Architects rocken die Kölner Essigfabrik, 15.04.2014

DATUM» 15.04.2014
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Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. So verpasst man, dank der Deutschen Bahn und straffer Running-Order direkt zwei Bands. Dabei ist der Einlass gerade einmal eine Stunde vorbei. Aber geteiltes Leid ist halbes Leid! Ich war nicht der einzige Besucher, der merkte, dass er etwas verpasst hat. Es gab noch 16 Karten an der Abendkasse nach Aussage von Architects. Die Halle war voll, wie ich es selten zu dieser frühen Uhrzeit gesehen habe. Wenn man sich aber die zufriedenen Gesichter der schon länger in der Halle Verweilenden betrachtet, können More Than Life und Nortlane, wie bekannt, ihren Job nur gut gemacht haben.

Die New Yorker Stray From The Path werden mit Applaus und Freudenschreien begrüßt. Die Band hatte auf ihren ersten Touren leichte Schwierigkeiten, sich musikalisch zu etablieren. Ihre Crossover und Punk-Faktor bekamen mehr Aufmerksamkeit als sie mit Harcore-Bands wie Deez Nuts oder The Ghost Inside unterwegs waren. Heute Abend hören wir viel Material von ihrem letzten Album „Anonymous“, eine Platte, die musikalisch sehr an Rage Against The Machine erinnert. Es gibt eine Menge Groove aus tanzbaren Beats und Groupshouts, um das Publikum zu animieren. Das Set endet nach 30 Minuten und ein paar Mosh-Kids haben sich für Architects warm gemacht.

Der Headliner lässt nicht lange auf sich warten und beginnt direkt mit dem Opener „Gravedigger“ des neuen Albums „Lost Forever-Lost Together“. Erst einen Monat auf dem Markt und dennoch kennt jeder Anwesende die Texte der ausgewählten Songs und singt sie mit, wenn Sänger Sam Carter sein Mikro in Richtung Publikum hält! Sam ist einer der besten Metalcore Sänger, den ich kenne. Er klingt live genau so dynamisch und variabel, wie man ihn von den Alben her kennt. Architects bieten eine wirklich gute Live-Show. Die harten Gitarrenwände kombinieren sich technisch und geschickt mit den sehr melodischen Harmonien. Die Show in Köln ist die größte Headliner-Show, die die Briten außerhalb ihrer Heimat gespielt haben. Die Band scheint sichtlich erfreut über diesen Abend zu sein. Darum gibt es auch für ältere Fans „Follow The Water“ zu hören, ein Song, der die Entwicklung der Band bis zu heutigen Tage super erklärt und den Kern ihrer Musik am besten wiedergibt: Sich immer weiter von Mathcore zu entfernen, aber die Songs niemals wirklich anspruchslos klingen zu lassen. Architects haben sich in den Jahren eine sehr treue Fansbase erspielt, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. Ein Abend der noch lange in Erinnerung bleiben wird!