„HEY!“ – Subway to Sally liefern nach 5 Jahren ein neues Folkmetal-Brett

VERÖFFENTLICHUNG» 08.03.2019
BEWERTUNG» 7 / 9
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Fast hatte man schon vergessen, dass Subway to Sally einst die Speerspitze des Mittelalter-Rock und Folk-Metal bildeten. Kontinuierlich gab es neue Alben und man denkt mit schaurigem Wohlgefühl an die „Engelskrieger“, das „Kreuzfeuer“ und die keineswegs subtilen Mördergeschichten aus „Mitgift“ zurück. Auch nach fünf Jahren Pause – im März 2019 – liefert die Band um Frontmann Eric Fish  und die neue starke Violinistin Ally Storch ein gelungenes Sammelsurium aus harten Klängen und morbiden Geschichten. Bisweilen etwas inhomogen, da alles wie eine Aneinanderreihung einzelner Ideen klingt – doch auf jeden Fall wird die Sammlung von musikalischer Größe zusammengehalten.

Subway to Sally sehen „HEY!“ als ein Fanal der Zeitenwende. Und das im doppelten Sinne: zum einen markiert die Rückkehr der Band nach geschlagenen fünf Jahren den Anbruch einer neuen Schaffensphase. Zum anderen spiegeln die Songs den Zustand unserer ins Wanken geratenen Welt zwischen Konsumterror („Messias“) und Fanatismus, Wachstumsprognosen und Untergangsszenarien („Bis die Welt auseinanderbricht“) so bissig und direkt wieder, wie es seit langem nicht mehr der Fall war – allerdings mit verändertem Fokus. War der Meilenstein aus dem Jahre 2003 noch eine düstere Abrechnung mit Missständen und ein Versuch, sich in Grenzsituationen hineinzuversetzen, so ist „HEY!“ ein Weckruf an alle verschlafenen Zeitgenossen, endlich aktiv zu werden, aber auch eine Aufforderung zum Tanz: Subway To Sally feiern das Leben – im Angesicht der Apokalypse.

So gibt es neben den bekannten Metalklängen und atmosphärischen Balladen auch intensive elektronische Momente und (in „Selbstbetrug“) gar HipHop-Passagen. Das zeigt, dass die Band nicht stehen bleibt und in sich selbst ruht, sondern gegenüber anderen musikalischen Einflüssen durchaus aufgeschlossen ist.

Der Eröffnungssong „Island“ widmet sich der nordischen Sagenwelt, „Imperator Rex Graecorum“ vertont einen lateinischen Text aus der Zeit mittelalterlicher Kreuzzüge. „Königin der Käfer“ erzählt eine wortgewaltige Schauergeschichte. „Am tiefen See“ bildet eine gänsehauterregende Fortsetzung zu „Die Rose im Wasser“, deren Emotionalität durch den Gastgesang von Syrah noch verstärkt wird. Aus unterschiedlichen Richtungen nähert man sich der Jetztzeit an und mündet in aufrüttelnden Titeln („Alles was das Herz will“, „Aufgewacht“) sowie pessimistischer Gesellschaftskritik („Bis die Welt auseinanderbricht“, „Ausgeträumt“).

Das Album feiert 27 Jahre Subway To Sally. 27 Jahre auf einer Reise, die immer in Richtung neue Ufer ging, ohne nach Trends zu schielen. Eingängig, metallisch, elektronisch.

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Letzte Aktualisierung am 16.03.2019 um 12:45 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API