ABBA – The Show 2012 in der Arena in Trier

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DATUM» 08.01.2012
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Was braucht man, um eine Legende der 70er Jahre wieder aufleben zu lassen? Hilfreich sind Protagonisten, die den Originalen möglichst ähnlich sehen und ihnen stimmlich wie instrumental entsprechen, nützlich zudem eine gute Backing Band, vielleicht ein Orchester und eine aufwändige Produktion. Und hat man all das zusammen, dann passiert etwas wie ABBA – The Show. Ein Event, dass mühelos fast 4500 Zuschauer in die Arena Trier lockt, denen spätestens nach drei Songs ein seliges Leuchten in den Augen steht.

Die Band kommt aus Schweden, nennt sich passenderweise Waterloo, und verfügt neben den Sängerinnen Camilla Hedrén und Katarina Nord, die Agnetha und Frida tatsächlich verblüffend ähneln, über einen Pianisten Martin Hakansson, der den Benny gibt, und den Gitarristen Johan Löfgren alias Björn. Dazu gesellen sich vier weitere Instrumentalisten und ein dreiköpfiger Backgroundchor. Unter der Leitung von Matthew Freeman setzt das National Symphony Orchestra of London mit zehn Streichern, fünf Bläsern und unterstützendem Schlagwerk dem Ganzen die Krone auf und erzeugt einen Sound, der zu ABBA-Zeiten unerreichbar gewesen wäre.

Vor Beginn der Show gibt es einen netten Promo-Film mit Statements von verschiedenen Mitwirkenden, der am Ende fast nahtlos in das Geschehen auf der Bühne überleitet. Eine Art Conferencier führt in charmant gesprochenem Deutsch durch den Abend, mit kurzen Geschichten zu ABBA und einzelnen Songs. Ansonsten ist die Show aufgebaut wie ein Original-Konzert der schwedischen Band und im Vordergrund stehen natürlich zunächst mal die Mädels. Die Modesünden der 70er  – wie farbenfrohe Mini-Kimonos, weiße Leggins und Seiden-Ponchos – zeigen noch heute ihre Wirkung und bringen den Flair der Zeit zurück. Auch stimmlich gibt es nichts auszusetzen. Katja und Camilla interpretieren die Klassiker wie „Ring Ring“, „Knowing Me, Knowing You“, „Honey, Honey“  und „Take A Chance On Me“ originalgetreu und absolut mit den Vorbildern übereinstimmend.

Das Orchester ist erhöht hinter der Band platziert und ergänzt den ABBA-Sound mit schlüssigen und meist zurückhaltenden Arrangements. Doch nicht nur akustisch, sondern auch optisch bereichern die Musiker die Show ungemein  und überraschen mit zahlreichen choreographischen Einlagen, bei denen sogar die Instrumente mit einbezogen werden. In einzelnen Passagen, wie z.B. der Ouvertüre oder bei einem instrumentalen Intermezzo lässt Freeman seinen Musikern dann freien Lauf und gestattet ihnen, ihr ganzes Können zu zeigen. Auch die Background-Sängerinnen tragen überzeugend zum runden Gesamtklang bei und dürfen beim „Symphony-Medley“ auch mal ohne die Hauptsängerinnen glänzen.

Als Gäste kommen zwei Originalmusiker aus ABBA-Zeiten zu späten Ehren: Ulf Andersson zeigt sein Können am Saxofon bei „I Do, I Do, I Do, I Do, I Do“ und greift für „Fernando“ sogar zur Piccolo-Flöte,    und Gitarrenvirtuose Janne Schaffer beweist, dass auch er im Alter nichts verlernt hat. Immerhin ist gerade der Sound des Gitarristen verantwortlich für eine Reihe von Klassikern wie „SOS“, „Summer Night City“ oder „Voulez-Vous“.

Die Magie von ABBA wirkt auch nach über 30 Jahren noch – das Publikum  lässt sich bereits vor der Pause bei „Mamma Mia“ zum kollektiven Mittanzen und Mitsingen bewegen und ist in der zweiten Hälfte kaum noch zu bremsen. Kurz wird es noch etwas melancholisch und sehr ergreifend mit „The Winner Takes It All“, doch dann jagt ein Hit den nächsten. „Dancing Queen“, „Gimme! Gimme! Gimme!“ und „Super Trouper“ sorgen für Stimmung, bei den Zugaben darf Johan Löfgren im lila Overall mit „Does Your Mother Know“ in den Vordergrund, und“ Waterloo“ wird in den Original-Grandprix-Kostümen präsentiert. Mit „Thank You For The Music“ endet ABBA -The Show schließlich und entlässt die Zuschauer mit dem zufriedenen Gefühl, eine rundum gelungenes und unterhaltsames Event erlebt zu haben.