Back to the 90s: Skid Row & Ugly Kid Joe in der Kölner Essigfabrik

DATUM» 11.10.2013
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Funkiger Heavy Rock mit derben Rapeinlagen trifft auf klassischen Hard Rock und betont lässige Rocker- Attüde. Passt nicht? Und ob! Dass diese Kombination nicht nur funktioniert, sondern geradezu brennt, beweisen Ugly Kid Joe und Skid Row mit ihrer Doppel- Headliner- Tour, bei der sie am 10.11.2013 glücklicherweise auch den Weg in die Essigfabrik in Köln finden.

Anfang der 1990er-Jahre waren beide Bands nicht aus der Hard- Rock Szene wegzudenken. Mit Millionenfachen Albenverkäufen und großen Hits wie „I Remember You“, „Monkey Business“ und „Youth Gone Wild“ machten sich Skid Row einen Namen, die Hits „Everything About You“ und „Cats in the Cradle“ von Ugly Kid Joe kann wohl jeder mitsingen. Mit welch jugendlicher Spielfreude sie beide heute noch auffahren können, beweisen sie dem Publikum der gut gefüllten Essigfabrik.

Die Australier Dead City Ruins, dem Publikum wohl noch gänzlich unbekannt, machen den Anfang. Dem zunächst verhaltenen Applaus zum Trotz, geben die Jungs Vollgas. Stolz erklären sie, dass sie es ohne Tourmanagement geschafft haben als Support der „Mighty Skid Row“ zu fungieren und zeigen deutlich, dass sie diese Chance nutzen wollen. Die fünf Vollblutmusiker nehmen die Bühne ein, sind aktiv, schütteln ihr Haar, beeindrucken mit typisch dreckigem Aussierock und geilen Gitarrensoli. Nach einem etwa 30minütigem Auftritt verlassen sie unter nun doch euphorischem Applaus dann auch leider schon die Bühne.

Nun ist es an Ugly Kid Joe zu beweisen, dass sie es noch können. Und das tun sie! Sie scheinen nicht nur optisch keinen Tag gealtert zu sein, sondern sprühen ebenfalls vor Spielfreude und Energie. Und so ist es wenig erstaunlich, dass das Publikum von der ersten Sekunde an voll dabei ist. Textsicher unterstützen sie die Band und feiern jeden einzelnen Song mit tosendem Applaus. Doch Sänger Whitfield Crane reicht das nicht. In gewohnt arroganter 90er Ausstrahlung fordert er die Menge immer wieder auf mehr zu geben und zwar zurecht! Wer so dynamisch über die Bühne fegt und die Fans mit Hits wie „Neighbour“, „So Damn Cool“ und „Everything About You“ erfreut, verdient, dass sich das Publikum ebenso verausgabt. „Cats in the cradle“ rührt fast zu Tränen, während die anderen Songs zum headbangen anregen. Nach atemberaubenden 11 Songs, verharren die Musiker bewegungslos auf der Bühne, bis sie, dank des ohrenbetäubenden Applauses wieder zu neuem Leben erwachen und mit ihrem wohl größten Hit „Everything About You“ und einem sagenhaft gelungenen Cover des Motörhead Klassikers „Ace Of Spades“ einen krönenden Abschluss abliefern.

Nach diesem überragenden Auftritt ihrer Kollegen haben es Skid Row gar nicht so leicht. Das Publikum ist anfänglich verhältnismäßig ruhig und geizt zunächst mit Jubel und Applaus, doch schon wenige Minuten später wird die Hairmetal- Größe mindestens genauso abgefeiert wie Ugly Kid Joe zuvor. Sänger Johnny Solinger ist nicht nur überaus sympathisch, sondern auch stimmlich kann er seinem Vorgänger durchaus das Wasser reichen. Ihm zuzuhören macht Spaß und zeigt: Sebastian Bach ist großartig, aber nicht unersetzlich.

Die Setlist besteht zu großen Teilen aus Songs ihres gefeierten Debütalbums von 1989 „Skid Row“. „Big Guns“, „Piece Of Me“, „Makin‘ A Mess“ und „18 and Life“ dürfen also nicht fehlen und laden direkt zu Beginn der Show zum mitgröhlen ein, wobei natürlich besonders „18 and life“ auf positive Resonanz stößt. Auch von ihrem Coveralbum „B-Side Ourselves“ haben sie einen Song im Gepäck. Mit „Psycho Therapy“ von den Ramones darf auch Bassist Rachel Bolan sein Gesangstalent unter Beweis stellen und kommt dabei gut an. Mitten ins Herz treffen Skid Row mit ihrer Powerballade „I Remember You“, die mit Johnny Solinger vor Kraft nur so strotzt. Das Highlight „Youth Gone Wild“ haben sich Skid Row für die Zugabe aufgespart, so dass auch das Ende ihrer Show einen energiegeladen Abschluss findet, der Lust auf mehr macht.

Legendäre Livequalitäten, super Setlist, ein feierwütiges Publikum und der Beweis: auch wenn wir alle älter geworden sind, wir sind und bleiben die „Youth Gone Wild“.

Ugly Kid Joe – Setlist:

  • Intro
  • VIP
  • Neighbor
  • Cust
  • Panhandling Prince
  • So Damn Cool
  • No One Survives
  • Devil’s Paradise
  • Cats In The Cradle
  • I’m Alright
  • Milkman’s Son
  • Goddamn Devil
  • Everything About You
  • Ace Of Spades

Skid Row – Setlist:

  • Let’s Go
  • Makin’ A Mess
  • Piece Of Me
  • 18 & Life
  • Thick Is The Skin
  • Riot Act
  • In A Darkened Room
  • Kings Of Demolition
  • Psycho Therapy
  • I Remember You
  • Get The Fuck Out
  • Monkey Business
  • Quicksand Jesus
  • Slave To The Grind
  • Youth Gone Wild

1 Kommentar

  1. Der Bericht trifft die Sache ganz gut, nur zwei Anmerkungen:
    1. Fand ich es genau andersrum, bei UKJ war die Stimmung anfags etwas reserviert, während es bei SR gleich voll abging. Was unter ander daran lag, dass
    2. am Anfang gleich einige Kracher rausgehauen wurden, unter anderem als zweites Lied „Big Guns“ – das fehlt in der Setlist!

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