Boysetsfire Tour 2012, Support: Off With Their Heads, Red Tape Parade, Essigfabrik Köln

Boysetsfire Logo

Boysetsfire sind seit ihrem Reunion 2010 kräftig unterwegs gewesen. Viele Festivals und Clubshows fanden statt. Sie haben viele neue und alte Fans für sich gewonnen und sogar ein neues Album wurde für dieses Jahr angekündigt. Mit einer ausverkauften Show in Köln haben wohl nicht viele Gäste gerechnet. Verzweifelt wurden Karten gesucht und für hohe Preise auf Onlinemärkten ersteigert. Ob sich das erhebliche Bieten gelohnt hat, wird sich im Laufe des Abends noch zeigen. Die Nachfrage scheint jedoch für Boysetsfire zu sprechen.

Opener sind die aus Bayern stammenden RED TAPE PARADE. Sie schon schon mit Pennywise letztes Jahr auf Tour gewesen. Damals habe ich wegen eines Staus ihren Auftritt verpasst, konnte mich heute freuen, sie endlich live zu sehen. Musikalisch wird hier Punk der Marke Lagwagon gespielt und auch der Headliner des heutigen Abends lässt sich als Einfluss klar heraus hören. Mit überwiegend dargebotenen Songs ihrer aktuellen Platte The Third Rail of Life wird ein sauberes Set von 30 Minuten als idealer Einstieg für den weiteren Abend gegeben.

Off With Their Heads haben seit ihrer Gründung im Jahre 2002 über 20 Splits und Eps veröffentlicht. Darum kann am heutigen Abend auf ein langes und großartiges Set von den Jungs aus Minnesota gehofft werden. Die Band um Ryan Young und Robbie Swartwood hat mit Mike Yannich endlich eine feste dauerhafte Besetzung gefunden. Direkt mit den ersten Klängen aus den Boxen kommt in der Essigfabrik ein Gute-Laune-Feeling auf, wie man es von Punk der alten Schule gewöhnt ist. Off With Their Heads heizen den Kölnern ordentlich ein. Es wird laut mitgesungen, geklatscht und getanzt. Auch nach einer Stunde Spielzeit gibt es starke „Zugabe“-Rufe, denen die Band gerne nachkommt. Wir können gespannt sein auf die kommende Platte, die Ende des Jahres via Epipath veröffentlicht wird.

Jetzt kommen Boysetsfire auf die Bühne. Ihr letztes Album The Misery Index: Notes From The Plague Years wurde 2006 veröffentlicht und dennoch scheint keiner der hier Anwesenden diese Band vergessen zu haben. Es ist selten auf Hardcore-Shows geworden, dass ich als Mitte 20 Jähriger zum jüngeren Publikum gehöre. Boysetsfire scheint einfach einer dieser seltenen Bands zu sein, die damalige Show-Besucher wieder auffordert sich an ihre alten Wurzeln zu erinnern. Allein dafür hat sich diese Band meinen größten Respekt verdient. Songtechnisch wird auf After the Eulogy, Eviction, Walk Astray, My Life in the Knife Trade, Rookie und unter vielen anderen sogar auf einen neuen Namens Bring Back The Fight des kommenden Albums zurückgegriffen, der 100% nach Boysetsfire klingt. Mit viel Unterstützung der Zuhörer sing Nathan sich die Stimme aus dem Leib und auch der Rest der Band bietet eine gelungene Bühnenpräsens, dass eine Stunde Set leider viel zu kurz ist. Mit tobenden, verdienten Applaus verlassen die Jungs die Bühne.

Mit diesem Konzert zeigt die Band, dass ihre Reunion mehr als berechtigt ist. Die vielen Fans die heute leider keine Karten ergattern konnten, hoffen genauso auf ein baldiges Wiederkommen nach Köln, wie die Anwesenden. Sie ist eine Band, die nach einer kurzen Pausenphase frischer und stärker wirkt als je zu vor. Hoffen wir, dass sich dieser musikalische Aufschwung im neuen Album bemerkbar macht. Die Fans haben es nach so langem Warten verdient.