Amy Macdonald rockt das Kölner Palladium

Amy McDonald Live 2012
DATUM» 09.11.2012
ARTIST»
VENUE»

Manchmal wünschte man sich, man könnte das Konsumverhalten der Leute hinsichtlich ihrer Musikvorlieben kontrollieren. Zu vielen Musikern bleibt der große Durchbruch vergönnt, zu wenige schaffen es tatsächlich sich einen Namen zu machen. Bei Amy Macdonald hingegen ist der Erfolg mehr als verdient. Die schottische Folk-Musikerin machte 2007 mit ihrem Debütalbum „This Is The Life“ auf sich aufmerksam: Viva und MTV spielten die gleichnamige Single in der Dauerschleife, Auszeichnungen aus Platin und Gold prasselten auf die damals erst 20-Jährige ein. Fünf Jahre später gastiert die Folk-Musikerin nun an einem kalten Novembertag im Kölner Palladium vor sage und schreibe 4.000 Zuschauern. Ausverkauft! Selbst stolze Eintrittspreise von mehr als 40,00 Euro konnten hier ihre Fans nicht abschrecken. Respekt schon mal dafür.

Als um 21.00 Uhr das Licht ausgeht und die Frau des Abends mit Band und glitzerndem Kleid die Bühne betritt, wird sie von ihren Fans begeistert empfangen. Es wird gewippt, genickt, einzeln sieht man vor allem Damen zu den Klängen der Musik asynchron tanzen. Sehr unterhaltsam das Ganze. Eines ist schon nach den ersten Liedern sicher: Alle scheinen ihren Spaß an der jungen Musikerin zu haben. Was ein wenig verwundert, ist lediglich das Durchschnittsalter der Zuschauer. Jugendliche sind hier anscheinend fehl am Platz. Überall sieht man gealterte Pärchen, welche mit ihren Digi-Cams aus dem letzten Jahrtausend vergebens versuchen brauchbare Aufnahmen von der Bühne zu machen, die gefühlte 50 Meter entfernt ist. Leider ist diese Gesellschaft äußerst lernunfähig und so wiederholt sich diese Prozedur bei nahezu jedem Song – immer mit demselben enttäuschenden Ergebnis. Ob man damit die Enkel und Urenkel beeindrucken kann ist äußerst fraglich.

Zur Performance auf der Bühne kann man hingegen nur voll des Lobes sein: Größte Kracher sind natürlich die oben angesprochene Single „This Is The Life“ und die aktuelle Single „Slow It Down“ – aber auch ihre Akustikstücke wie „Love Love“ kommen in Kombination mit dem Bühnenbild, welches aussieht wie ein Sternenfirmament, sehr gut an. Darüber hinaus streicht die Dame aus Glasgow mit ihrem schottischen Akzent weitere Pluspunkte ein. Nach „Life In A Beautiful Light“ verabschiedet sich Amy Macdonald von der Bühne, lässt es sich dann aber doch nicht nehmen für drei letzte Songs wieder zu kommen.

Mit „Let’s Start A Band“ beendet sie schließlich ihr 90-minütiges Konzert. Was bleiben wird, sind schöne Erinnerungen an ein Konzert und an eine Musikerin, die es geschafft hat sich mit ihrer Folkmusik dauerhaft zu etablieren.