Rea Garvey eröffnet das Amphitheater Open Air in Trier

Photo credit: Simon Engelbert
DATUM» 25.07.2019
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Auch 2019 wird das altehrwürdige Amphitheater in Trier wieder zum Schauplatz einer sehr abwechslungsreichen Konzertreihe. Wo früher Gladiatoren auf Leben und Tod kämpften, gibt es heute die moderne Form von Brot und Spiele: Schwenker und gute Musik.

Den Anfang machte Rea Garvey, dessen Medienpräsenz nach wie vor sehr groß ist, was sich auch an der hohen Zuschauerzahl zeigte. Der Ire mit dem sympathischen Akzent war ursprünglich Frontmann der 2010 aufgelösten deutschen Band Reamonn. Inzwischen ist er als Solokünstler noch erfolgreicher als die Rockband mit dem Hit “Supergirl”. Bevor er allerdings den Set um sein aktuelles Album “Neon” vorstellen konnte, bescherten die Veranstalter dem mit Temperaturen um die 40 Grad aufgeheizten Publikum gleich zwei Supportbands.

Zunächst war Karo Lynn am Start. Die deutsche Songwriterin mit der tiefen Stimme stellte ihr zweites Album “Outgrow” vor, das im nächsten Jahr erscheinen wird, und lieferte feinen Indiefolk in englischer Sprache. Komplex und tiefgründig sang die Songwriterin aus Leipzig und zog das Publikum trotz der Hitze in ihren Bann. Den Titelsong des kommenden Albums interpretierte sie im Duett mit ihrem Gitarristen. Ein feiner Auftritt von 25 Minuten Länge.

Reas Landsmann Ryan Sheridan ist selbst schon eine große Hausnummer. Seine bisherigen Studioalben waren allesamt hohe Charteinsteiger im Heimatland. Auf Tour mit Rea konnte er auch das deutsche Publikum von seinen Songwriter-Qualitäten überzeugen. Gemeinsam mit einem Schlagzeuger sorgte er für ein durchaus rockiges Spektakel und das energische Zusammenspiel der beiden Musiker war wahrlich bewundernswert. Obwohl er in Jeansjacke und mit rot-weißer Kappe recht unscheinbar aussah, agierte er wie ein Hauptact. Wir werden sicher noch mehr von ihm hören.

Rea Garvey zeigte in seinem Konzert, dass irische Musik mehr ist, als folkige Lagerfeuerromantik. Er hat die Musik seiner Heimat in den letzten Jahren konsequent in eine moderne Richtung geführt und schreckt selbst vor Computersounds nicht zurück. Zunächst aber gab es die Rocknummern “Kiss Me”, “Beautiful Life” und “Water”. Rea kam schnell in Kontakt mit dem Publikum und zeigte Ehrfurcht vor der Kulisse, in der früher Gladiatorenkämpfe stattfanden und Löwen Menschen fraßen. Überhaupt fragte er sich, ob die Zuschauer in den Rängen damals wohl einen sicheren Stand hatten oder vielleicht auch mal in den Löwenkäfig rutschten. Das nannte er dann “ausgleichende Gerechtigkeit”.

Das Comedy-Element in den Ansagen, bei denen Rea ein besseres Deutsch zeigte als manchmal in TV-Shows, war hoch. Die Zuschauer im Amphitheater erlebten einen abwechslungsreichen Abend, der auch die Zeit mit Reamonn nicht aussparte und Klassiker wie “Through The Eyes Of A Child” (gewidmet der 14jährigen Tochter, die neuerdings für “Fridays for future” die Schule schwänzt) und “Tonight” bot. Letzteres ganz allein von Garvey an der Gitarre vorgetragen – wundervoll. Auf “Supergirl” allerdings wartete man vergebens.

Garvey präsentierte seine Hits mit der Liebe im Titel verteilt über die gesamte Setlist: “Is It Love?”, das mehrstimmig dargebotene “Oh My Love”, der abschließende Song “Wild Love” – mit ebensolcher Liebe wurde er vom Publikum überschüttet und gab dies mit vollen Händen zurück. Der Zugabenblock begann um 22.35 Uhr und dauerte fast bis zur Deadline 23 Uhr. Im Auto angekommen durfte man sich ob der immer noch angezeigten Außentemperatur von 28 Grad verwundert die Augen reiben. Rea hat sich in Trier von seiner besten Seite gezeigt – und wer nur aus Neugier gekommen ist, durfte als Fan nach Hause gehen.

Wie geht es weiter im Amphitheater 2019?

  • 26.7.209 IN EXTREMO
  • 27.7.2019 Katie Melua
  • 28.7.2019 “Der Herr der Ringe” und “Der Hobbit” im Orchestersound

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Letzte Aktualisierung am 7.12.2019 um 17:41 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API