nur nicht ganz entscheiden, ob er nun shouten oder in den Gesang übergehen will, was dem Ganzen jedoch keinen deutlichen Abbruch tut. Auf dem einminütigen Titeltrack von Warmth, folgt der musikalische Höhepunkt des Albums: Die nahezu prophetische Anklage an die Gesellschaft im Pre-Chorus von On Par, gefolgt von runterbrechenden Gitarrenwänden, geben einem das Bedürfnis mit der bloßen Faust Mauern einzureißen.

So zieht sich das  zweite Album von Whiteriver über insgesamt zwölf Songs und klingt dabei sowohl sound- als auch stimmtechnisch ausgereifter und runder als der Erstling. Bleibt nur zu hoffen, dass das lokale und regionale Konzertveranstalter auch so sehen und dem Fünfer eine Chance geben.