25 Jahre Cannibal Corpse müssen gebührend gefeiert werden!

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Uns war allen klar, dass Cannibal Corpse ihr 25-jähriges Jubiläum mit einer Tour feiern werden, einer ausführlichen Tour mit hoffentlich einem Stopp in Köln. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Keine Death Metal Kapelle, neben Slayer, kann auf eine solche Geschichte zurückgreifen, wie Cannibal Corpse es kann. Keine wie sie hat über die Jahre hinweg mehr Klassiker geschrieben, die bis heute als ungeschlagen gelten. Um diese Tour noch mehr zu feiern, wurden auch noch DevilDriver, The Black Dahlia Murder und Hour of Penance eingeladen. Bands, die alleine schon die Kölner Essigfabrik hätten füllen können!

Um halb sieben stehen Hour of Penance in den Startlöchern bereit. Die Italiener aus Rom sind für ihren kompromisslosen und schnellen Death Metal bekannt und scheinen für Cannibal Corpse-Fans die ideale Medizin sein, um auf Konzerten munter zu werden. Zwar gibt es an manchen Stellen in den Songs eine Pause, aber diese ist auch genauso schnell vorbei, wie sie gekommen ist. Hier gibt es musikalisch keine Verschnaufpausen. Leider habe ich Hour of Penance in neuem Line-Up noch nicht gesehen, muss aber sagen, dass sich Gitarrist und Sänger Paolo Pieri als Ersatzmann für Francesco Paoli hören lassen kann. Dieser kann seit zunehmender Tätigkeit für Fleshgod Apocalypse nicht mehr für beide Bands tätig sein. Spieltechnisch zocken die Italiener wirklich auf hohem Level – Hut ab!

Es sind noch keine acht Uhr und The Black Dahlia Murder lassen ihr Intro „A Shrine To Madness“ von ihrem Album „Ritual“ aus den Boxen dröhnen. Die Melodic Death Metal Kombo hat, wie auf jeder Show in Köln, die Meute direkt im Griff und liefert eine Metal-Show in Bilderbuchformat. Sänger Trevor shoutet ohne Anstrengung helle und dunkle Growls, als hätte er die Lunge eines Gorillas und flattert dabei von einem Bühnenende zum anderen, während er die Kölner zum headbangen und tanzen anregt, die von dieser Band und ihrer Live-Fähigkeiten einfach überzeugt sind. Gitarrist Ryan Knight spielt zu jedem Song ein fantastisches Solo und Neuzuwachs Alan Cassidy scheint sich an den Drums zum perfekten Mitspieler entwickelt zu haben. The Black Dahlia spielen Songs aus allen Releases und zum Glück meinerseits auch meinen Lieblingssongs „Miasma“. Mit diesem Album haben sie mich in ihrem Bann gezogen und werden mich auch nicht mehr als begeisterter Zuhörer los. Nach 45 Minuten endet ihr Set leider auch schon wieder. Ihr neues Album ‚Everyblack‘ wurde auf der Show für Juni 2013 angekündigt und wird hoffentlich eine Bestie, wie alle Alben zuvor auch.

DEVILDRIVER_9Mit DevilDriver scheint mit die Reihe an Death Metal Bands für den heutigen Abend kurz zu stoppen. Das heißt aber nicht, dass DevilDriver nicht heiß auf der Bühne erwartet werden! Der ehemalige Coal Chamber Sänger Dez Fafara hat in den letzten zehn Jahren fünf Alben mit DevilDriver auf den Markt gebracht und entpuppt sich als wahrer Entertainer. Die Kölner gehorchen ihm aufs Wort. Er kündigt Circle Pits und Walls Of Deaths an und die Besucher setzen seine Wünsche mit Begeisterung um. DevilDriver wirken durch die anderen Bands weitaus grooviger und können mit ihrem Trash Metal die Scharren auf ihre Seite ziehen. Im Live-Set gibt es zwar auch ältere Songs wie „Hold Back the Day“, aber man merkt, dass die neueren Songs von „Beast“ vermehrt gespielt werden. Dez Fafara kann mit seinen Herren ruhig bald wieder in die Region kommen. Nach diesem Applaus klärt sich diese Frage von ganz alleine.

CANNIBALCORPSE_32Jetzt warten alle Anwesenden auf die Kapazität Cannibal Corpse. Mit welchen Hits werden Webster & Co. uns wohl überraschen? Auf eine Auswahl aus zwölf von Fans geschätzten Alben kann nicht jede Band zurückgreifen. Plötzlich geht vorne das Licht an und Cannibal Corpse betreten die Bildfläche und „Demented Aggression“ feuert los. Die Amis sind erbarmungslos und ballern heute Songs aus fast 10 Releases. In all den Jahren haben diese Pioniere immerwieder ihre damals gelegten Stilmittel mit modernen Elementen gemischt. Die New Yorker haben sich und der Death-Metal-Szene gezeigt, dass ihre brutale und schnell als stumpf zu nennende Musik weitaus mehr kann, als die sie im ersten Augenblick zeigt. Es ist einfach anerkennenswert, wie viele junge und alte Menschen diese Band noch mit Begeisterung auf Konzerte bringt, die ihre Musik mögen und wertschätzen. Die Erfahrung macht sich natürlich auch Live bemerkbar. Der selbsternannte Corpse-Grinder klingt am Mirko fit wie eh und je. Der Beifall für die heutige Show ist mehr als verdient und die Songauswahl mit Hits wie „Unleashing the Bloodthirsty“, „Make Them Suffer“, oder „Hammer Smashed Face“ mehr als grandios.

Ich wünsche Cannibal Corpse in den nächsten 25 Jahren noch mehr Spaß, vollere Hallen und noch mehr treue Fans, als sie jetzt schon besitzen. Alle Bands haben heute ihr Liga-Können mehr als bewiesen und die Vorfreude auf die nächste Tour gesät. Horns Up!