Hamburger Musikpreis HANS 2012 geht u.a. an Deichkind, Samy Deluxe, Kid Kopphausen und Tonbandgerät

Samy Deluxe aka Herr Sorge - Foto(c)Public Address
DATUM» 26.11.2012
QUELLE» networking Media / Hi-Life Veranstaltungsagentur
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In der vergangenen Woche wurden zum vierten Mal acht Hamburger Künstler mit dem Musikpreis HANS 2012 im Musikclub Gruenspan für ihre besonders innovativen, kreativen und künstlerischen Leistungen ausgezeichnet. Der reine Jury-Preis, der allein in der Kategorie „Hamburger Nachwuchs des Jahres“ mit 2.000 € dotiert war, will damit insbesondere die junge Musikkultur ehren und darüber hinaus ein Zeichen für Hamburg als Musikstadt setzen. Rund 500 geladene Gäste nahmen an der zweieinhalbstündigen Show teil, die bereits am frühen Montagabend mit einem gemütlichen Sektempfang begann. Das bestuhlte Gruenspan war atmosphärisch beleuchtet und wurde dem feierlichen Anlass auf jeden Fall gerecht, obwohl die Kapazität schon sehr an ihre Grenzen kam, so dass ein Großteil der Gäste die Verleihung im Stehen verfolgen musste.

HANS-Initiator Uriz von Oertzen (Hi-Life Konzerte) übernahm die Begrüßung der diesjährigen Preisverleihung im Namen des Vorstands der IHM (Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft e.V.) und übergab im Anschluss die Moderation an Fünf Sterne deluxe Hip-Hop-Musiker Das Bo, sowie Musikjournalistin und Moderatorin Johanna von Leuschen, die insbesondere als Macherin von Balcony TV Hamburg große Bekanntheit erlangte. Die Preisverleihung verlief wie folgt:

„Urban und avantgardistisch, künstlerisch wertvoll und eben Pop“, so beschreibt die HANS-Jury in ihrer Begründung das Dockville-Festival, das sich innerhalb von fünf Jahren zu einer bundesweit bedeutenden Veranstaltung entwickelt hat. Das Festival bietet sowohl musikalische Acts von Rock bis Elektro als auch Kunstausstellungen, Installationen und Mitmachprojekte. In der Kategorie „Hamburger Programmmacher des Jahres“ nahmen Annika Hintz und Enno Arndt für das Dockville-Team die Auszeichnung entgegen.

Die Gruppe Deichkind gewann den HANS 2012 in der Kategorie „Hamburger Künstler des Jahres“. Zwölf Jahre nach ihrem Debüt perfektionierte die Band mit dem Album „Befehl von ganz unten“ ihren Sound zwischen Hip-Hop und Elektro-Punk – und landete damit zum ersten Mal sogar in den Top Ten der Charts. Leider konnte die Band nicht persönlich erscheinen und sich nur per Videobotschaft bedanken, da sie derzeit auf Tournee sind. Den Preis nahm Managerin Katharina Köhler entgegen.

Der HANS 2012 für das „Hamburger Label des Jahres“ ging an Grand Hotel Van Cleef. Das von den Musikern Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff gegründete Label feierte in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. Zu den Bands, die bei Grand Hotel Van Cleef unter Vertrag sind, gehören unter anderen Kettcar, Tomte, Tim Neuhaus und die Kilians.

Thees Uhlmann hielt die Laudatio in der Kategorie „Hamburger Medienformat des Jahres“, die Hamburg Live für sich entscheiden konnte. Jeden Donnerstag liegt die Veranstaltungs-Beilage mit Tipps, Terminen und Kritiken dem Hamburger Abendblatt bei. Die Auszeichnung umfasst ebenfalls den täglichen Veranstaltungshinweis Live täglich! in der Print- und Online-Ausgabe der Tageszeitung.

Bereits Ende der 90er Jahre prägte Samy Deluxe mit Dynamite Deluxe den deutschsprachigen Hip-Hop. Vier innovative Solo-Alben später veröffentlicht er im Dezember 2012 unter dem Namen „Herr Sorge“ ein Album, das musikalisch neue Wege geht. Für die „Herausragende Hamburger Künstlerentwicklung“ erhielten Samy Deluxe und sein Team den HANS 2012.

Die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft (IHM) ehrte den Konzertveranstalter Karsten Jahnke mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk. 1959 organisierte Karsten Jahnke sein erstes Konzert, 1972 gründete er seine Konzertdirektion. Jährlich richtet sie heute rund 700 Konzerte unterschiedlichster Genres aus. Die Laudatio hielt NDR Moderator Peter Urban.

Der HANS 2012 für die „Gestaltung des Jahres“ ging an die von Lars Jessen inszenierte Pseudo-Doku Fraktus mit Rocko Schamoni, Heinz Strunk und Jaques Palminger. Laudator war der Produzent Alex Christensen. „Der Kinofilm ‚Fraktus‘ ist ein Gesamtkunstwerk, das in seiner Mischung aus intelligenten Querverweisen und dreister Aneignung, Witz und Trash all jene anspricht, die sich in den vergangenen 30 Jahren auch nur ansatzweise mit Popkultur beschäftigt haben“, urteilte die HANS-Jury.

Geprägt von Emotionalität und Freundschaft zu dem erst kürzlich überraschend verstorbenen Nils Koppruch hielt Autor Tino Hanekamp die Laudatio in der Kategorie „Hamburger Produktion des Jahres“. Posthum wurde der Musiker hier für das Album „I“ von Kid Kopphausen ausgezeichnet. Kid Kopphausen war das gemeinsame Bandprojekt von Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen. Produzent Swen Meyer und Gisbert zu Knyphausen nahmen den Preis entgegen.

Als „Hamburger Nachwuchs des Jahres“ erhielt Tonbandgerät einen HANS. Im Sommer schickte das Radioprogramm N-JOY die junge Band ins Rennen um den „New Music Award“ – den sie schließlich gewann. Auch die HANS-Jury zeigte sich jetzt beeindruckt und lobte ihre „federleichten und blitzgescheiten Popsongs“. Der Nachwuchspreis ist mit 2000 Euro dotiert und wird von der Hamburger Volksbank präsentiert.

HANS-Initiator und Vorsitzender der 16-köpfigen Jury Alexander Maurus nahm im Rahmen der Veranstaltung wie folgt Stellung: „Die HANS-Gewinner zeigen eine große Bandbreite der Hamburger Musikszene auf. Wir freuen uns über die hohe Kreativität und das enorme künstlerische Potenzial, das aus dieser Stadt hervorgeht“.

Diverse Live-Acts lockerten die teilweise doch recht ausführlichen Laudationes angenehm auf, mit dabei waren die Newcomer Band Liedfett, die 2012 aus dem „Hamburg Rockt“ -Contest als Gewinner hervorgegangen war, die Folkrocker von Torpus & The Art Directors, Fjarill mit Nils Wülker, Samy Deluxe, der aber nur ein Gedicht vortrug und die Preisträger Tonbandgerät, die uns sogar zwei ihrer besten Songs als krönenden Abschluss der Preisverleihung präsentierten.

Die durchweg gelungene und perfekt organisierte Veranstaltung, an dieser Stelle ein echtes Kompliment an den Veranstalter, ließen die Gäste mit anregenden Fachgesprächen und kleinen Speisen ausklingen. Wer am Folgetag nicht arbeiten musste, konnte auch noch im Anschluss in der Night Lounge mit dem DJ-Set „Kann den Liebe Synthie sein?“ entspannt in die Nacht tanzen.

Zahlreiche Fotos der Preisverleihung findet ihr bei uns unter folgendem Link!

Ein besonderer Dank geht an Romy Nitz von networking Media, die uns die Teilnahme am Hamburger Musikpreis HANS ermöglicht hat.