24/7 Diva Heaven: Hurra, der dirty Punknoiserock der 90er lebt noch/wieder

Es gibt Musikgenres, die scheinbar ausgestorben sind und nur noch hin und wieder mal den Weg aus dem Archiv auf den Plattenteller finden. Und dann landet plötzlich ein Album im Briefkasten, das einen so dermaßen wegpustet und einen 25 bis 30 Jahre jünger werden lässt.

Wer mit 17 bis 22 Jahren zu Beginn der 1990er als musikalische Begleiter Bands wie Sonic Youth, Dinosaur Jr., Helmet, Pixies, The Smashing Pumpkins hatte, der dürfte den rohen Sound in der aktuellen Musikbranche etwas vermissen und wird nun in diesem Album eine kleine neue Heimat finden. Akkorde die so wunderbar dirty dahingeschrammelt werden, eine rauhe, aggressive Stimme, die an vielen Stellen an die einer Kim Gordon oder eines Billy Corgan erinnert. Die Anleihen sind unverkennbar und dennoch klingt es frisch und unverbraucht und nicht wie ein schaler Aufguss vergangener Tage.

Vielleicht ist es auch einfach nur die richtige Musik für diese Zeit – direkt und geradeaus. Wütend, wild, laut und dennoch voller Glitzer und Glamour. Das Spiel mit Gegensätzen wird von 24/7 Diva Heaven perfekt beherrscht, egal auf welchem Spielfeld.

Mit „Stress“ veröffentlichen 24/7 DIVA HEAVEN endlich ihr Debut Album, obwohl es sich so keineswegs anfühlt. Denn die Drei sind seit einiger Zeit hyperaktiv. Ihre EP „Superslide“ war vor zwei Jahren ein erstes Lebenszeichen, unzählige Shows, Tourneen und Festival-Auftritte u.a. beim Desert Fest, dem Stoned from The Underground oder dem Popkultur Festival zeigten, dass die Band mit riesigen Schritt voran schreitet. Und auch Online ist die Band unübersehbar, mit Charme, Augenzwinkern und guten Inhalten.

„Stress“ ist ein feistes Rockalbum zwischen Grunge, Alternative Rock und Punk, zwischen Fuzz und heavy Riffs und vor allem stets mit großen Refrains und Melodien. Klare Referenzen in den 90ern, aber frisch und zeitgemäß. Ein rotziges Pop-Album, das selbstbewusst und wiedererkennbar zwischen Späti und Sushi-Laden stattfindet. Dass Karo Paschedag (Bass), Mary Westphal (Schlagzeug) und Katharina Ott-Alavi (Git / Voc) auch außerhalb von Proberaum und Bühne aktiv sind und sich politisch zeigen, ist eine weitere Qualität. Die Berliner GRRRL NOISY-Bewegung wurde von ihnen gegründet und liegt ihnen dementsprechend am Herzen. Hier werden Synergien erzeugt, um mit Frauen für Frauen etwas zu bewegen. Konzerte, Sessions, Video-Streams, Diskussions-Plattformen. 24/7 Diva Heaven… nicht nur ein Bandname, irgendwie auch Programm.

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