Between The Buried And Me Tour, Support: Periphery, The Saftey Fire, 12.10.2012 Köln-Luxor

Between theBuried and Me_Band
DATUM» 12.10.2012
ARTIST» , ,
VENUE»

Between-The-Buried-An-Me-PosterWelcher Progressive-Metalcore Fan kann behaupten, keine einzige Platte von Between The Buried And Me in seinem Regal zu besitzen? In meinem Freundeskreis könnte keiner diese Frage mit einem ja beantworten, darum wurde schon vor längere Zeit der 12. Oktober als Konzert von BTBAM mit den Djent-Helden Periphery und den Newcomern The Saftey Fire z rot im Kalender markiert , da die musikalischen Live-Fertigenkeiten schon unter vorherigen Touren für sich gesprochen haben.

Wirken die Londoner Jungs von Saftey Fire mit ihren englischen gestutzten Barten wie britische Gentlemen, kann ihre Musik ihren majestätischen Schein nur noch unterstützen. Diese Band deckt eine Spannbreite von vielen künstlerischen Fertigkeiten ab. Die Extremisten können die Takte mitzählen, während die Anderen genüsslich den gespielten Prog-Harmonics folgen und dem Wechsel von Clean- und Shoutgesang von Sean McWeeney lauschen. Zwischen den ganzen Rhythmenwechseln kann Dank atmosphärischer Jazz-Akkorde viel Dynamik in den Songs aufkommen, ohne dass die Musik zu kopflastig wirkt. Im April diesen Jahres kam ihre Debut-Album „Grind The Ocean“ auf dem Markt, das für einiges an Aufsehen in den Staaten gesorgt hat. Als Opener für diesen Abend sind sie perfekt gewählt.

Nach einer schnellen Umbaupause kommen Periphery auf die Bühne. Unterdessen hat sich das Luxor unbemerkt in Sekundenschnelle bis auf den letzten Platz gefüllt. Direkt zu Set-Beginn ballern die Acht-Saiter von drei Gitarristen allen Anwesenden um die Ohren, als würden wahrhaftig die Wände wackeln. Da fällt schon manch einem die Kinnlade runter. Spencer Sotelo setzt unter diesen Dampfwalzen mit seiner Gesangsstimme eine abhebende Ebene, um das Ganze musikalisch für die Hörenden aufzulockern und es funktioniert. Periphery verbinden harmonisch Progressive und Melodiöse Parts und beweisen, dass sie an die Djent-Spitze gehören. Live setzt die Band auf eine klug gewählte Auswahl von Tracks aus beiden Releases, die sich im Einsatz der Clean-Vocals als großes Unterschiedselement erkennen lassen. So können die Kölner nach einem Zählen der Takte, entspannt den Refrain mitsingen, um die grauen Gehirnzellen zu schonen. Hatte ich am Schluss des Sets enttäuscht vermutet, die Band würde ihren Hit „Icarus Lives“ nicht spielen, so werde ich zum Glück eines Besseren belehrt. Das Anfangs-Riff erinnert an Pantera, gefolgt von Meshuggah-Groove und all diese Merkmale sind neu verpackt und aufgefrischt.

Zum Thema Between The Buried And Me gibt es nach einer Diskographie von sechs Alben eine Menge zu berichten. Das Wichtigste ist, dass BTBAM gestern ihre neue Platte „The Parallax II: Future Sequence“ genau an diesem Konzerttag veröffentlicht haben und ich bis auf die Single Astral Body“, noch keinen Song dieses Albums kenne. Mit „White Walls“ wird das Set, genau wie letztes Jahr im Kölner Underground, unter schnellen Drums eröffnet, während flotte melodiöse Riffs im Mid-Tempo den Song begleiten. Kein Song dauert unter zehn Minuten, da kann schon Einiges an Material verarbeitet werden. Keyboard-Parts bringen die Songs zum Stoppen oder dienen durch leises Spiel im Hintergrund dazu, die Komplexität der Lieder zu betonen. Der Sänger schreit und singt sich mal schnell oder langsam wechselnd die Seele aus dem Hals. BTBAM stehen einfach für sauberen Spielfluss und Ideenreiche Songs und können diese Stärke auch live immer wieder beweisen. Nun kommen zwei Songs von „The Parallax II: Future Sequence“. „Astral Body“ ist die logische Fortsetzung der letzten EP „The Parallax: Hypersleep Dialogues“, welche sich als Konzeptalbum fortsetzt. Es gibt jeweils zwei Songs der Alben „Colors“, „Mirrors“ und des neuen schon obengenannten Jünglingswerkes. Besonders steht ein Queen-Cover als Hightlight im Set, das von allen Anwesend laut und begeistert gesungen wird.

Den Abend lässt sich zusammenfassend einfach erklären: Spieltechnische Präzession, leidenschaftliche Live-Performance und erfreutes Publikum brachte einen Abend zur würdigen Erlebnis. Progressiver Metalcore ist musikalisch etabliert und dies zurecht.