Volbeat: „Rewind, Replay, Rebound“ – weniger Metal, mehr Spielfreude

VERÖFFENTLICHUNG» 02.08.2019
BEWERTUNG» 7 / 9
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Volbeat haben es ihren Fans der ersten Stunde nicht immer leicht gemacht und seit Bandgründung 2001 einige Wandlungen vollzogen. Zu dem Powermetal mit Elvis-Faktor der Anfangstage kam spätestens ab „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ ein prägender Tarantino-Style. Der Erzählcharakter wurde hervorgehoben, die Melodien aber blieben düster. „Seal The Deal & Let’s Boogie“ betonte den Aspekt „Rockabilly meets Metal“ und brachte mehr gute Laune in die Musik.

Das siebte Album trägt den Titel „Rewind, Replay, Rebound“. Wer jetzt aber – vor lauter „Re“ – einen Sprung zurück in die Anfangstage erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Nur wenige Schnipsel, wie etwa das 37sekündige (!) „Parasite“, gehen in diese Richtung. Davon hätte es gut etwas mehr sein dürfen. Der Rest ist bisweilen recht weichgespült mit Hardrock- und Disco-Anleihen. Da will man wohl seine Radio- und Stadiontauglichkeit unter Beweis stellen. Ersteres wird vermutlich nicht gelingen, letzteres allemal.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: „Rewind, Replay, Rebound“ ist ein verdammt geiles Album. Es trägt nicht nur auf dem Cover einen Retro-Faktor mit sich, sondern auch in der Musik. Das Markenzeichen Rock’n’Roll bleibt ganz weit vorne, aber halt mehr mit Hardrock gepaart und weniger mit Metal. Nehmen wir den melodischen Opener „Last Day Under The Sun“ voller starker Riffs und guter solistischer Gitarrenarbeit. Oder das vorwärts brechende „Pelvis On Fire“. Da geht mir das Herz auf.

„When We Were Kids“ betont als klassische Metal-Ballade die neue, ruhige Seite der Band, während „Sorry Sack Of Bones“ fasst schon in die melodische Metaldisco passt. Härter geht es dann aber in „Cheapside Sloggers“ zu. Mit dabei ist Gary Holt, Gitarrist von Exodus und Slayer. Und er bringt seine Qualitäten an der Gitarre mit packenden Thrash-Soli voll ein. Das funktioniert auch bei „Maybe I Believe“: solide Gitarren im Background und darüber Sänger Michael Poulsen so hymnisch wie selten zuvor.

„The Awakening Of Bonnie Parker“ zeigt die Band als versierte Geschichtenerzähler und „The Everlasting“ schielt dann doch noch Richtung Metal-Attitüde bevor das fast schon poppige „7:24“ den vielfältigen Reigen beendet.

Neben erwähntem Gary Holt gibt es einige weitere Gäste: Bei „Die To Live“ ist Neil Fallon, der Sänger von Clutch, am Mikrofon zu hören und Raynir Jacob Jacildo (Klavier) sowie Doug Corocran (Saxofon) bringen fetzigen Boogie in den Song. Background-Sängerin Mia Maja bringt mehrfach spannende Elemente ein und mit dem Harlem Gospel Choir gibt es in drei Songs enorme stimmliche Verstärkung.

In „Rewind, Replay, Rebound“ machen Volbeat einen weiteren Schritt nach vorne. Der Psychobilly Punk & Roll-Sound ist eingängiger geworden, ohne dass die Musik an Intensität verliert. Man darf gespannt sein, wie sie diese neue Leichtigkeit auf der Herbst-Tour umsetzen.

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