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Naked Cat: unverblümte Geschichten ohne verschachtelte Pseudo-Poesie

Naked Cat  -  Quelle: community promotion

Der Hamburger Solokünstler NAKED CAT hält nichts von lediglich auf optimale Kommerzialität ausgerichteten Hintergedanken, wenn es um seine Musik geht. Er möchte ehrliche Musik erschaffen, die genau so veröffentlicht wird, wie es sich im Produktionsprozess richtig anfühlt – ohne sie dabei vermeintlichen „Hit-Konventionen“ zu unterwerfen. Mit seinem am 09.04.2021 erschienenen Track „Right Here, Right NOW” öffnet er uns die Tür zu seiner bald kommenden EP.

„Die bekannteste und älteste Rasse der Nacktkatzen sind die Sphynx. Sie sind mittelgroß und muskulös. Sie haben ausgeprägte Wangen, ein starkes Kinn, sind intelligent, lebhaft und sehr menschenbezogen. Durch ihr besonderes Aussehen und ihre Seltenheit werden sie gleichermaßen bewundert und skeptisch betrachtet und wurden 2020 zum Insta-Hype.“

Besser könnte man den Hamburger Produzenten und Songwriter Julius Trautvetter, das Mastermind hinter NAKED CAT, nicht beschreiben. Schon als Jugendlicher reichte es dem Multiinstrumentalisten nicht aus einfach nur mehrere Instrumente zu beherrschen, vielmehr begibt er sich wie besessen auf die Suche nach einer Soundästhetik, die seiner Phantasie und Kreativität gerecht wird. Hierfür entwirft er abenteuerliche Konstruktionen aus Adaptern zwischen alten DDR-Mischpulten, der Klinkenbuchse des elterlichen PCs und einem alten kaputten Deckenlautsprecher, der mit einem Autoradio angetrieben wird.

Schnell erkennt er, dass er sich Musik nicht entziehen kann und beginnt ein Jazzstudium – in der Hoffnung seinen musikalischen Drang nach Grenzenlosigkeit, Weite, Transzendenz und Universalität damit stillen zu können. Sein Sound-Hunger treibt ihn von Deutschpop, Nashville-Country, Dark Wave, Gothic zu jedem Winkel, den die Musikbranche bereithält und er beendet sein Studium mit einem Paukenschlag, indem er seinen Professoren eine 10 köpfige Band – die Live-Techno improvisiert – vor den Latz knallt und den Club in eine Sauna verwandelt.

Ähnlich wie damals führen Trautvetters teils absurde und unübliche Produktions- Methoden zu einem uniquen Sound, der sich schnell in der gesamten deutschen Musikszene einen Namen macht. Im Studio oder auf der Bühne arbeitet er mit Künstlern wie Fettes Brot, Clueso, Hundreds, Cäthe und Leslie Clio. Da es aber in der Natur eines Freigeistes liegt, sich ständig neu zu erfinden, zu experimentieren, improvisieren und ungehemmt zu arbeiten, springt er bald ins kalte Wasser, hängt seine Live-Karriere vorerst an den Nagel und schließt sich in seinem Studio ein, um an eigenen Songs, oder für andere Künstler zu schreiben und zu produzieren.

Er ist der Typ, der neben dir an der Kasse in schreiend bunten Klamotten und Glitzernagellack umweltfreundliches Klopapier kauft, um sich danach wieder tagelang in einen fensterlosen Raum einzusperren, um herauszufinden, wie man aus einem Kochtopf einen Trap-Bass erzeugen kann. Einfach, weil ihm Presets nicht authentisch genug sind. Er ist der WG-Mitbewohner, der stundenlang aus dem Fenster starrt, nicht ansprechbar ist und den man nur mit einer fliegenden Cola-Dose aus der Trance holen kann, nicht wissend, in welchen Dimensionen er sich die letzten Stunden wohl rumgetrieben hat. Ähnlich wie die Optik der Nacktkatzen, ist auch Trautvetters Songwriting. Besonders, auffällig, einzigartig, aus der Reihe fallend, ehrlich, direkt und ungeschönt.

Er schafft es mit einfachen Worten in die Tiefe zu gehen, bewegt sich leichtfüßig durch die verschiedenen Facetten der Popmusik und verliert absichtlich den Blick auf das große Ganze. Denn wenn ein Song berührt, sind Stil und Genre überhaupt nicht mehr wichtig. Und auch nicht, ob er vielleicht ganz anders klingen müsste, um so zu klingen wie… – und so viel Geld einzuspielen wie… .

Manche Songs gehören einfach so veröffentlicht, wie sie geschrieben wurden, ohne Filter, ohne kommerzielle Hintergedanken und dem heiligen A&R-Wissen „was funktioniert und was nicht.“ Für manche mag das alles vielleicht eigenartig klingen – oder erfrischend neu, innovativ, aufregend und ganz sicher nicht langweilig. Und so klingt auch die erste EP von NAKED CAT, die Anfang 2021 erscheint. Zwar nicht glatt wie ein Nacktkatzenhintern – aber geschmeidig weich und ganz sicher Insta-Hype würdig. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, sehen doch alle Katzen so aus wie die Sphynx – wenn man sie rasiert.

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