Die Dropkick Murphys in der MEH, Düsseldorf 03.02.2017

Photo credit: Gregory Nolan
DATUM» 03.02.2017
ARTIST»
VENUE»

von Marius Schobelt

Freitagabend, die Dropkick Murphys und ein kühles Blondes. Wie könnte man sich den Start ins Wochenende besser vorstellen? So zumindest die Theorie. Denn anstelle sich einen guten Platz während der zweiten Vorband „Slapshot “ zu suchen und in illustrer Runde mit anderen Fans des gepflegten Irish Folk-Punk darüber zu quatschen, wie geil das Leben ist und welche Lieder auf keinen Fall fehlen dürfen, entsteht ein gewaltiges, logistisches Problem. „Schlappe 40 Minuten anstehen! [..] Wehe, wenn das Bier nicht geil schmeckt“ hört man immer wieder von den sichtlich genervten Fans in Grün und Schwarz. Tatsächlich ist es kaum zu glauben, dass die Veranstalter bei diesem Konzert offensichtlich solche Probleme damit haben, Bier an trinkwütige Massen zu bringen. Keine Läufer – die sich wohl eine goldene Nase verdient hätten- und tatsächlich Sekt, anstelle einer weiteren Zapfanlage.

Selbst während des Konzertes muss man auf drei Songs verzichten, um Nachschub zu organisieren und so hat wohl so mancher darauf verzichtet weiter zu trinken, um den grandiosen Auftritt der Murphys nicht zu verpassen. Doch egal wie tief der Frust auch sitzt, mit den ersten Tönen fliegen Becher mit und ohne Inhalt durch die Halle. Ein Moshpit nach dem anderen öffnet und schließt sich, mal größer, mal kleiner und es dauert nicht lange, bis nackte Körper verschwitzt aneinander prallen und sich in gewohnt brachialer Art den Klängen von The State of Massachusetts oder I Had a Hat hinzugeben. Die Jungs aus Boston schaffen es zu jeder Zeit das Publikum mit einem Misch aus Songs ihres neuen Albums 11 Short Stories of Pain & Glory und Altbekanntem wie As One oder Barroom Hero zu begeistern. Immer wieder wird die tobende Masse mit Songs wie The Wild Rover beruhigt, Fremde liegen sich in den Armen und die Probleme des Alltags sind vergessen. Spätestens bei dem Cover von You’ll Never Walk Alone überstimmt die Halle dann die Band und ein Chor aus glücklich Angetrunkenen lässt die ehemalige Philipshalle mehr wie einen Pub in Dublin als eine Veranstaltungshalle wirken.

Ein obligatorischer Gänsehautmoment folgt zum Intro von Rose Tattoo. Jeder nimmt den Nächsten in den Arm und genießt die grandiose Atmosphäre. Leider ist das Konzert zu schnell bei der Zugabe angekommen und zu Kiss Me, I’m Shitfaced ist die Bühne schnell mit jungen Frauen gefüllt, die mit und um die Band herum tanzen und sichtlich jeden Moment genießen. Zum Abschied kann man nur sagen Until the Next Time und immer wieder gerne! Ohne Stimme und mit bester Laune verlässt man die Arena und einstimmig verspricht man sich, beim nächsten Konzert definitiv wieder in der Masse zu stehen.

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Letzte Aktualisierung am 17.12.2017 um 20:01 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API