Attacke der Iren! Die Dropkick Murphys in Düsseldorf

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DATUM» 31.01.2013
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Schnürt die Springerstiefel zusammen und ext euer letztes Guiness, ihr verdammten Hunde! Die Dropkick Murphys sind in Düsseldorf! Vermissen konnte man die sechs Herren aus Boston eher weniger, spielten sie doch bereits letztes Jahr im Februar an Ort und Stelle. Nicht zu vergessen ist ebenso ihre ausgedehnte Festivaltour im Jahre 2012. Doch siehe da, die Herren waren selbst in dieser Zeit fleißig damit beschäftigt ein neues Album zu schreiben. „Signed and Sealed in Blood“ heißt das gute Stück und reiht sich nahtlos in die Diskografie der Bostoner ein.

Eine weitere tolle Eigenschaft von den Murphys ist, dass sie sich ihren Support immer genau aussuchen. So machten in den vergangenen Jahren Bands wie Less Than Jake, Broilers, Sick of it All, The Mahones oder The Bouncing Souls die Meute heiß auf wildes Mitgegröhle und wüste Kloppereien im Pit. Dieses Mal überraschen die Herren mit Frank Turner, seines Zeichens britischer Folk-Musiker mit Punk Wurzeln und in seinem Genre einer der absoluten Hochkaräter.

Dieser schmettert auch gleich zu Beginn einen Hit nach dem nächsten heraus. Die Leute wärmen sich auf zu den Klängen von „Long Live The Queen“,  „Four Simple Words“ oder dem großartigen „I Still Believe“. Ein perfektes Vorab-Programm, was der Brite heute abliefert. Sichtlich zufrieden verlässt dieser auch nach gut 40 Minuten die Bühne. Mission accomplished Mr. Turner.

Nach kurzem Umbau melden sich auch die Herren des Abends zu Wort. Manche können ja noch bei den Klängen zu „The Boys Are Back“ stehen bleiben, doch spätestens bei „The Gauntlet“ bekomme selbst ich plötzlich auch die Sehnsucht mir ne Whiskey Flasche zu nehmen und sie jemandem über den Schädel zu ziehen. „Stand Up and fight, and I’ll Stand up with you“ – Chöre sind da nicht unbedingt förderlich, das Ganze zu unterbinden. Verdammte Chaoten! Jedoch kommen auch die ruhigen Momente nicht zu kurz. Ganz weit vorne ist da natürlich „Forever“, in der sich die ganze Philipshalle in den Armen liegt, hier und da sieht man sogar knutschende Pärchen. Na also, es geht doch auch romantisch. Generell ist der doch recht junge Altersdurchschnitt sehr erstaunlich. In den letzten Jahren haben sich da doch mehr Ü-30 Hünen in die Menge gesellt, die innerhalb von ca. zwei Minuten einen ganzen Pit aufgemischt haben. Heute ist zwischen 15 bis 35 Jahren alles dabei. Zwingend gesittet muss das trotzdem nicht zugehen, immerhin sind das hier die Dropkick Murphys und nicht die Dubliners! Die Pits öffnen und schließen sich, es wird aufeinander zugerannt, Fäuste fliegen kreuz und quer und trotzdem schafft es jeder mitzugröhlen bis die Stimme versagt.

Der Kracher des Abends ist wie erwartet „I’m Shipping Up To Boston“. Für die Leute, die noch nie bei einem Dropkick Murphys Konzert waren, hier eine kurze Erklärung: Wenn man die ersten Bassschläge dieses Songs hört, verwandelt sich die gesamte, wirklich die gesamte Menge in eine riesige Lawine. Man wird durchgeschüttelt bis aufs Knochenmark, sieht vor lauter Crowdsurfs die Decke der Location nicht mehr und ans Sprechen morgen darf man gar nicht mehr erst denken. Der absolute Wahnsinn, selbst für einen erfahrenen Konzertgänger.

Der Abend neigt sich dem Ende und so wollen ihn auch die Dropkick Murphys ausklingen lassen. Bei „End of the Night“ dürfen alle Damen auf die Bühnen – jedoch nicht zu lange. Bei „Skinhead On The MBTA“ bricht ein Platzsturm auf die Bühne aus, den Düsseldorf seit dem Relegationsspiel gegen Hertha BSC Berlin nicht mehr erlebt hat. Gezählt an den gesamten blauen Flecken und Schürfwunden muss man sagen, dass der Auftritt der Murphys der wohl heftigste war, den ich miterleben durfte – trotz des ruhigsten Albums in ihrer Karriere. Aber bei der Band sind Kontroversen gang und gebe. Bis zum nächsten Mal, ihr irischen Raufbolde!

Setlist:

  • The Boys Are Back
  • Burn
  • Johnny, I Hardly Knew Ya
  • Going Out In Style
  • The Gauntlet
  • A Few Good Men
  • Your Spirit’s Alive
  • Prisoner’s Song
  • The Irish Rover
  • My Hero
  • Jimmy Collins‘ Wake
  • Worker’s Song
  • Citizen C.I.A.
  • The Battle Rages On
  • Forever
  • Out of Our Heads
  • Working (Cock Sparrer Cover)
  • The Gang’s All Here
  • Rose Tattoo
  • Captain Kelly’s Kitchen
  • I’m Shipping Up to Boston (mit Frank Turner)
    —————————–
  • Barroom Hero
  • End of the Night
  • Skinhead on the MBTA
  • T.N.T. (AC/DC Cover)