Current Swell gehen auf große Reise: „Ullysses“

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Den Moment zu kultivieren, wenn aus einem First Take der finale Cut wird oder wenn aus einer flüchtigen Idee eine fertige Kreation wird, ist zu einer Art inoffizielle Philosophie von Current Swell geworden.

In Anbetracht des Tempos, mit dem Current Swell in den letzten Jahren vorangekommen sind – einschließlich eines ersten Platzes beim Vancouver’s Peak Performance Project und einer ausverkauften Headliner Tour in Brasilien – hatten sie auf dem Weg zu den Aufnahmen von Ulysses keinen Grund, ihre Herangehensweise zu ändern. Nicht nach einem Sechs-Jahre-Lauf, der die Band als eine der hell leuchtenden Lichter in der kanadischen Musiklandschaft positioniert hatte.

Aber man muss eines über Current Swell wissen: Wenn es um den Prozess des Komponierens, des Tourens und des Aufnehmens geht, fühlen sich die vier Freunde aus Vancouver, BC, dazu verpflichtet als Künstler stets zu wachsen und das, was sie beim letzten Mal gemacht haben, zu verbessern. Bewegung ist das Wichtigste für die Sänger-Gitarristen Scott Stanton und David Lang, dem Schlagzeuger Chris Petersen und dem Bassisten Ghosty Boy. Daher beschlossen sie, der alten Partnerschaft einen neuen Anstrich zu geben.

Bei den vier Vorgängeralben von Current Swell schrieben Stanton und Lang die Lieder hauptsächlich unabhängig voneinander und arbeiteten nur im Tandem, sobald die Band ins Studio ging. Für diese Sessions jedoch setzen sich die beiden Bandkollegen im Vorfeld mehrmals gemeinsam hin. Die Regeln wurden absichtlich locker gehalten, so dass beide die Kreationen des anderen in einem ungefilterten Licht betrachten konnten.

„Bei diesem Album haben wir wirklich zusammengearbeitet, auch wenn es sich um ein halbfertiges Stück handelte“, erzählt Stanton. „Manchmal war es nur eine Idee oder eine Klangfolge oder eine Melodie, und wir saßen da und schrieben einen ganzen Song zusammen.“

„So haben wir es auch gemacht, als wir vor Jahren anfingen zusammen zu komponieren, da wir schlichtweg zusammen wohnten“, ergänzt Lang. „Es hat Spaß gemacht, zu dem zurückzukehren, was sich für mich wie unsere ganz frühen Wurzeln anfühlt.“

Der Karriereverlauf von Current Swell ist eher ungewöhnlich. Kurz nach der Gründung der Band begaben sich die Jungs für fünf Monate als Indie Act auf eine Tour durch Bali, Neuseeland und Australien. Ein mutiger Schritt, der die Musik-zuerst-Denkweise und die allumfassende musikalische Herangehensweise der Band definiert.

2010 wurden Current Swell durch den Erfolg von „Young & Able“ auf Youtube in Nordamerika bekannt. Kurz danach feierten sie in 2012 ihren ersten weltweiten Release mit Long Time Ago.

Der Erfolg des Albums führte zu einer Tour durch Europa, Australien, Kanada und USA sowie Auftritten auf Schlüssel-Festivals, wo die Band eine größere Fanschar gewinnen konnte. Da der Fankern nach neuer Musik verlangte, fing die Band im Sommer 2013 allmählich an, neues Material auf den Konzerten auszuprobieren. Ein halbes dutzend Songs von Ulysses wanderten in die Setliste rein und wieder raus, und gab so Current Swell ein direktes Feedback zu dem Fortschritt. Lang erklärt, „Es ist interessant, was du von deinem Publikum erfährst. Es ist so einfach, zu erkennen, was noch optimiert werden muss, wenn du es vor jemandem spielst, der ein unbeschriebenes Blatt ist.“

In dem Geist des historischen Gedichtes, nach dem das Album benannt wurde, fand sich die Band auf einer Reise durch neues, präziseres Terrain, sobald sie das Studio betraten. Während sie für das Vorgängeralbum Long Time Ago gute sechs Monate im Studio benötigten und man es durchaus bei der bewährten Methode hätte belassen können, gingen die vier Bandmitglieder diesmal mit klarem Ziel vor Augen ins Studio und hauten Ulysses in 20 Tagen raus.

“Wir gingen ins Studio, steckten unsere Köpfe zusammen, spielten es ein und waren wieder raus,” berichtet Stanton lachend. “Es war erfrischend. Wir haben nichts zerdacht. Unsere einzige Regel war, dass es live nachspielbar sein muss.”

Das war eine wichtige Entscheidung für den Prozess, wenn man bedenkt, wie viel Current Swell auf den Bühnen dieser Welt erreicht haben. Am stärksten ist die Band, wenn sie vor einem live Publikum steht, was natürlich nicht bedeutet, sie fühle sich nicht wohl in einem Studio. Insbesondere dann nicht, wenn sie einen Produzenten wie Nathan Sabatino (Dr. Dog, Neko Case, Giant Sand) haben, der seine Magie in den ikonischen Greenhouse Studios (Vancouver) wirkt.

Ulysses fängt sämtliche Wärme, die von der massiven Neve Konsole des Studios geliefert werden konnte, ein, wie man unschwer auf “Rollin” (ein perfektes Beispiel für Stantons außergewöhnliches Können an der Slide-Gitarre), dem Titeltrack “Ulysses”, dem rockigen “Keys to the Kingdom” und der Mitsing-Hymne “One Day I’ll Be Rich” hören kann.

Current Swell haben die Absicht, mit Ulysses ihren internationalen Erfolg weiter auszubauen. Man kann ein innewohnendes Selbstvertrauen in der Band spüren, die von Jahren geteilter Erfahrung herrührt. Mit so viel auf dem Zettel für 2014, kann man nicht vorhersagen, was das Jahr der Band bescheren wird. Und in vielerlei Hinsicht ist dieser unsichere Aspekt der Reise, das was Current Swell dazu bewegt, sich weiter vorwärts zu bewegen, erklärt Lang.

„Es ist beängstigend, sich Ziele zu setzen, weil man versagen kann. Aber solange wir sehen können, wie wir wachsen und nicht stagnieren, haben wir das erreicht, was wir uns vorgenommen haben.“

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