Dave Hause vor Rekordkulisse im Kölner Gloria, 26.11.2013

DATUM» 26.11.2013
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Dave Hause ist momentan in aller Munde. Der ehemalige „The Loved Ones“ Frontmann zeigte bereits mit seinem Debütalbum „Resolutions“, dass er als Singer/Songwriter mindestens genau so viel Potenzial besitzt, wie als Sänger einer Punkrockband. Der Durchbruch als Solokünstler gelang ihm schließlich bei der Revival Tour 2011, als er unter die Fittiche von Urgestein Chuck Ragan genommen wurde. Heute spielt Dave Hause sein bisher größtes Konzert im ausverkauften Kölner Gloria vor 800 begeisterten Leuten, die schon einige Zeit vor dem Konzert draußen in eisiger Kälte stehen, um sich einen guten Platz zu sichern.

Das Publikum ist, wie zu erwarten, sehr bunt gemischt. Zum einen begegnen einem auf dem Gang  wunderschöne Blondinen mit Anker am Hals und Jutebeutel, auf der anderen Seite sieht man bierbäuchige, bärtige Kerle mit Trucker-Cap und Hot Water Music Shirt. Alle da? Dann kann’s ja losgehen.

Den Anfang macht jedoch ein wahrlicher Hüne: „Hi, I’m Matt from Canada“ schallt von aus der Kehle eines zwei Meter großen Mannes der, so monströs und gewaltig er auch aussieht, keiner Fliege was zu Leider tun könnte, sieht man in sein freudestrahlendes Babyface. Eine Person flüstert leise zu seinem Nachbarn: „Alter, der sieht ja aus wie Hagrid aus Harry Potter.“ Klingen tut er übrigens auch so. Northcote, so sein Künstlername, brüllt sich eine gute halbe Stunde die Kehle aus dem Leib und unterhält das Publikum mit lustigen Ansagen („I’m so happy to be here and you know what? Fuck Dusseldorf hahahaha!“), ehe er schnaufend die Bühne frei macht für den Mann des Abends.

Der lässt sich nicht auch nicht lange bitten und legt direkt mit „Damascus“ los. Das Publikum hat Dave Hause ohnehin auf seiner Seite, jedoch fällt auf, dass ältere Songs deutlich textsicherer mitgesungen werden als „The Great Depression“ oder „Same Disease“. Insgesamt trübt das die Stimmung aber wenig. Die Rekordkulisse  ist gut drauf, der Star des Abends erst recht und zeigt sich zudem sehr redefreudig vor so vielen Menschen. Er lässt sich sogar hinreißen einem durstigen Reporter ordentlich Rotwein in seinen leeren Bierbecher zu kippen und mit ihm anzustoßen. Danke nochmal dafür! Begleitet wird Dave lediglich von einem weiteren Gitarristen, Schlagzeug und Bass sind leider gar nicht vorhanden. Ein wenig schade ist das schon, kommen die Songs alle etwas weniger druckvoll rüber. Andererseits bietet  diese Intimität auch Gänsehaut-Momente, wenn Dave zum Beispiel eine Piano-Version von „C`mon Kid“ zum Besten gibt.

Als Zugabe holt der Mann aus Phialdelphia noch eine echte Überraschung aus seinem Repertoire heraus und spielt den alten The Loved Ones  Meilenstein  „The Bridge“. Wenn man denkt, jetzt kann das Konzert von der Setlist her nichts mehr toppen, holt Hause noch einmal einen freudestrahlenden Matt aus Kanada auf die Bühne und singt mit ihm, voller Inbrunst und Leidenschaft, die restlichen Songs der Zugabe. „Benediction“ beendet schließlich diesen unterhaltsamen Abend, der abgesehen von Schlagzeug und Bass, eine ganze Menge zu bieten hatte.