BASTA auf „Mach blau“ Tour 2012 in der Tufa Trier

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DATUM» 10.10.2012
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Wenn BASTA nach Trier kommen, sorgen sie für ein volles Haus. Diesmal in der Tuchfabrik, dem Kleinkunst-Mekka an der Mosel. 2011 erschien das letzte Album der Kölner A-cappella-Truppe. Titel: „BASTA… macht blau!“ So war dann auch die Bühne ganz in blaues Licht getaucht, als die Fünf zu den Klängen des weisen Songs „Es bringt nichts, auf der Waage den Bauch einzuziehen“ die Bühne betraten.

Das Publikum in der Tufa war von Beginn an begeistert. Es ist die Mischung aus tollen Melodien (fast alle aus der Feder des jüngsten BASTA-Sängers William Wahl), dem unberechenbaren Wortwitz und einer unvergleichlichen Spontanität, die jedes Konzert zum besonderen Erlebnis werden lassen. Da kann im Redefluss von Thomas Aydintan schon mal die ganze Truppe vor Lachen aus dem Konzept geraten.

BASTA spielten (mit Ausnahme von „BGS-Girl“) fast ihr komplettes neues Album. Die Songs sprechen für sich – und manchmal ist es sogar besser, sie live zu erleben. Dann bekommt mit den Konzertbildern im Kopf auch die Studioversion eine ganz neue Qualität. Beispiele? Das aktivistisch-aggressive Politstück „Abschalten“ und die Performance zu „Optische Enttäuschungen“ wirkten auf der Bühne viel stärker, als ich sie von der CD in Erinnerung hatte. Und dann die Choreographie-Einlage namens „Frierende Pinguine im Sturm“ zum Stück „Sitzen oder stehen“, die vom Publikum frenetisch gefeiert wurde.

Am besten gefielen mir von den neuen Songs das hochaktuelle „Appdepp“ mit der ungewöhnlichen Bitte, dass doch jemand seinen nächsten Hund „Dezi“ nennen solle, um einer bestimmten Textzeile mehr Sinn zu verleihen. Und die beiden typischen Williams-Balladen „Wenn der Duschvorhang der Einzige ist, der an dir hängt“ und „Meine liebsten Lieder“. Was den Reiz gerade dieses verträumten Songs ausmacht, ist schwer zu beschreiben. Doch wenn William gesanglich träumt, über welche abenteuerlichen Themen er gerne mal singen würde, schmelzen die Herzen dahin.

Natürlich gab es auch einige ältere Titel, deren Frequenz zum Ende des Konzerts hin zunahm. „Wer hat gesagt“ wurde in einer ultraschnellen Zungenbrecher-Version dargeboten. In wundervollen Parodien brillierten Renè Overmann als extrem schüchternes „Wild Thing“ und Thomas Aydintan als Liedermacher „Gefangen im Leib von Reinhard Mey“. Werner Adelmann lieferte eine eigenwillige Übersetzung von Abbas „S.O.S. “ und selbst der „Bratislava Lover“ feierte eine Wiederauferstehung. So war auch für langjährige Kenner der Band so mancher Leckerbissen mit dabei.

Thomas schien beim Trierer Konzert nicht so gut bei Stimme zu sein. Er ließ es sich kaum anmerken, doch die sonstige Stimmgewalt, die Fans von ihm gewohnt sind, fehlte vor allem bei seinen Solo-Einlagen. Aber die Kollegen fingen jede stimmliche Schwankung gekonnt auf. Das macht die große Klasse von BASTA aus – auf der Bühne sind sie unschlagbar und wandeln kleine Widrigkeiten in gelungene Gags um. Es gab nicht enden wollenden Applaus und drei Zugaben: den Song „Super Puter“ (im Original von ABBA) als Vorgriff auf die anstehende Weihnachtszeit, das originalgetreu dargebotene „Just A Gigolo“ und ganz zum Schluss Renè Overmann in seiner Rolle als Herbert Rosenberg mit „Er gehört zu mir“.

Live sind BASTA für mich die Nummer 1. Noch vor den Newcomern VIVA VOCE, vor den Altmeistern 6-Zylinder, und auch vor den Chartbreakern Wise Guys. Von den Live-Qualitäten sollte sich jeder mal überzeugen. Gelegenheiten gibt es viele, denn die Tour des Quintetts endet quasi nie.

Setlist – 10.10.2012 – TRIER:

  • Es bringt nichts, auf der Waage den Bauch einzuziehen
  • Guten Morgen
  • Wenn der Duschvorhang der Einzige ist, der an dir hängt
  • Appdepp
  • Frühstück bei Stefanie
  • Wer hat gesagt
  • Cool
  • Abschalten
  • Lass mich bei dir sein
  • Wild Thing
  • Gefangen im Leib von Reinhard Mey
  • Liechengrand

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  • Mach blau
  • Gegensätze
  • S.O.S.
  • Sei mein Feind
  • Optische Enttäuschungen
  • Spielerfrauen
  • Meine liebsten Lieder
  • Sitzen oder stehen
  • Bratislava Lover

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  • Super Puter
  • Just A Gigolo

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  • Er gehört zu mir