Daniel Hope: Von Korngold über »Cinema Paradiso« bis zu Sting

VERÖFFENTLICHUNG» 29.08.2014
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Hollywood ist der Ort unserer Träume. Doch wenn Daniel Hope ihn nun mit seiner Geige bereist und erforscht, verändert sich unsere Wahrnehmung. Hope beweist, dass der »Hollywood Sound« ein Klang mit Geschichte und aus Geschichten ist. Die Traumfabrik von Los Angeles war ein Ort, an dem Gestrandete ihre Hoffnungen aus den Koffern kramten und ihre Träume in Klänge verpackten. Großes, menschliches Kino mit fatalen Schicksalsschlägen und amerikanischen Erfolgsgeschichten.

Auf seinem neuen Album begibt sich der Star-Geiger auf eine sinnlich-historische Spurensuche im Breitbildformat. Und wieder gelingt Hope über die Musik ein faszinierender Blick auf die Geschichte: Nachdem er sich bereits mit den verbotenen Kompositionen des Dritten Reiches beschäftigt hat und mit den von den Nazis ermordeten Tonsetzern, nimmt er dieses Mal die Spuren jener Musiker auf, denen die Flucht in die USA gelang. Eindrücklich lässt Hope hören, dass der Schmerz der Flucht, das Zurücklassen der alten Kulturen und die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft die Grundlagen des »Hollywood Sound« sind. Mit seiner klugen Auswahl zieht der Geiger einen Bogen von Erich Wolfgang Korngold bis zu Filmklassikern wie Schindlers Liste und Cinema Paradiso.

Keimzelle ist für Hope das Violinkonzert von Korngold, das er in der Interpretation vom »König der Geiger«, von Jascha Heifetz, der seinerseits nach Hollywood emigriert war, kennengelernt hat. Korngold emigrierte 1934 nach Hollywood, arbeitete für die Warner Bros.-Studios und erhielt zwei Oscars für seine Filmmusiken, 1937 für Anthony Adverse und 1939 für The Adventures of Robin Hood. Sein leidenschaftlich träumerisches Violinkonzert steht für Hope stellvertretend für alle Hoffnungen und Sehnsüchte, die das Kino seit jeher bedient. Ein kluger Gedanke, der auch musikalisch greifbar wird, denn letztlich ist der Film für Hope nichts anderes als eine opulente Welt der Flucht aus unserer Wirklichkeit.

Hope horcht dem europäischen Echo der 1930er-Jahre nach, wenn er sich den Berliner und Wiener Shows und Revues annähert. Mit von der Partie ist Sting mit »The Secret Marriage«, seiner eigenen Version des Hanns Eisler Liedes »An den kleinen Radioapparat«. Der Popstar hatte den Brecht-Text des Liedes schon 1987 umgedichtet und nun singt er den Song noch einmal gemeinsam mit Hope ein. Außerdem singt Max Raabe »Speak Low« von Kurt Weill.

Hope stellt auch die Oper Hiob von Eric Zeisl nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth vor, die sich ebenfalls mit der Flucht aus Europa in die USA beschäftigt. Und plötzlich wird ganz selbstverständlich klar, dass die Entwicklung der Musik von Wagner und Mahler über die Wiener Schule von Schönberg, Korngold und Zemlinsky seine Fortsetzung in den Filmstudios von Hollywood fand. Hier mussten die Exil-Komponisten allerdings ihr Gedanken-Gepäck aus 12-Ton-Musik gegen die neue US-Mode des Pathos eintauschen und von der Walzerwelt in die Welten von Romanzen und »Wild West« eintauchen. Flucht bedeutet eben immer auch das Zurücklassen alter Traditionen. Ein Thema, das Daniel Hope persönlich verfolgt: Seine Großeltern sind vor Hitler nach Südafrika geflohen, und seine Eltern vor dem Apartheidsregime nach England.

Mit seinem neuen Album reist Hope bis in die Gegenwart. Neben den Klassikern Ben-Hur und El Cid von Miklós Rózsa hat er sich drei Filme und Komponisten ausgesucht, die ebenfalls das Thema Flucht aufgreifen: John Williams als Korngold-Erbe in Schindlers Liste, Thomas Newmans American Beauty und natürlich Ennio Morricone mit seiner Ode an den Fluchtraum Kino in Cinema Paradiso.

Am Ende dieser CD über den »Hollywood Sound« erklingt ein angedeuteter Nachhall: Hope spielt Herman Hupfelds »As Time Goes By« aus dem Filmklassiker Casablanca – ebenfalls eine große Ode an die existenziellen Momente von Menschen auf der Flucht.

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