Alcest, Les Voyages De L’’âme Europa Tour 2012 Support: Heretoir, Soror Dolorosa, Schacht 1 in Oberhausen

Alcest, Les Voyages De L'âme Heretoir, Soror Dolorosa, Schacht 1 in Oberhausen
DATUM» 24.02.2012
ARTIST» , , ,
VENUE»

Nicht nur für Metal-Fans ein wahrer Genuss: Das Metal-Festival im Schacht1 in Oberhausen als voller Erfolg! Alcest präsentieren sich bei ihrem exklusiven Gig in Oberhausen von der besten Seite, doch auch die Supporter können sich sehen lassen.

Den Auftakt machen Heretoir aus dem fernen Bayern. Die Veranstalter sind glücklich, sich diese Herren sichern zu können; doch an diesem Abend geben sich großartige Kapellen die Klinke in die Hand. Soror Dolorosa, die ihr erstes Album vor knapp einem Jahr released haben („Blind Scenes“) spalten zunächst die rund 600 Zuhörer in ihren Meinungen; spätestens aber mit ihrem melodischen, aufwühlenden Song „Autum Wounds“ holen sie sich das Publikum heran und können bei vielen sogar für einen Moment die Vorfreude und die Spannung auf die lang erwarteten Alcest vergessen machen. Mit introvertiertem Tanz und bass-lastiger Stimme begeistern sie vor allem die etwas düster gestimmten Zuhörer.

Doch erst als Les Discretes die Bühne betreten, kocht die Stimmung so richtig hoch. Die Songs werden mit heftigen Applaus-Salven bejubelt, die Mähne fliegt durch die Luft und Sänger und Girarrist Fursy Teyssier grinst verschmitzt und etwas ungläubig ins Publikum. Als könnte er kaum fassen, was ihm zu Füßen dort gerade vor sicht geht, sieht man ihm seine Spielfreude und die Lust an der Musik förmlich an; die sich dann in ihren epischen, teils verstörenden Songs widerspiegelt. Ein Metal-Festival par excellence. Da mit Les Discretes schon fast die Formation von Alcest auf der Bühne steht, werden die, die nicht vollends in der Musik aufblühen hibbelig: Alcest ist die große Nummer, auf die hier alle warten. Doch ein kleines Highlight kommt schon nach dem Auftritt von Les Discretes, als die Bandmitglieder nach und nach die Bühne verlassen um Fursy Teyssier allein zurückzulassen; der Mann mit den tausend Talenten, der mit einigen Handgriffen einen Soundteppich zurücklässt, schnell noch ein Foto für das Erinnerungsalbum schießt, um dann die Bühne für Alcest zu räumen.

Und dann ist der große Moment gekommen, nach einer kleinen Umbau-Pause kommt die Formation Alcest endlich auf die Bühne. Jetzt wird Großes erwartet: Und sie präsentieren großes. Etliche Minuten ziehen sich die Songs, zu denen sich die Metal-Köpfe schütteln. „Alcest“-Rufe schäppern durch den Raum, Jubelstürme brechen los, als der ein oder andere Song angekündigt wird. Die Titel eben so experimentierfreudig wie die Musik an mancher Stelle, so spielten sie unter anderem „Faiseurs De Mondes“, „Les Voyages De L’Âme“ oder „Souvenirs d’un Autre Monde“. Anderthalb Stunden fliegen Finger über Seiten, Haare durch den Raum und Füße über den Boden. Die Stimmung zwischen Band und Publikum ist spürbar und fantastisch: Die Band wird gefeiert. Auch als das Konzert droht, dem Ende entgegen zu gehen, lässt sich die Masse nicht lumpen; Zugabe wird gefordert, Zugabe wird gespielt. Drei weitere Songs, die zu einer Ewigkeit verschmelzen gibt es auf die Ohren. Obwohl Alcest für eingefleischte Fans die Show der Shows gespielt haben, so haben Les Discretes sie fast noch getoppt. Ein grandioser Abend mit grandiosen Bands, stimmungsvoll und ein voller Erfolg.