Ina Forsman: „Been Meaning to Tell You“ – zwischen Blues, Soul und Jazz

Album 2019: Ina Forsman "Been Meaning to Tell You"

VERÖFFENTLICHUNG» 25.01.2019
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
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Die finnische Sängerin Ina Forsman war schon in jungen Jahren musikalisch aktiv – unter anderem in verschiedenen Blues-Bands. Mit ihrem selbstbetitelten Debüt und einer erfolgreichen Tour etablierte sie sich 2016 dann als Solokünstlerin. Schon während der Tour arbeitete sie an neuen Songs – bis sie ihr Handy mit allem neuen Material darauf verlor und von vorne anfangen musste. Doch so profitiert ihr aktuell erschienenes zweites Album nun von zwei Jahren mehr Lebenserfahrung.

„Been Meaning To Tell You“  enthält 12 neue Songs über die Höhen und Tiefen des Lebens, musikalisch angesiedelt im Spannungsfeld zwischen Blues, Soul und Jazz. Wer in diesen Genres nicht so zuhause ist, mag sich mit einigen Songs zunächst schwertun. So entsprechen etwa der beinahe dreckige Gesang, die Bläser-Koloraturen und die ausgedehnten Instrumentalsoli von „Get Mine“ nicht gerade Mainstream-Hörgewohnheiten, aber gerade so präsentiert sich Ina mit ihren neuen Songs: „I´m having a good time, I´m here to get mine.“ Und auf ebenso eigen Art drückt sie auch mit „All Good“ ihre Begeisterung darüber aus, ihre Bestimmung als Sängerin gefunden zu haben.

Man kann sich von Inas Musik nicht einfach so berieseln lassen, man muss sie bewusst hören und sich auch inhaltlich auf sie einlassen. Dann kann man sich der sehnsuchtsvollen Stimmführung im Opener „Be My Home“ hingeben, oder mitleiden, wenn sie in der Pianoballade „Figure“ um Verständnis in einer von falschen Erwartungen und verletzen Gefühlen geprägten Beziehung kämpft. Textlich besonders spannend sind „Whatcha Gonna Do” und „IWhy You Gotta Be”, die eine alltägliche Situation sexueller Belästigung aus zwei verschiedenen Perspektiven beleuchten. „Whatcha Gonna Do” erzählt die Geschichte  in dichten Harmonien und treibenden Rhythmen aus Sicht des Mannes, der ein schönes Mädchen als potentielle Traumfrau sieht und kein Nein akzeptieren will. Entsprechend angepisst dann in „IWhy You Gotta Be” auch der Gesang des Mädchen, das nicht versteht, warum der Typ sie nicht einfach in Ruhe lassen kann.

Von guter Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen zeugt auch „Who Hurt You“, das Ina für eine in einer unguten Beziehung steckende Freundin schrieb, und dessen Stil entfernt an Amy Whinehouse erinnert. Und die lateinamerikanischen Rhythmen von „Every Single Beat“ sollen jeden Hörer dazu bringen, sich in der Musik zu verlieren und gerade dadurch sich selbst treu zu bleiben. Einen wunderschönen Abschluss findet das Album mit dem ganz ohne Begleitung gesungenen emotionalen „Sunny“. Ich weiß nicht, ob die Sängerin eine Tochter hat – aber dies wäre ihr Lied für sie.

Der Albumtitel „Been Meaning To Tell You“  drückt es perfekt aus: Ina Forsman hat etwas zu sagen, und sie tut es hier auf unglaublich spannende, vielseitige und eindrückliche Art. Und ich bin mir sicher, dass sie noch viel mehr zu erzählen hat und dies nicht ihr letztes Album bleiben wird. Wer diese tolle Künstlerin live erleben will, hat ab Februar Gelegenheit dazu, denn dann ist Ina in Deutschland und den Nachbarländern unterwegs (Ina Forsman Termine auf Eventim checken!).

Unsere Ina Forsman Empfehlung

Been Meaning to Tell You
2 Bewertungen
Been Meaning to Tell You
  • Ina Forsman, Been Meaning to Tell You
  • Ruf Records (in-Akustik)
  • Audio CD

Letzte Aktualisierung am 1.02.2019 um 23:33 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API