Bent Knee – You know what they mean

Bent Knee  -  You Know What They Mean  -  VÖ: 11.10.2019

Bent Knee waren nie leicht zu (er)fassen und kommen nun wieder mit einem gänzlich anderen Longplayer um die Ecke. Was die Vorgänger an Jazz-, Folk-, Chansonanleihen und -einflüssen mit sich brachten und mit Raffinesse verbanden – progressiv/künstlerisch – wird jetzt einfach vom Tisch gefegt und das mit einer Vehemenz, dass man seinen Ohren kaum traut.

Wer schöngeistiges Material erwartet hatte, wird nur mit der lediglich drei Minuten langen, zerbrechlichen Ballade „Bird Song“ verwöhnt werden. „Catch Light“ ist ein für das Spätprogramm radiotaugliches Stück, um dem interessierten Hörer den Bent-Knee-Kosmos näher zu bringen.  Der Rest des Albums ist ein avantgardistisches Meisterwerk des Noise-Rocks, das in Phasen in phantastische Kakophonie ausartet. Dessen wird man sich schon nach dem einmütigen Konzertintro „Lansing“  mit „Bone Rage“ bewusst, das einem die Knochen verdreht und einen Schlag in die Magengrube versetzt.

Bent Knee fangen in ihrem Noise-Universum dort an, wo Sonic Youth oder Smashing Pumpkins aufhören und über allem steht und schwebt die Stimme von Courtney Swain, die ihre Sangesblitze herabschmettert.

13 Songs verteilt auf 52 Minuten Spielzeit – kein Song länger als 5:50 Minuten. Alles auf den Punkt gebracht. „You know what they mean“ ist ein Energiebündel an Album und eines der Höhepunkte der diesjährigen Albumveröffentlichungen.

Nach diesem Album bleibt es weiterhin spannend, wohin Bent Knee uns in Zukunft auf Reisen mitnehmen werden.