Marillion: „All One Tonight“ – Livealbum aus der Royal Albert Hall 2017

VERÖFFENTLICHUNG» 27.07.2018
BEWERTUNG» 9 / 9
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Marillion All One Tonight - Live At The Royal Albert Hall bei Amazon bestellen

2016 haben Marillion mit „F.E.A.R.“ ein herausragendes Album raus gehauen. Vielleicht das Beste in ihrer Karriere mit Sänger Steve Hogarth, der bereits 1988 das Zepter von Altmeister Fish übernahm. Seitdem haben sich Marillion stetig weiter entwickelt und sind einerseits Garant für ganz speziellen und zum größten Teil fantastischen Progressive Rock („Brave“, „Afraid Of Sunlight“, „Marbles“), andererseits gehören sie aber auch zu den am meisten unterschätzten Band im Rock- und Popbereich überhaupt, da man sie wahlweise gern vorurteilsmäßig als schottische Metalband oder als 80er-Genesis-Klone abhandelt. Beides ist absoluter Blödsinn. Vielmehr sind sie Vorreiter in vielen Bereichen: Ihr melodischer Artrock der 90er Jahre hat Generationen von Publikumslieblingen wie Gazpacho, Radiohead, Muse oder Coldplay beeinflusst. Sie haben quasi das Crowdfunding erfunden, als sie sich eine Nordamerika-Tour und ein Studioalbum von ihren Fans vorfinanzieren ließen. Und sie sind ein Paradebeispiel für Fan-Nähe, seit sie im Zweijahresrhythmus einen kompletten Centerpark anmieten, um ihren Anhängern exklusive Konzertabende vom Feinsten zu bieten.

„F.E.A.R.“ ist das neunzehnte (!) Studioalbum der Band. Dass es zugleich als eines ihrer Besten gilt, ist auch ein Phänomen – werden doch die sonstigen Heroen der 80er meist an ihren ersten Werken gemessen. Marillion haben es nicht einmal nötig, überhaupt einen Song zu spielen, der älter als dreißig Jahre ist. Stellen wir uns das doch mal bei Deep Purple, Manfred Mann’s Earth Band oder Saga vor. Die Fans wissen, was auf sie zukommt. Und Rufe nach „Kayleigh“ oder gar „Grendel“ gibt es schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Man bejubelt, dass Marillion ihr aktuelles Album seit Erscheinen auf den meisten Konzerten quasi komplett spielen. So überzeugt sind sie von ihrer Musik. Und so erfolgreich läuft die sogenannte „Theatre Tour“, die das Quintett momentan hauptsächlich in Locations mit sitzendem Publikum führt.

In diesem Zuge spielten Marillion am 13. Oktober 2017 zum allerersten Mal in der Royal Albert Hall in London. Das Konzert war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und das Publikum, welches aus verschiedenen Teilen der Welt angereist war, wurde mit einer herausragenden Marillion Show belohnt. In zwei Teilen präsentiert “All One Tonight – Live At The Royal Albert Hall” zunächst das komplette, von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeierte Album „F.E.A.R.“ (die Abkürzung steht übrigens für „Fuck Everyone And Run“). In dem konzeptionell angelegten Album geht es um das Wegsehen und Davonlaufen. Auch darum, dass alles Übel der Welt aus Angst entsteht, während das Gute von der Liebe kommt. So enthält „F.E.A.R.“ fünf Songs, die sich in siebzehn Abschnitte gliedern. Steve Hogarth zieht alle Register seines stimmlichen Könnens. Er schwelgt, belehrt, jammert und wütet. Er windet sich durch alle Tonlagen – manchmal kurz vor der Hysterie. Ebenso stark agiert Gitarrengott Steve Rothery. Seine Soli sind das Salz in der Suppe, während Bass und Keyboards unentwegt Atmosphäre kreieren. „The New Kings“ behandelt die Macht der Banken, „El Dorado“ setzt sich mit der politischen Situation in Großbritannien auseinander, „The Leavers“ widmet sich mit melancholischen Pianoklängen den Menschen, die immer wieder Abschied nehmen.

Begleitet von einer beeindruckenden Lichtshow und Projektionen spielen Marillion ihren prägnanten und prägenden Zeitgeist mit unvergleichbarer Leidenschaft und Energie. Es ist ein Fest, dieses Livekonzert in der Kulisse des altehrwürdigen Londoner Konzertsaals zu erleben – wenn auch nur am heimischen Fernseher.

Die zweite Hälfte stellt „In Praise Of Folly and Guests“ vor, ein Streicherquartett mit Flöte und Französischem Horn, das dem Rest der Show mit einigen der beliebtesten Marillion Livesongs zusätzliche Tiefe und Emotionen verleiht. Da erklingen „Afraid Of Sunlight“, „Man Of A Thousand Faces“ und das epische „Neverland“ in ganz neuer Pracht. Der Mitschnitt entstand unter der Regie von Tim Sidwell und wurde aufgenommen und gemixt von Michael Hunter. Die Blu-ray erscheint mit exklusivem Bonus-Material wie z.B. der 35-minütigen Dokumentation „We Will Make A Show“. Wer hören und erleben will, was Marillion im Jahr 2018 tun und wie sie klingen, liegt hier goldrichtig – egal ob er CD, DVD oder Blu-ray wählt.

Wer sich live überzeugen will, hat Möglichkeiten:

  • 23.11.2018          Frankfurt, Germany – Jahrhunderthalle
  • 25.11.2018          Essen, Germany – Colosseum (Sold Out)
  • 26.11.2018          Essen, Germany – Colosseum
  • 28.11.2018          Berlin, Germany – Admiralspalast
  • 29.11.2018          Erfurt, Germany – Alte Oper
  • 01.12.2018          Bremen, Germany – Musical Theater
  • 02.12.2018          Hamburg, Germany – Mehr Theater
  • 04.12.2018          Stuttgart, Germany – Hegel Saal
  • 05.12.2018          Vienna, Austria – Gasometer

 

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