Every Time I Die, Cancer Bats, Set Your Goals und Me Do And Mend im Umderground Köln

Every Time I Die, Cancer Bats, Set Your Goals und Me Do And Mend im Umderground Köln

Konzerte im Kölner Underground sind beliebt. Beliebt aufgrund der Tatsache, dass es zwischen Künstlern und Fans eher familiär als distanziert zugeht. Auch heute findet man sich hier in einer ausgelassenen Atmosphäre wieder. Bevor man den Club überhaupt von innen gesehen hat, entdeckt man verschiedene Bandmitglieder, die sich unter die Menschenmenge gemischt haben.

Me Do And Mend starten in den Abend. Für gewöhnlich wird den Vorbands nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber nicht heute. Anfang des Jahres mussten die Jungs aus Connecticut ihre Headliner Deutschland Tour absagen und es scheint so, als ob sie es heute wieder gut machen wollen. Der Club ist gut gefüllt und die Tanzwütigen wollen ab dem ersten Gitarrenschlag auch nicht still stehen. Sieben Songs geben sie zu ihrem Besten und bedanken sich oftmals sowohl beim Publikum als auch bei ihren Bandkollegen für den tollen Support. Me Do And Mend machen auf jeden Fall Laune auf mehr.

Set Your Goals hat man vor gar nicht all zu langer Zeit als Headliner im Underground sehen und hören dürfen. Wer diese Band nicht kennt, ist über die ungewöhnliche Bandbesetzung überrascht. Die Musiker aus San Francisco haben nämlich zwei Sänger, die unterschiedlicher nicht sein können. Anfangs mag die Mischung ihrer Stimmen noch ungewöhnlich sein aber mit jedem performten Song, gewinnt diese Mischung immer mehr an Gefallen. Es wird gemoscht und das ständige Stagediving nimmt kein Ende. Absolut beste Stimmung, sowohl vor wie auch auf der Bühne.

Nach einer kurzen Verschnaufpause stürmen die Kanadier von Cancer Bats die Bretter. Stürmen im wahrsten Sinne des Wortes. Es scheint, als ob Sänger Liam das sprechen verlernt hat und nur noch fähig ist zu brüllen. Es fällt auch auf, dass das jüngere Publikum sich eher in die hinteren Reihen verzogen hat. Cancer Bats sind so, wie man es von ihnen gewohnt ist: Laut und explosiv. Es ist fast unglaubwürdig, wenn man überlegt, dass die Kanadier vor einigen Jahren mit Bands wie Silverstein oder Billy Talent auf Tour waren. Dieses Jahr hat die Band, neben einigen EP’s, ihr viertes Studioalbum „Dead Set On Living“ herausgebracht. Mit dem ersten Lied der neuen Platte haben sie  ihre Show erfolgreich eröffnet und konstant den Haarschüttel-, Fluch-, Schwitz- und Rotzlevel bis zum Ende durchgehalten. Sie beenden ihren heutigen Auftritt, so wie jeden anderen ihrer Auftritte auch, mit ihrem erfolgreichsten Song „Hail Destroyer“. Wer von Liams langer Mähne auf der Bühne nicht genug bekommt, darf ihn nach dem Auftritt am Merchstand noch einmal an sich drücken.

Die Herrschaften von ETID lassen etwas auf sich warten, jedoch verlässt kaum jemand den Club. Es ist proppenvoll und man kann eine gewisse Anspannung vernehmen. Bereits vor zwei Jahren beehrten die New Yorker Deutschlands Bühnen mit Terror und All Shall Perish. Im Vergleich zu ihrem damaligen Auftritt merkt man, dass sie immer beliebter werden. Sogar Sänger Keith konnte sich eine Bemerkung dazu nicht verkneifen.

Auch ETID bringen dieses Jahr eine neue Platte auf den Markt. „Ex Lives“ ist somit ihr sechstes Studioalbum und es ist absolut ETID typisch. Abgedrehte Songnamen, Lyrics die man als Normalsterblicher nur schwer interpretieren kann, die jedoch trotzdem fraglos ohrwurmtauglich sind. ETID spielen mit wenigen Unterhaltungseinlagen und verlassen nach einer knappen Stunde, ohne Zugabe, die Bühne. Die Setlist lässt für den ein oder anderen Fan vielleicht einige Wünsche offen aber trotzdem keinen Grund zum Meckern. Auch hier kann man nach der Show den Buckley Brüdern und Co. die Hand schütteln.

Am heutigen Abend waren alle Headliner. Somit ist den Bands ein richtig guter Einstieg in die Deutschland Tour gelungen. Sie werden vom Publikum gefeiert und das Publikum bekommt ihrerseits jede Menge Lob von den Künstlern zurück. Sänger Keith von ETID verabschiedete sich mit den Worten „You are animals!“. Wir sagen Danke für das Gruppenkuscheln und für die fette Show.