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Indie-Pop aus Wien: Oska mit der neuen Single “Lousy T-Shirt”

OSKA  -  Quelle: Better Things

Ihre Lieder sind leicht abgedunkelt, aber nie völlig finster. Sogar bei dezenter Zimmerlautstärke zieht einen ihr sensibler Singer/Songwriter-Pop vollkommen in ihren Bann. Schwierige Momente sind für OSKA die beste Inspirationsquelle: „Wenn ich mich richtig gut fühle, entstehen meistens keine neuen Songs. Das Schreiben ist für mich eher eine Form von Selbsttherapie.“ Der intime Sound und die Melancholie, die in ihren Stücken mitschwingt, vermitteln aber nur einen Teil ihrer Persönlichkeit. OSKA ist eine ebenso nachdenkliche wie warmherzige Geschichtenerzählerin und privat gar nicht so schwermütig, wie es ihre Lieder vielleicht vermuten lassen. Sie lacht gern und verzaubert andere mit ihrer fröhlichen Art.

Maria, wie OSKA mit bürgerlichem Namen heißt, hatte bereits als Nesthäkchen mit vier älteren Geschwistern eine Passion für Musik. Sie sang und probierte sich an der Geige, am Klavier sowie an der Gitarre aus. Musikerin zu werden war ein stiller Wunsch, aber nichts was sie als Kind für möglich hielt: „Schließlich bin ich in einem kleinen Dorf im niederösterreichischen Waldviertel aufgewachsen. Dort kannte ich lange Zeit niemanden, der ebenfalls Lieder schreibt, oder ausschließlich von der Musik lebt.“

Erst mit 16 schwenkte sie um: Sie beschloss, sich nach der Matura in Wien als Straßenmusikerin durchzuschlagen. Auf Anraten ihrer Mutter studierte Maria eher halbherzig Pop- und Jazzgesang: „Ich habe viel auf der Straße musiziert und nutzte jede Gelegenheit, live zu spielen. Dabei lernte ich mehr als während des Musikstudiums.“

Mitte 2020 unterschrieb OSKA ihren ersten Plattenvertrag bei dem kanadischen Label Nettwerk und im Januar 2021 veröffentlichte sie ihre Debüt-EP “Honeymoon Phase”. Mit den fünf Liedern sammelte die Österreicherin alleine auf Spotify bereits knapp vier Millionen Streams und gewann den XA Music Export Award beim Waves Vienna Festival 2020. Mit drei der Songs landete OSKA in den österreichischen Airplay Charts und ihr erfolgreichster Song „Love You’ve Lost” knackte die Top50. Mit Plays bei Ö1 (Kulturradio), Ö3 (Popradio) und FM4 (Jugendradio) schaffte sie einen Spagat, mit dem in Österreich nur die wenigsten KünstlerInnen belohnt werden. Neben allen großen Publikationen in ihrem Heimatland konnte OSKA – auch dank eines herzerwärmenden Duetts mit dem Australier Stu Larsen – ebenfalls die internationale Presse in Deutschland, Holland, Frankreich, Italien und sogar in den USA von sich und ihrer Musik überzeugen.

Fotocredit: Leni Burger

Über diese aufregende Zeit sagt OSKA: „Meine erste EP zu releasen war einfach schön für mich und es fühlt sich immer noch alles sehr stimmig an. Ich habe lange gebraucht, um den Sound der EP zu finden und mich zu trauen, die Sachen zu veröffentlichen. Aber irgendwann kommt ein Punkt, an dem man es nicht mehr zurückhalten kann und der Wunsch, es endlich los zu lassen, wird sehr groß. So als müsste man ganz dringend pinkeln. Seit die EP draußen ist, geht es mir deswegen um einiges besser. Jetzt kommt das Album. Oje.”

Nun soll also das oft heraufbeschworene wegweisende Debütalbum folgen, doch dieser vermeintlich große Druck macht der charmanten Musikerin keine Sorgen. Aus dem Bauch heraus vertont OSKA ihre Empfindungen, so war das schon immer. Ihre erste neue Single „Lousy T-Shirt” entstand innerhalb von ein paar Stunden an einem heißen Sommertag in 2020. Maria sagt: ”Es war das erste Lied, das ich nach meiner Trennung schreiben konnte. Es hat ein bisschen gebraucht, bis ich die richtigen Worte für diese Beziehung und vor allem das Beziehungsende finden konnte. Es geht darum, was nach so einer Erfahrung zurückbleibt und dass einem die Beziehung selbst gar nicht real vorkommt. Wenn man zurückschaut, fühlt es sich eher so an, als würde man einen Film ansehen und nicht, als hätte man es tatsächlich erlebt. Manchmal hat man vielleicht auch das Gefühl, dass der andere alles viel leichter wegsteckt und dass alles was übrig bleibt ein T-Shirt ist – eine Aussage, die von meinem Ex- Freund kam.”

Doch OSKA wäre nicht OSKA wenn sie diesen emotionalen Rückschlag nicht mit etwas Humor zu einem wunderbaren Stück Musik verarbeiten könnte. „Es ist ein sehr persönlicher Song, den ich in einer Phase geschrieben habe, als ich wütend war. Nachdem ich den Song geschrieben habe, war ich es nicht mehr. Das ist das Schöne am Songschreiben – man hat so eine Freude mit dem neuen Lied, dass man alles vergisst. Manchmal ist es auch genau das, was von einer Beziehung übrigbleibt: ein lousy T-Shirt und ein Song.”

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