Debbie Harry – BLONDIE mit neuem Album „Pollinator“ am Start

QUELLE» Peter Goebel
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Punk-Rock? Disco? Rap? Pop? Blondie war nie konkret einzuordnen. Die Band entsagte sich seit jeher gängigem Schubladendenken. Zum einen, weil sie Musik vielfältig verstand. Zum anderen aber auch, weil Debbie Harry und Chris Stein, eins der außergewöhnlichsten musikalischen Paare überhaupt, vielseitig interessierte Köpfe sind. Spricht man mit ihnen, kommen sie irgendwann sicher auf die schleichende Gentrifizierung ihrer ewigen Wirkungsstätte New York City zu sprechen.

Blondie wurde während der Zeit des Stadtverfalls in den 1970er-Jahren gegründet. Damals überlebten nur die Stärksten auf den Straßen mit erhöhten Kriminalitätsraten und sozialen Unruhen die Mühen, in einer Band zu spielen, ein künstlerisches Ventil zu finden und eine Szene anzuzetteln. Inzwischen sind diese 70’s-Straßen von New York während des Ausschlachtens von Retrospektiven der Punk-, New Wave-, Disco- und HipHop-Szenen, deren Wurzeln in jener Ära liegen, längst glamourisiert worden. Es ließ sich damals nicht einfach leben in New York. Die Herausforderungen, die von der Stadt damals gefordert wurden, waren einfach anders.

Blondie gehörten zu den Stärksten. Die Band überlebte den bahnbrechenden Moment, der sie gebar. Und sie arrangierte sich mit den Veränderungen der Zeit, ihrer Umwelt und der Industrie ebenso, wie sich das Gesicht von New York mit der Zeit immer wieder verändert hat. Und genau so wie New York immer sich selbst treu geblieben ist, blieb auch die Band unbestritten immer Blondie. Selbstzufriedenheit war nie ihr Ding.

Debbie Harry besitzt auch heute noch eine Aura und Haltung, die schlicht zu groß ist für Underground-Clubs. Die Vision ihres Kollegen Chris Stein war ihrer Zeit immer so weit voraus, dass der Rest der Welt immer noch damit beschäftigt scheint, sie einzuholen. 40 Millionen verkaufte Alben und zahllose Awards später, ist Blondies Präsenz immer noch so intensiv, dass sich niemand wagt, aus ihrer Kunst Nutzen zu ziehen.

Genau das fordert ihr elftes Studioalbum „Pollinator“ ein, das zwei Jahre in der Mache war. In wahrhaftiger Pop-Art Tradition, verkörpert es ein postmodernes Konzept. Gleichzeitig legt es die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum 2014 ad acta, denen das letzte Studioalbum „Ghosts Of Download“ folgte. „Pollinator“ ist ein gigantischer Resonanzkörper. Einer, den BLONDIE geschaffen haben und von dem sich jüngere Musiker-Kollegen inspirieren ließen. Im Zusammenschluss entstand das Album, auf dem etwas gänzlich Neues geschaffen wurde – durchzogen von den Spuren, die Blondie mit ihrem eigenen Sound hinterließen.

„Es ist ein wesentlicher Motor für uns, dass wir uns als Band Richtung Zukunft bewegen und weiterentwickeln. Keiner von uns will in einer Oldies-Band spielen. Wir haben unsere musikalische Neugierde behalten, die uns immer wieder Neues ausprobieren über Themen schreiben lässt, die uns in der heutigen Welt interessieren. Das ist unsere kontinuierliche Verpflichtung. Ich notiere mir ständig kleine, neue Ideen“, erzählt Debbie. Ihrem Produzenten John Congleton ist es geschuldet, dass ihre taffe 70’s-New York-„Parallel Lines“-Haltung wieder zum Vorschein kam.

Blondie rockt mit mehr Energie als etliche der eifrigsten Emporkömmlinge New Yorks. Congleton wollte die Overdubs und das ausgiebige Nutzen von Sequenzern ad acta legen, die die Aufnahmen der Band in der jüngeren Vergangenheit geprägt hatte. „Ich ließ sie einfach wie eine Band in einem Raum klingen. Wenn die Platte so klingt, als ob die Post abging im Studio, steckt Absicht dahinter.“ Chris Stine war von den Aufnahmen geflasht, wie er sagt: „Es war wirklich cool, unsere Band wieder wie eine Live-Band klingen zu lassen. Aber es war traurig, dass das Studio dichtmachen musste“.

Zusammengefasst spiegelt das Album den Standpunkt einer großen, bedeutenden Frau im fortgeschrittenen Alter, die mit ihrem nach wie vor coolen Haltung Altersdiskriminierung und Sexismus beim Schopfe packt. „Texte sind immer Sache der Beobachtungen oder des vorübergehenden Wahnsinns oder so“, sagt Debbie. Sie klingt dabei wie ein Idol für Lana Del Ray. „Texte sind schlicht das Leben, das wir leben. Oder das Zusammensein mit anderen Leuten. Musik hören, einen Film im Kino sehen – alles wird aus diesem Mischmasch aus Gedanken geboren und sucht sich ein Ventil.“

Parallel zur Veröffentlichung des neuen Albums, werden Blondie Anfang 2017 in Australien auf gemeinsame Tour mit Cyndi Lauper gehen. Willkommen zurück im Kampfring!

 

Unsere Blondie Empfehlung

Pollinator
32 Bewertungen
Pollinator
  • Blondie, Pollinator
  • Bmg Rights Management (Warner)
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Letzte Aktualisierung am 12.12.2017 um 05:11 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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