Das SUMMERBLAST Festival in Trier 2018 – ein Statement zum Exhaus

ein Dutzend Bands - Hardcore war Trumpf - das ExHaus muss weiterleben!

Photo credit: Ensch Media
DATUM» 18.08.2018
VENUE»

„Rettet das ExHaus“ lautet die Devise im Jahr 2018. Wer die Einrichtung und den Konzertort in Trier nicht kennt: Das Exzellenzhaus ist ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum. Die Schwerpunkte liegen zum einen in der Jugendarbeit und zum anderen in der Förderung von Jugendkultur. Das Haus wird von einem Verein verwaltet, der von der Stadt finanziell unterstützt wird. Durch einen Kinderhort und verschiedene sozialpädagogisch betreute Freizeitangebote für Jugendliche erfüllt es eine wichtige Funktion im Stadtteil Trier-Nord, einem sozialen Brennpunkt in der ältesten Stadt Deutschlands. Es stellt außerdem Bands der regionalen Musikszene Probe- und Aufführungsräume zur Verfügung.

Seit über 40 Jahren selbstverwaltet steht es momentan nicht gut um das ExHaus: Brandschutzauflagen haben die Kapazität der Räumlichkeiten eingeschränkt, der Trägerverein ist insolvent, umfangreiche Baumaßnahmen stehen an. Da das Haus der Trierer Szene wichtig ist, haben sich viele Unterstützer der Aktion „Rettet das ExHaus!“ und der Kampagne „Werde ExFreund/in“ angeschlossen. Man kann einiges tun, um das Haus zu unterstützen: Spenden, sich öffentlich zu der Einrichtung bekennen, ein T-Shirt „ExFreund/in“ erwerben – und natürlich die vielen Konzerte besuchen, die im Jahr 2018 an Quantität und Qualität enorm zugenommen haben. Auch ein Zeichen von Solidarität!

So fand am 18. August 2018 das „Summerblast Festival“ endlich wieder auf der Sommerbühne statt, ein bekanntes Musikfestival aus den Bereichen Metalcore, Hardcore, Punk, Deathcore, Post-Hardcore und Emocore. Zwölf Stunden lang wurde der Innenhof des ExHauses beschallt. Elf Bands sorgten für ausgelassene Stimmung und laute Töne. Das Festival war leider nicht ausverkauft, aber sehr gut besucht – und die Hartgesottenen, die den kompletten Tag mit Bier und Hitze überstanden hatten, konnte man am Abend gut in der Menge ausmachen.

Wer war alles am Start? Den Anfang machten die Lokalmatadoren I Am Noah aus Trier. Ich selbst war so früh noch nicht auf dem Gelände, aber ich habe mir sagen lassen, dass der Auftritt der Trierer Metalcore-Band ein erstes Highlight war und man von dieser Truppe noch einiges hören wird. Es gab Bands aus Australien, Kanada, UK und den USA. Spielarten wie Deathcore, Metalcore, Hardcore – gerne auch in der melodischen oder punkigen Variante.

Ich trudelte erst zu den Australiern DEEZ NUTS ein, die eine durchaus bedeutende Fanschar mitgebracht hatten (wie man an der T-Shirt-Inflation erkennen konnte) und den Abend kurz nach 18 Uhr stilvoll einleiteten. Es folgten mit NORTHLANE ebenfalls Australier, die die Stimmung weiterhin auf einem hohen Level hielten. In Australien ist die Band eine musikalische Bank und kann drei Top-3-Alben verbuchen. Sänger Marcus Bridge gibt mit seiner Mischung aus Growls und aggressiven Gesangseinlagen den starken Frontmann. Die Stimmung war und blieb siedendheiß. Wagemutige Stagediver, die vom Basketballkorb in die Menge sprangen, und die bewegungsfreudigen Teilnehmer am Circle Pit taten ihr Übriges dazu.

COMEBACK KID aus Kanada vermischten die harten Klänge mit einer Punk-Attitüde. Das brachte Abwechslung ins Geschehen und vor allem die melodischen Parts wurden vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Bis es dann um 22 Uhr mit SICK OF IT ALL weiterging, drohte der Stimmungspegel fast schon zu sinken. Hatten sie doch den Umbau um 15 Minuten überzogen und die Zuschauer mit einem langen Live-Soundcheck gequält. Das war aber vergessen, sobald die ersten Oldschool-Klänge der Hardcore-Heroen aus Queens den Innenhof beschallten. Seit 32 Jahren gibt es die Band nun schon – und es sind (zumindest gefühlt) keine alten Herren, die da auf der Bühne stehen und den totalen Abriss veranstalten. Die Fans zollten nicht nur Respekt an die Wegbereiter des Genres, sondern feierten den Abschluss des Festivals ordentlich mit. Geiles Wetter, geiler Sound, geile Bands. So ging der Tag in Trier zu Ende.

Noch was zur Organisation? Das Gelände war ausgestattet mit Bierständen und einer Kaffeebar. Für den Hunger zwischendurch gab es empfehlenswerte Burritos – mit und ohne Fleisch. Die Zahl an Merchandise-Ständen war schier unüberschaubar. Wer einen Kleiderschrank zu füllen hatte, konnte das hier locker tun. Alles verlief reibungslos und friedlich. Und es wurde viel weniger Security gebraucht als bei manchen Schlager-Events. Man kann den Veranstaltern nur ein Kompliment machen.

Was steht noch an im Jahr 2018? Die Konzertreihe ist noch lange nicht beendet – einige Highlights der nächsten Monate:

  • 25.08.2018 – „Sommerpogo“, Punkrock-Open Air
  • 22./23.09.2018 – Metal und Hardcore Fest (Benefiz fürs ExHaus)
  • 29.09.2018 – And The She Came
  • 13.10.2018 – Keele
  • 17.10.2018 – Antje Schomaker
  • 18.10.2018 – B-Tight
  • 03.11.2018 – Grind Here Right Now
  • 09.11.2018 – Ivan Ivanovitch and The Kreml Krauts
  • 30.11.2018 – Skafield
  • 06.12.2018 – Long Distance Calling
  • 21./22.12.2018 – Love A

Fazit: Tut Gutes! Besucht mehr Konzerte! Rettet das ExHaus! Diese Trierer Institution darf nicht sterben…

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Letzte Aktualisierung am 14.11.2018 um 21:11 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API