Baskery „New Friends“ – Tour 2012 – Kleine Freiheit in Osnabrück

DATUM» 18.01.2012
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Routine, Zurückgelehntheit und kein Mangel an mitreißenden Melodien und punktgenauer Publikumsbeschwörung – seit ihrer Osnabrück-Premiere im April 2009 ist bei den Bondesson-Schwestern von Baskery viel passiert. Die wichtigsten Elemente ihrer Liveshows sind dabei allerdings gleich geblieben. Knapp drei Jahre nach ihrem leidenschaftlich-rohen Debüt, „Fall Among Thieves“, stehen die drei Schwedinnen wieder in Osnabrück – diesmal nicht im „Glanz & Gloria“, sondern in der „Kleinen Freiheit“ – im Mittelpunkt und haben ihr zweites Album, „New Friends“, dabei. Dass es darauf manchmal etwas ruhiger zugeht, als noch auf dem Erstling, hat mit einer größeren Bandbreite und mehr musikalischer Vielfalt zu tun. Zwischen all dem ausgewachsenen Country-Punk und der dreifachen Portion Energie sind es die Verschnaufpausen, die einem Baskery-Konzert anno 2012 beim Gelingen helfen.

Immer, wenn es heutzutage bei Auftritten der Nordeuropäerinnen ruhiger wird, erlebt man nicht nur (wie vorher) den Drang sich zu bewegen, mitzusingen und die Freude daran, den drei Bondessons beim musikalischen Derwischsein zuzusehen. Die drei Damen sind als Band gewachsen und schaffen es, nicht nur sich ins Rampenlicht zu stellen, sondern ihre Songs wirken zu lassen. Greta, Stella und Sunniva sind dank unablässiger Tourneen in aller Herren Länder zu einer Einheit verwachsen, die zwischen melodischem Lärm und entzückender Feinsinnigkeit alles beherrscht, was im Spannungsfeld von Stand-up-Bass, Gitarren (mittlerweile auch elektrische!) und dem herrlich verzerrten Banjo möglich ist.

Beiden Studioalben räumen die Geschwister in ihren aktuellen Sets ähnlich viel Bedeutung ein. Die rohen Rhythmen des Debüts passen dabei zur zuweilen poppig ausgeklügelten Stimmigkeit des Zweitlings. Jeder Song, egal von welcher Platte, benötigt sowieso den kompletten Körper- und Stimmeinsatz der drei Multitalente. Denn wird es ruhiger, dann sind vor allem die gesanglichen Qualitäten des Trios gefragt. Davon, und vom lebhaften – von Folk, Blues, Country, Gospel, Punk, Pop und Jazz unterfütterten – Rock’n’Roll der Schwedinnen, lebt eine Baskery-Show. Das war 2009 so, das ist heute Abend in der „Kleinen Freiheit“ so und das wird auch hoffentlich dann so sein, wenn die drei Bondessons das nächste Mal in die Gegend kommen. Nur darf die Wartezeit diesmal gerne kürzer sein als fast drei Jahre.