Die Südafrikanischen Superstars The Parlotones spielen familiäre Clubshow im Hamburger Knust

The Parlotones
DATUM» 03.10.2012
ARTIST» ,
VENUE»

Das überaus erfolgreiche und sympathische südafrikanische Quartett um Frontmann und Sänger Kahn Morbee beehrt heute das gemütliche Hamburger Knust im Rahmen ihrer Europatour des im Mai erschienenen Albums „Journey Through The Shadows“ (wir berichteten ausführlich unter diesem LINK). In ihrem Heimatland haben The Parlotones nahezu alles erreicht, was man sich als Rockband auf dem afrikanischen Kontinent erträumen kann (Doppel-Platin-Status, SAMA). Nicht nur zu Hause spielen Kahn, Neil und die Brüder Paul und Glen mittlerweile in ausverkauften Stadien (Support Coldplay), auch bei uns supporteten sie die groß angelegte Deutschlandtour 2012 von Snow Patrol. Heute können wir uns jedoch auf ein kleines Konzert mit persönlicher Atmosphäre freuen, was sicherlich bald Seltenheitswert haben wird. Als Support haben The Parlotones die deutschen Newcomer  List mitgebracht, die an diesem ungemütlichen, regnerischen Herbsttag das Konzert eröffnen.

Das junge oberbayerische Trio bestehend aus den Brüdern Felix (Gesang/Gitarre) und Jonas Hofer (Schlagzeug) und dem Gitarrist Erik Mätze schafft es mit dem einfachsten „Rockwerkzeug“ einen Sound zu produzieren, mit dem man ein ganzes Stadion beschallen könnte. Ihre durchweg rockigen, dabei aber melodischen Agressive-Pop Hymnen schaffen es in kürzester Zeit, das Publikum in Bewegung zu bringen. Die in diesem Jahr als  Beste Bayerische Newcomer Band gewählten Blondschopfe heizen dem noch nicht komplett gefüllten Knust mit ihren treibenden Beats und rockigen Arrangements schon mal ein wenig ein, bevor dann um 22:00 Uhr The Parlotones mit ihrem Set beginnen. Unter den Zuschauern findet man bereits den ein oder anderen Fan im Parlotones-Outfit (schwarzes Hemd/roter Schlips), was später von der Band auch honoriert wird. Angenehm überrascht bin ich vom altersmäßig gut durchmischten Publikum, welches ganz offensichtlich nicht das erste Mal bei einem ihrer Konzerte ist.

Der Jubel ist groß als The Parlotones die Bühne betreten und mit dem antreibenden „Should We Fight Back“ loslegen. Unter den Fans gibt es jetzt schon kein Halten mehr, es wird direkt gesprungen, geklatscht und gesungen, und genau so geht es auch im Folgenden weiter. Zu Kahns Freude begleiten stets textsichere Publikumschöre die Refrains wie bei „Life Design“ oder später in „Disappear Without A Trace“, beim rhythmischen „Remember When“ wird kollektiv mitgeklatscht. Tief pulsierende Bassdrums und etwas mehr Synthies als auf dem Album finden sich in dem rockig-hymnischen „I´m Only Human“, zu dem fast alle mit einem Lächeln im Gesicht mittanzen. Mit Kahns Worten „Feel free to dance“ erreicht das Konzert bei „We Call This Dancing“ definitiv einen seiner stimmungsmäßigen Höhepunkte, selber Schuld, wer da zuhause vor dem TV kleben bleibt, statt hier mitzufeiern. Nicht nur Kahn Morbees sportliche Tanzeinlagen sondern auch seine himmlische Stimme in den melodisch geprägten Songs wie „Giant Mistake“ oder  „I´ll Be There“ verzeihen dann sogar die ein oder andere kleine Textunsicherheit seinerseits. Gerade das macht sie so sympathisch, eine Band aus Fleisch und Blut, nicht irgendwelche perfekten Stars, zu denen das Publikum keinerlei Relation aufbauen kann.

Nach einigen technischen Problemen an Kahns Gitarre geht es aber lückenlos mit den Ohrwürmern „Honey“ und „We Just Want To Be Loved“ vom aktuellen Album weiter, wonach Glen noch kurz seinen einen von der gestrigen Partynacht in Hamburg übrig gebliebenen Schuh verschenkt. Nach knapp zwei Stunden hochklassiger Musik und einer ebenso tollen Live-Performance beenden The Parlotones mit  dem zarten „Dream Lover“ zum ersten Mal ihr Konzert, lassen sich aber unter euphorischem Applaus und nicht enden wollenden Zugabe-Rufen nicht lange bitten und kommen für drei Zugaben wieder zurück auf die Bühne. Sie bedanken sich erneut bei dem großartigen Publikum und geben mit ihrem persönlichen Lieblingssong „Brave And Wild“ noch ein letztes Mal so richtig Gas, bevor die vier Jungs aus Johannesburg schließlich ihr Set um 23:40 Uhr eher ruhig ausklingen lassen. Im Anschluss hat ein jeder dann auch noch die Möglichkeit, sich persönlich mit der Band zu unterhalten, sich ihre CD signieren zu lassen oder Fotos zu machen.

Damit geht für unseren Fotografen Thomas Nicklaus und mich ein wundervoller Konzertabend zu Ende, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Konzert dieser großartig „Melodie-verliebten“ Rockband, zunächst jedoch auf das demnächst hier erscheinende Interview mit The Parlotones!

Unsere Fotos zum Konzert findet ihr HIER!

Setlist (ohne Gewähr):

  • Should We Fight Back
  • Life Design
  • Human
  • Giant Mistake
  • The Stars Fall Down
  • Disappear Without A Trace
  • Remember When
  • We Call This Dancing
  • Overexposed
  • Soul And Body
  • Suitcase For A Home
  • My Lovely (Sarstedt-Cover)
  • Save Your Best Bits
  • I´ll Be There
  • Honey
  • We Just Want To Be Loved
  • Push Me To The Floor
  • Should We Fight Back
  • Dream Lover
  • ————
  • Brave And Wild
  • Goodbyes Are Never Easy
  • Baby Be Mine